Östringer Neujahrsempfang im Zeichen von Klimawandel und großen Projekten

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400 Gäste in der Aula des Leibniz-Gymnasiums

In Östringen zog Bürgermeister Felix Geider am Freitagabend beim städtischen Neujahrsempfang aus kommunaler Sicht ein positives Fazit zu den zurückliegenden zwölf Monaten und blickte außerdem in dem bis zum letzten Platz besetzten Lichthof des Leibniz-Gymnasiums gemeinsam mit dem Publikum auf 2020 und auch auf die neue Dekade voraus. Mit seiner Frau Salina sowie den Schornsteinfegern Hagen Neubert und Kevin Dickgießer als symbolischen Glücksbringern konnte der Rathauschef in der Aula des Leibniz-Gymnasiums rund vierhundert Gäste willkommen heißen. Die traditionelle Neujahrsbrezel präsentierte der Bürgermeister zusammen mit seinen Vertretern Marc Weckemann, Ursula Neckermann und Heidi Wagenblaß und besonders geehrt wurde bei der Veranstaltung die Aufstiegsmannschaft des Kraftsportvereins, die nach der Meisterschaft in der nordbadischen Ringer-Verbandsliga in der neuen Saison in der Oberliga auf der Matte steht.

Schon beim Betreten des Schulhauses wurden die Besucher auf ein kommunales Leitthema des neuen Jahres eingestimmt, denn der Weg der Gäste zum Veranstaltungsbereich war von Waldbäumen gesäumt, die zugleich auch die Kulisse für mehrere hundert schmuck eingetopfte junge Elsbeeren bildeten. Für jeden Gast stand ein solches Elsbeerenbäumchen als Präsent bereit, verbunden mit der Einladung von Bürgermeister Geider, den Setzling, der zu einem stattlichen, bis zu 25 Meter großen Waldbaum heranwachsen kann, in den nächsten Wochen zu hegen und zu pflegen und bei einer von der Verwaltung organisierten Veranstaltung am 14. März im Stadtforst zu pflanzen.
Ernster Hintergrund der Aktion, das machte der Bürgermeister in seiner Neujahrsansprache deutlich, sind die ganz erheblichen Trockenschäden im Kommunalwald, in dem nach den Dürreperioden der letzten Jahre insbesondere die Rotbuchen großflächig schwer geschädigt oder sogar schon abgestorben sind. Bis April, so die Ankündigung des Stadtoberhaupts, sollen daher rund 20.000 Elsbeeren sowie insgesamt etwa 9.0000 Douglasien, Erlen und Schwarznüsse ausgepflanzt werden, die den fortschreitenden Veränderungen des Klimas nach Einschätzung der Fachleute eher standhalten können.

Bei seiner mit einer Bildpräsentation hinterlegten Rückschau auf das Jahr 2019 rückte Bürgermeister Geider unter anderem nochmals die umfangreichen Straßenbaumaßnahmen beispielsweise im Bereich der Bundesstraße 292 oder der Kreisstraße 3520 zwischen Östringen und Mühlhausen in den Blick, mit denen einerseits sehr wichtige Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur gelangen, die zugleich aber auch über Monate Anwohnern und Verkehrsteilnehmern viel Geduld abforderten. In diesem Zusammenhang räumte der Rathauschef auch mit einem Gerücht auf, dass die im Westen und Osten der Kernstadt neu entstandenen Kreisverkehrsanlagen Anfangs- beziehungsweise Endpunkt einer Ortsumfahrung der B 292 sein könnten. „Der neue Kreisel an der Zufahrt des Industriegebiets löste ein dort unmittelbar vorhandenes und drängendes Problem mit dem hohen Fahrzeugaufkommen. Und der Bau des Kreisels in Richtung Mühlhausen beendete einen verkehrstechnisch völlig unbefriedigenden und auch unfallträchtigen Zustand“, rief Geider in Erinnerung und hielt dabei zugleich fest, dass die Straßenbaubehörden von Bund und Land mit einer konkreten Planung für eine Ortsumfahrung von Östringen als Projekt des Bundesverkehrswegeplans 2030 noch gar nicht begonnen haben.

Wie Bürgermeister Geider beim Neujahrsempfang außerdem ankündigte, wird der größte Teil der städtischen Investitionen auch in kommenden Jahren in die Schulen und in die Kindergärten fließen. Nachdem 2019 der Außenspielbereich des Kindergartens St. Ulrich neu hergerichtet und der Kindergarten Johannes Bosco in Betrieb genommen werden konnte, stehen in diesem Jahr unter anderem die Einweihung der neuen sechsgruppigen Kindertagesstätte Maria Stern in Odenheim sowie der Beginn der Arbeiten für einen Anbau am Gebäude der Thomas-Morus-Realschule auf der städtischen Agenda. Fortgeführt werden darüber hinaus die umfangreichen Tiefbauarbeiten für ein klimaschonendes Nahwärmenetz im Kernort sowie der Ausbau der Breitbandversorgung mit Glasfaser in allen Stadtteilen. Mit Hochdruck arbeitet die Verwaltung zudem beispielsweise an den Vorbereitungen zur Erschließung des großen Baugebiets Dinkelberg IV, in dem bei weiterhin planmäßigem Verfahrensverlauf voraussichtlich ab 2022 bis zu 160 neue Wohngebäude entstehen können.

Viel Beifall gab es beim städtischen Neujahrsempfang jetzt auch nochmals für die hervorragend organisierten und gut besuchten Veranstaltungen des zurückliegenden 1.250-jährigen Odenheimer Ortsjubiläums „und 2022 dürfen wir uns 900 Jahre nach der urkundlichen Ersterwähnung von Tiefenbach bereits auf den nächsten Ortsgeburtstag freuen“, kündigte Bürgermeister Geider an.
Spürbar überrascht waren die Gäste der Veranstaltung von den in die Gestalt einer planzeichnerischen Projektskizze gefassten Überlegungen des Rathauschefs zu einer Erweiterung des Sportzentrums Soliswiesen. Wie Geider analysierte, gibt es im Bereich der baulichen Infrastruktur des städtischen Freibads sowie der Hallen und Clubheime der größeren Sportvereine des Kernorts ganz erheblichen Sanierungsbedarf, während gleichzeitig in der unmittelbaren Nachbarschaft von Schwimmbad und Schulsportpark noch genügen Platz für neue Einrichtungen wäre und auch die Schulen zusätzliche Kapazitäten für den Sportunterricht benötigen.

Seinen Vorstoß verstand Bürgermeister Geider als „einen ersten Impuls, einen Gedankenanstoß meinerseits, wie die dargestellten Herausforderungen gelöst werden könnten“ und hob zugleich hervor, dass die von ihm vorgetragenen Überlegungen zunächst im Gemeinderat „in der gebotenen Ausführlichkeit zu erörtern und zu bewerten“ sein werden.

Bei dem vom Trio Marco Vincenzi (Saxofon), Bert Lederer (Gitarre) und Michael Heise (Kontrabass) mit jazzigen Sounds umrahmten Empfang übermittelte Bürgermeisterstellvertreter Marc Weckemann die guten Wünsche der Mitglieder des Gemeinderats für das neue Jahr und überreichte Bürgermeistergattin Salina Geider ein Blumenpräsent. In seinem Grußwort an die Gäste des Neujahrsempfangs sah Weckemann die Stadt mit vielfältigen zukunftsweisenden Investitionsmaßnahmen auf einem guten Weg, mahnte allerdings auch an, weiterhin auf die Entwicklung des in den zurückliegenden Jahren deutlich zurückgeführten Schuldenstands zu achten und dem Prinzip einer sparsamen und soliden Haushaltsführung kontinuierlich Rechnung zu tragen. Zum Vorstoß des Bürgermeisters für neue Sportanlagen formulierte Weckemann kritisch, dass eine solche Initiative aus seiner Sicht „zunächst im Gemeinderat“ vorzuberaten und zu erörtern gewesen wäre.

Der evangelische Stadtpfarrer Markus Kempf übermittelte die Grüße der beiden christlichen Kirchengemeinden und warb unter Bezug auf die Jahreslosung „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Im Interviewteil des Neujahrsempfangs kam Bürgermeister Geider mit Jörg Menzel, Dezernent des Fachbereichs Umwelt und Technik im Karlsruher Landratsamt, zu den Themenkreisen Forstwirtschaft, nachhaltige Energieträger und Schaffung neuer Perspektiven für den Wohnungsbau ins Gespräch.

Redaktion: Wolfgang Braunecker / Stadt Östringen

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