Tausche RD gegen KG – Alles beim Alten, alles neu?
von Stephan Gilliar
Das Gesicht bleibt dasselbe, die Bezeichnung ändert sich: Roland Walther übernimmt zum 1. September 2025 die Position des Klinikgeschäftsführers der RKH Kliniken im Landkreis Karlsruhe. Bislang trug er den Titel Regionaldirektor – eine Rolle, die im Zuge der Unternehmensumstrukturierung nun umgewandelt wird. Doch das ist bei weitem nicht die einzige bedeutende Entscheidung, die der Klinikverbund in den letzten Monaten getroffen hat. Vorläufiger Höhepunkt war die vorzeitige Abberufung des bisherigen Geschäftsführers Jörg Martin, dessen Vertrag eigentlich noch bis zum Jahresende gelaufen wäre, der das Unternehmen jedoch bereits im vergangenen Sommer verließ. Seitdem wird der Klinikverbund von einer Doppelspitze – Axel Hechenberger und Dr. Marc Nickel – geführt, die an einer Neuaufstellung des Unternehmens arbeitet, in deren Zuge unter anderem der Wechsel des Systems der Regionaldirektionen beschlossen wurde
Die Umstrukturierung dient der Schaffung klarer Verantwortlichkeiten und effizienterer Entscheidungswege. Hintergrund: Die Kliniken stehen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen: Für das vergangene Jahr wird ein Defizit von rund sieben Millionen Euro erwartet, für das laufende Jahr vier Millionen Euro. „Da dies für die RKH Kliniken des Landkreises Karlsruhe und den Kreis dauerhaft nicht zu stemmen ist, ist es umso dringlicher, die Kosten-Erlös-Schere durch das Konsolidierungsprogramm und durch die Entwicklung der Unternehmensstrategie ‚Gemeinsam Gesundheit gestalten‘ zu schließen und auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen“, erklärte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel.
Langjährige Erfahrung und klare Ziele
„Mit Roland Walther haben wir einen Geschäftsführer gewonnen, der die Kliniken Karlsruhe und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit über 30 Jahren kennt und die Herausforderungen der kommenden Jahre aktiv angehen wird. Er möchte die Zukunft aktiv mitgestalten und wir freuen uns auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit“, so der Landrat am Donnerstagvormittag weiter.
Walther wird sich künftig wie bisher auch schwerpunktmäßig um die Kliniken in Bruchsal und Bretten kümmern – mit einem erweiterten Aufgabenbereich. „Im Bereich der Endoprothetik erwarten wir angesichts der demografischen Entwicklung steigende Fallzahlen und sehen darin eine Bestätigung unseres stetigen Engagements, um unseren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen. Das Projekt ‚Erweiterung Herzkatheterlabor/Angiographie‘ konnte mit der Inbetriebnahme des zweiten Herzkatheterlabors abgeschlossen werden. Die hohe Auslastung bestätigt unseren Einsatz für das Projekt“, so Walther zu einigen der laufenden Großprojekte an den beiden Standorten.
Der vom Aufsichtsrat verabschiedete Unternehmensplan 2025 priorisiert die Fertigstellung der begonnenen Investitionen und die weitere Modernisierung der Klinikstandorte in Bruchsal und Bretten. „Der Neubau des Gebäudeteils D an der RKH Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal schreitet zügig voran, ebenso wie die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) und das Ärztehaus an der RKH Rechbergklinik Bretten. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die Patientenversorgung, sondern machen die Klinikstandorte auch für Fachkräfte attraktiver“, so Dr. Schnaudigel.
Strategische Neuausrichtung und Krankenhausreform
Parallel dazu wird die Unternehmensstrategie „Gemeinsam Gesundheit gestalten“ entwickelt und eng mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg sowie der Verteilung der neuen Leistungsgruppen abgestimmt. Diese wird künftig zu einer stärkeren Konzentration spezialisierter medizinischer Leistungen an bestimmten Standorten sowie zu weiteren strukturellen Veränderungen führen. „Die Krankenhausreform erfordert eine vorausschauende Planung, um unsere Kliniken nachhaltig aufzustellen“, betont Dr. Marc Nickel, medizinischer Geschäftsführer der RKH Gesundheit. „Um dies zu erreichen, möchten wir die stationäre und ambulante Versorgung stärker miteinander verknüpfen, die Schwerpunkte unserer Kliniken klar herausarbeiten und die Zufriedenheit von Patienten sowie Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellen. Besonders die Pflege wird hierbei eine zentrale Rolle spielen, während wir zugleich wirtschaftlich nachhaltiger werden müssen.“
Auch Axel Hechenberger, kaufmännischer Geschäftsführer der RKH Gesundheit, betont die Notwendigkeit zielgerichteter Investitionen: „Wir fokussieren uns aktuell darauf, bereits getätigte Investitionen fertigzustellen und unsere beiden Klinikstandorte im Landkreis Karlsruhe zu modernisieren, um der weiteren unklaren Entwicklung der Krankenhausreform sowie der anstehenden Unternehmensstrategie nicht vorzugreifen und weitere Investitionen möglichst bald unter klareren Bedingungen tätigen zu können.“
Durch wirtschaftliche Konsolidierung, gezielte Investitionen und eine strategische Neuausrichtung stellt sich die RKH Gesundheit den Herausforderungen der Zukunft und sichert eine stabile Grundlage für die Gesundheitsversorgung in der Region – so das Unternehmen in seiner offiziellen Pressemitteilung.