Östringer Feuerwehr stellt neuen Rüstwagen in Dienst

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Hervorragend ausgestattet für die unterschiedlichsten Einsatzfälle

Schon allein wegen ihres umfangreichen Fachwissens betrachten aktive Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen ihre Einsatzfahrzeuge mit einem sachkundigeren und auch kritischeren Blick als andere Menschen. Wenn sich bei der aufmerksamen Begutachtung eines neuen Feuerwehrautos durch Wehrangehörige jedoch pure Begeisterung zeigt, dann scheint im Vorfeld einer solchen durchaus kostenträchtigen Beschaffung vieles richtig gelaufen zu sein. So wie jetzt in Östringen, wo die Abteilungswehr der Kernstadt vor wenigen Tagen ihren neuen Rüstwagen in Dienst stellen konnte.

Eine feierliche Einweihung des Feuerwehrmobils, das den Floriansjüngern bei den unterschiedlichsten Einsatzkonstellationen künftig wertvolle Hilfe leisten wird, musste wegen der momentan im Kontext der Corona-Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen zwar ausfallen. Abteilungskommandant Thomas Greulich ließ es sich nun zusammen mit seinen Stellvertretern Oliver Bienek und Philipp Büchel dennoch nicht nehmen, den nagelneuen Rüstwagen auf dem Kirchbergplatz vor dem Rathaus Bürgermeister Felix Geider persönlich zu präsentieren und dessen umfangreiches technisches „Innenleben“ näher vorzustellen.

Während der nach 31 Dienstjahren ausgemusterte bisherige Rüstwagen RW2 zwischenzeitlich auch an gewisse Leistungs- und neue Normgrenzen gestoßen war, ist der neue „RW“ mit seiner Ausrüstung auf der Höhe der Zeit und wahrlich ein „Alleskönner“, wie Abteilungskommandant Greulich im Gespräch mit dem Stadtoberhaupt nochmals bestätigte.

Die Ausrüstung des Fahrzeugs, das auf einem Fahrgestell der Marke MAN den Aufbau des in Oberbayern beheimateten Spezialausrüsters Lentner trägt, umfasst eine große Anzahl an Werkzeugen, weswegen der Rüstwagen in Kreisen der Feuerwehr auch gerne als „großer fahrender Werkzeugkoffer“ bezeichnet wird. Das Einsatzspektrum des Rüstwagens umfasst aufgrund der zahlreichen an Bord befindlichen Gerätschaften neben Verkehrs-, Gefahrgut- und Bauunfällen auch Brände sowie technische Hilfeleistungen wie zum Beispiel die Beseitigung von Ölspuren, die Öffnung von Türen, die Bergung von Fahrzeugen oder das Ausleuchten von Einsatzstellen. Dank der mitgeführten Beleuchtungs- und Warnmittel können zudem Einsatzstellen bedarfsgerecht ausgeleuchtet und abgesichert werden.

Der ob seiner imposanten Größe und der feuerroten Lackierung ohnehin schon auffällige Rüstwagen trägt eine umlaufende retroreflektierende Warnmarkierung, die beim Einsatz im fließenden Verkehr die Unfallrisiken weiter minimiert. Darüber hinaus sorgt auch das vollständig in LED-Technik ausgeführte Blaulicht für die frühzeitige Erkennbarkeit bei Tag und Nacht.

Zur Beladung zählen unter anderem ein Stromerzeuger mit einer Leistung von 35 Kilovoltampere, ein ausfahrbarer Lichtmast, eine starke Seilwinde sowie diverse Wassersauger und Tauchpumpen. An Bord befinden sich außerdem ein Rettungskorsett und weitere Hilfsmittel für die Bergung von Personen, bei denen eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist, zudem ein aus Rettungsschere, Rettungsspreizer, Pedalschneider sowie vier sogenannten Hydraulik-Stempeln bestehender hydraulischer Rettungssatz sowie darüber hinaus ein großes Arsenal weiterer Spezialwerkzeuge und besonderer technischer Gerätschaften.

Der fabrikfrische Rüstwagen, der an seiner neuen Wirkungsstätte im Kraichgau im Funkverkehr der Feuerwehr mit dem Rufnamen Florian Östringen 1/52 identifiziert wird, hat eine Besatzung von bis zu drei Feuerwehrleuten. Das Fahrzeug, das nach seiner Fertigstellung vor kurzem von vier Kameraden der Östringer Abteilungswehr in Hohenlinden im Landkreis Ebersberg abgeholt wurde, kann mit Blick auf seine Spezialausrüstung im Wege der Überlandhilfe auch für den Einsatz in den umliegenden Städten und Gemeinden angefordert werden.

Bürgermeister Geider zeigte sich nun bei der Inspektion des neuen Rüstwagens äußerst beeindruckt von der Leistungsfähigkeit und der vielseitigen Verwendbarkeit des Fahrzeugs. Für die Beschaffung von „Florian Östringen 1/52“ investierte die Stadt 473.000 Euro. Aus den Fördertöpfen des Landes und des Landkreises fließen zur anteiligen Finanzierung 130.000 Euro beziehungsweise 65.000 Euro, die restlichen Mittel muss Östringen aus dem eigenen kommunalen Haushalt aufbringen.

Redaktion: Wolfgang Braunecker / Stadt Östringen

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