Östringer Energiezentrale für das Nahwärmenetz wächst zügig in die Höhe

|

Leitungssystem des Verbunds soll bis zum Frühjahr komplett fertig sein

In Östringen sind die Rohbauarbeiten für das Heizwerk des neuen kommunalen Nahwärmenetzes inzwischen schon weit vorangeschritten. Ein Vierteljahr nach dem symbolischen ersten Spatenstich am 18. Mai ist die Kubatur der künftigen Energiezentrale, die sich an der Kreuzung der Joseph-Haydn-Straße mit der Wohnstraße Leiberg I in die Hanglage oberhalb des Leibniz-Gymnasiums einschmiegt, bereits gut zu erkennen.

Wichtigster Bestandteil des Heizhauses wird eine Holzhackschnitzelkesselanlage mit einer thermischen Leistung von 540 Kilowatt sein. Im Verbund mit zwei Blockheizkraftwerken kann dieses Aggregat mehr als 65 Prozent der im Einzugsgebiet zwischen dem Bildungszentrum im Süden und den Sportanlagen am Waldbuckel am nördlichen Siedlungsrand benötigten Wärmeenergie klimaschonend erzeugen. Für die Abdeckung von Spitzenlasten stehen innerhalb des Systems, das auch einen 60.000 Liter großen Pufferspeicher umfasst, darüber hinaus zwei Gaskessel mit neuester Brennwerttechnologie bereit. Die Lagerung der Holzhackschnitzel für die Kesselanlage erfolgt, von außen nicht sichtbar, in einem unterirdischen Bunker.

Realisiert wird das Heizwerk von der enercity Contracting GmbH, einer Tochtergesellschaft der enercity AG (ehemals Stadtwerke Hannover AG). Die enercity Contracting GmbH, die seit mittlerweile über 20 Jahren deutschlandweit mehr als 1.200 eigene oder gepachtete Heiz- und Energiezentralen betreut, wird das in kommunalem Eigentum verbleibende Östringer Nahwärmenetz zukünftig betreiben.

Während die Stadt alle an den Ausbaustrecken des Nahwärmenetzes gelegenen öffentlichen Einrichtungen mit einem Anschluss ausrüstet, zeigt sich mittlerweile auch bei vielen Eigentümern von privaten Wohn- und Geschäftsgebäuden im Einzugsgebiet

großes Interesse an dem Konzept. Nicht zuletzt auch vor diesem Hintergrund wird derzeit auf Basis einer vertraglichen Regelung zwischen der Stadt und der enercity Contracting GmbH zur weiteren Erhöhung des Leistungspotentials der Anlage auch schon die Integration des im Gebäude des Leibniz-Gymnasiums vorhandenen Heizkessels sowie eines dort zusätzlich geplanten Blockheizkraftwerks in die Erzeugung der Nahwärme für das Quartier vorbereitet. Die Gesamtkapazität der Energiezentrale, die zu Beginn der Heizperiode betriebsbereit sein soll, wird dann auf einen Wärmebedarf von deutlich mehr als fünf Gigawattstunden pro Jahr ausgelegt sein.

Die Arbeiten am Leitungsverbund, der vom Bildungszentrum im Süden quer durch das Stadtzentrum bis zu den Vereinshallen am Waldbuckel am nördlichen Stadtrand reicht, sollen bis zum Frühjahr vollständig abgeschlossen sein. Momentan gibt es zeitlich parallel gleich mehrere Baustellen, und zwar am Leiberg I, in der Keltergasse sowie in der Saarlandstraße. In den kommenden Wochen und Monaten werden dann auch die noch fehlenden Teilabschnitte zwischen Keltergasse und Heizhaus, über den Leibergplatz sowie von der Saarlandstraße über Hintere Straße und Georgstraße bis zur Dinkelbergstraße im Norden angegangen.

Redaktion: Wolfgang Braunecker / Stadt Östringen

Stimmt etwas nicht? Haben wir einen Fehler gemacht oder etwas vergessen? Sagen sie's uns! Hier finden Sie alle Kontaktmöglichkeiten mit unserer Redaktion.Ihr Feedback zählt!

Vorheriger Beitrag

Die Wiederentdeckung der Saalbach

Corona-Testzentrum des Rhein-Neckar-Kreises in Reilingen nimmt am 3. September den Betrieb auf

Nächster Beitrag