Moderater Anstieg der Corona-Fälle im Kraichgau

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Symbolbild von AnnaStills via envato

Ausbrüche in Pflegeheim und Industrieunternehmen – Infektionsgeschehen wird diffuser

In einer aktuellen Erklärung informiert das Landratsamt Karlsruhe über die derzeitige Entwicklungen der COVID-19-Fallzahlen. Zwar sei demnach auch hier der bundesweite Trend steigender Zahlen zu beobachten, der Anstieg fiele aber im Vergleich mit anderen Regionen verhalten aus. Im Stadt und Landkreis gibt es derzeit 282 Infizierte, davon entfallen 101 Fälle auf das Stadtgebiet von Karlsruhe, 181 auf das Umland.

Für den Landkreis Karlsruhe liegt die 7-Tage-Inzidenz, die Anzahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner, damit bei 21,1 – ein gutes Stück entfernt von der ersten kritischen Marke von 35, die weitere Einschränkungen nach sich ziehen würde.

Vergleichsweise größere Ausbrüche sind im Kraichgau derzeit in Bad Schönborn und in Kraichtal zu verzeichnen. In einem Pflegeheim im Bad Schönborner Ortsteil Langenbrücken haben sich sieben Bewohner und drei Angestellte mit Covid-19 infiziert, die Heimleitung und das Gesundheitsamt hatten daraufhin ein temporäres Besuchsverbot ausgesprochen.

Bereits am 23. September wurde ein Mitarbeiter eines Kraichtaler Industrieunternehmens positiv auf Covid-19 getestet. Daraufhin folgende Tests innerhalb der Belegschaft ergaben insgesamt zehn weitere Fälle – die betroffenen Mitarbeiter und deren Kontaktpersonen befinden sich derzeit in häuslicher Isolation. Um eventuelle, weitere Fälle identifizieren zu können, hat das Gesundheitsamt Nachtestungen veranlasst, deren Ergebnisse aktuell noch nicht vorliegen, so ein Behördensprecher gegenüber unserer Redaktion.

Vergleichsweise milde verläuft das Infektionsgeschehen derzeit an den Schulen in der Region. Bestätigte Fälle sind bisher an Schulen in Bruchsal, Östringen, Sinsheim, Ubstadt-Weiher und Kraichtal zu verzeichnen. Zwar gab es vereinzelte positiv getestete Fälle innerhalb der Schülerschaft, doch nur in vier Fällen ist es dann innerhalb der Schule auch zu weiteren Ansteckungen gekommen.

Laut Gesundheitsamt Karlsruhe ist es in der derzeitigen Situation noch möglich Infektionsketten zu unterbrechen und Kontaktpersonen zu ermitteln. Da aber der Arbeitsaufwand deutlich zugenommen habe, wird das Gesundheitsamt intern durch diesbezüglich zuvor geschulte Verwaltungskräfte aus anderen Teilen der Kreisverwaltung und auch aus der Stadtverwaltung Karlsruhe verstärkt

Als Zwischenfazit der aktuellen Lage bezeichnete der Landkreis des Infektionsgeschehen in der Region als diffus: Etwa drei Viertel der Neuinfektionen in den vergangenen beiden Wochen sind innerhalb von Familien zu verzeichnen, einer Reihe sonstiger Quellen zuzuordnen oder konnten keiner Quelle mehr zugeordnet werden. Deshalb appelliert der Leiter des Gesundheitsamts Dr. Peter Friebel weiter an die Verantwortung jedes Einzelnen. „Ob die Infektionszahlen weiter steigen, hat jeder von uns selbst in der Hand. Wer sich an die einfachen AHA-Maßnahmen – Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske tragen – hält und sorgsam im Umgang mit den eigenen sozialen Kontakten ist, tut ein Maximum, um Ansteckungen zu vermeiden.“

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