Razzia auf Heidelsheimer Vereinsgelände?

Was geschieht da vor den Toren Heidelsheims?

Ende des letzten Jahres haben wir erstmals über fragwürdige Geschehnisse auf einem Vereinsgelände bei Heidelsheim berichtet. Damals wurden vermehrt Stimmen laut, die die Zustände dort als bedenklich beschrieben. Tatsächlich war das Veterinäramt des Landkreises im Oktober 2017 wegen Unregelmäßigkeiten bei der Tierhaltung in einer der dortigen Parzellen mehrfach vor Ort aktiv. Im Nachgang wurde uns versichert, dass es sich bei dem dafür Verantwortlichen nur um einen einzigen Pächter handele und man entsprechende Maßnahmen in Form einer Kündigung ergriffen hätte. Heute, etwa ein halbes Jahr später, erreichen uns erneut Hinweise aus der Anwohnerschaft Heidelsheims sowie der umliegenden Grundstücke. Der Zustand des Geländes würde sich demzufolge immer mehr verschlechtern und wieder wären die Behörden vor Ort gewesen, teilt man uns mit. Tatsächlich bestätigte uns die Polizei, es habe am Dienstag vergangener Woche einen Einsatz vor Ort gegeben – zu den Details könne man aber keine Auskunft geben. Augenzeugen, auch aus den umliegenden Vereinen, berichteten uns von bewaffneten Spezialkräften die eine der Parzellen intensiv durchsucht haben sollen – auch von einer Verhaftung war in mehreren voneinander unabhängigen Schilderungen die Rede. Eine Bestätigung dieser Beobachtungen von offizieller Seite  liegt allerdings trotz entsprechender Anfragen noch nicht vor.

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Fragwürdige Bilder vor Ort

Wir fuhren darauf hin zum Gelände am Stalzbachgraben um uns selbst ein Bild zu machen. Tatsächlich wirkt die über öffentliche Wege einsehbare, beschriebene Parzelle so wie von den Zeugen angegeben: Chaotischer Zustand und vielerorts wurde die Freifläche punktuell aufgegraben. Aber auch unabhängig von diesem mysteriösen Polizeieinsatz scheint auf dem Gelände augenscheinlich noch manches im Argen zu liegen. Von Teilen des Areals schlugen uns intensive und unangenehme Gerüche entgegen. Auf einer Freifläche standen Berge von Müll, dazwischen lag eine tote Ratte. Auf einem Komposthaufen fanden sich Reste verbrannter tierischer Rückstände – die Vogelfedern waren in der Asche noch gut zu erkennen. Einige Parzellen scheinen derzeit leer zu stehen, die Türen der entsprechenden Gehege stehen offen. In fragwürdiger Verfassung ist aber nur ein Teil des Geländes – Längst nicht alle Parzellen sind in einem schlechten Zustand, in vielen fanden sich Tiere denen es offenbar gut zu gehen scheint. Wir trafen vor Ort eine Spaziergängerin aus Heidelsheim, die gerade mit ihrem Hund unterwegs war. „Traurig“ nannte sie den Zustand des Geländes und deutete dabei auf das Brachland auf dem sich an viele Stellen der Müll auftürmt. „Gerade von Tierhaltern hätte sie mehr erwartet“, so die Seniorin die nicht namentlich genannt werden will weiter.

Kritische Stimmen aus der Nachbarschaft

Auch bei den benachbarten Vereinen gibt es skeptische Stimmen. Ein Mitglied des Hundesportvereins, dessen Gelände direkt angrenzt, berichtet uns „Früher sah´s da noch schlimmer aus, es hat sich schon einiges verbessert… aber wenn man sich andere Vereinsgelände anschaut, da sieht´s viel sauberer und gepflegter aus“. Wir telefonierten auch mit einem der Verantwortlichen und erfuhren, dass man vom Verhalten der beiden Pächter ebenfalls überrascht worden sei, man es aber eben jenen im Vorfeld nicht angesehen und nicht von einem derartigen Verlauf der Dinge hätte ausgehen können. Zum Zustand des Vereinsgeländes befragt erhielten wir die Aussage, dass man für die nächsten Tage vereinsintern eine Putzaktion plane um die entsprechenden Bereiche wieder in Ordnung zu bringen.

Offensives Federvieh

Unabhängig vom Zustand des Geländes scheint es vor Ort noch ein weiteres Ärgernis zu geben. Die Enten in und um den kleinen Weiher scheinen Ihr Revier energisch zu verteidigen und gehen daher wohl hin und wieder auch Spaziergänger an, wie uns ein Ehepaar berichtete das wir auf dem Rückweg nach Heidelsheim trafen. Doch nicht nur das, laut Aussage der benachbarten Hundesportler kam es wohl auch schon vor, dass die taffen Vögel die Hundewelpen angegangen seien, wenn diese auf dem Freigelände nebenan waren. Fazit: Es scheint noch nicht alles rund zu laufen draußen am Stalzbachgraben – man kann den Entscheidungsträgern nur wünschen dass man bei der Wahl der nächsten Pächter ein glücklicheres Händchen beweisen möge und die fragwürdigen Zustände in manchen Teilen des Geländes bald in den Griff bekommt.

 

 

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