Schbass uff der Leiergass

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Große Erfindungen, große Momente – Eppingens mittlerweile gar nicht mehr so kleiner Leiergassenumzug begeistert einmal mehr

Pünktlich zur Fastnachtszeit erhebt sich in Eppingen alljährlich die altbekannte Diskussion: Soll der legendäre Nachtumzug aus der Versenkung geholt werden? Die Frage wabert durch die Gassen, findet ihren Weg in die Lokalpresse und geistert wie ein närrischer Geist durch die Stadt. Doch wie jedes Jahr bleibt die Antwort dieselbe: Der Nachtumzug bleibt in der Mottenkiste der Kraichgauer Fastnacht. Und um ehrlich zu sein – dort ist er auch ganz gut aufgehoben.

Eppingen ist bei weitem nicht allein mit dieser Entscheidung. Auch andere Städte und Gemeinden, von Ubstadt-Weiher bis Kraichtal, haben sich von den wilden Feierlichkeiten in der Dunkelheit verabschiedet. Zu viele Vorfälle, zu viel Chaos und Hemmungslosigkeit – da half auch die närrische Immunität nichts mehr. Stattdessen haben die Eppinger den Leiergassenumzug aus der Schublade geholt und ihm neuen Glanz verliehen.

Und was für ein Glanz das ist! Der Leiergassenumzug hat sich vom kleinen Nebenschauplatz zum echten Aushängeschild der Eppinger Fasnachtskultur entwickelt. Er ist quasi der smarte Gegenentwurf zum wilden Treiben des Nachtumzugs – ein Fest, bei dem sich die ganze Familie wohlfühlt. Kinder können unbesorgt durch die Gassen hüpfen, nach Gutseln fangen und sich von den bunten Wagen verzaubern lassen. Hier herrscht ausgelassene Stimmung statt ausgelassener Hemmungslosigkeit.

Seinen Namen verdankt der Umzug seinem Startpunkt: der malerischen Leiergasse im Herzen der Altstadt. Von hier aus schlängelt sich der närrische Lindwurm durch die Brettener Straße zum historischen Marktplatz und weiter in die Altstadtstraße, wo er am altehrwürdigen Baumann’schen Haus endet. Ein Weg, der nicht nur für die Narren selbst, sondern auch für die Zuschauer gesäumt von eindrucksvollen Kulissen ist.

In diesem Jahr stand der Umzug unter dem Motto „Große Erfinder und große Erfindungen“, und was die Eppinger daraus gemacht haben, war schlichtweg sensationell. Von dampfenden Eisenbahnen über den Coca-Cola-Weihnachtsmann bis hin zu Propellerflugzeugen und Streichholzmännchen – die Kreativität der Umzugsteilnehmer kannte keine Grenzen. Besonders beeindruckend waren die chromblitzenden Maschinen, die an eine Mischung aus Steampunk und Jahrmarkt erinnerten. Überall Schläuche, Anzeigen, Ventile – als hätten die Eppinger Tüftler das alte Labor von Robert Koch geplündert.

Seifenblasen statt Trübsal blasen, mobile Röntgenapparate, die dem alten Conrad Röntgen zur Ehre gereicht hätten, Albert Einstein höchstpersönlich in multipler Ausführung und sogar das Mensch gewordene Periodensystem der Elemente – die Straßen verwandelten sich in ein lebendiges Museum der großen Ideen. Sogar Archimedes wäre wohl aus dem Badewasser gesprungen, hätte er diesen Umzug gesehen. Eppingen zeigte einmal mehr, was es auf dem Kasten hat, und bewies, dass man für große Erfindungen nicht immer große Städte braucht.

Wer das Spektakel verpasst hat, dem sei gesagt: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Unser Fotograf Patrick war mit seiner Kamera unterwegs und hat ein paar wunderbare Schnappschüsse vom Leiergassenumzug 2025 mit nach Hause gebracht. Ein Klick auf die Galerie lohnt sich – da ist der Schbass quasi garantiert! Sagen wir so um beim Motto zu bleiben: Gäbe es den Leiergassenumzug nicht, müsste man ihn glatt noch mal erfinden