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Sauberer geht’s nicht – die neue AEMP in Bretten ist eröffnet

Ach schön, gleich die erste kryptische Abkürzung in der Überschrift, das geht ja gut los. Lassen Sie uns also gleich für Klarheit sorgen: AEMP steht für Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte und bezeichnet damit im Grunde eine der wichtigsten medizinischen Einrichtungen im Ökosystem eines Krankenhauses. Denn ohne diese vier Buchstaben geht hier gar nichts. Ohne sie gibt es kein sauberes OP-Besteck, keine sterilen medizinischen Gerätschaften und damit keinerlei Arbeitsgrundlage für so ziemlich jede medizinische Prozedur. Und weil eine solche Einrichtung so essenziell für den Betrieb einer Klinik ist, ist sie auch deren Achillesferse. Fällt das, was man früher unter Weißkitteln salopp „Steri“ genannt hat, aus, folgt ihm nach kürzester Zeit auch der restliche Krankenhausbetrieb.

Bei der RKH hat man sich daher für die Flucht nach vorne entschieden und sogar weit darüber hinaus. „Mein Ziel war es, tatsächlich eine der modernsten AEMPs in Deutschland aufzubauen, speziell auch im Kontext Ergonomie und Robotik“, fasst Roland Walther, Geschäftsführer der RKH Kliniken des Landkreises Karlsruhe gGmbH, der federführend hinter dem millionenschweren Bauvorhaben steht, seine Intention zusammen. Der Neubau ist auch ein Stück weit ein Befreiungsschlag, denn zum einen waren die Bestandseinrichtungen zuletzt in die Jahre gekommen, zum anderen ist man durch die neue moderne Einrichtung auch nicht mehr auf teure externe Anbieter angewiesen. Im Gegenteil – die AEMP hat bei seinen potenziellen Kapazitäten noch ordentlich Luft nach oben.

Am Ende wird alles gut. Bestens gelaunt zur Eröffnung: Roland Walther

Über viele Monate hinweg hat sich das Projekt gezogen, nun ist es endlich so weit: Die AEMP hat den Betrieb an ihrem neuen Standort auf dem Campus der RKH Rechbergklinik in Bretten aufgenommen und mit ihm eine neue Ära für die Sicherheit bei Operationen und Behandlungen. Mit der offiziellen Einweihung der hochmodernen Aufbereitungseinheit wurde hier nicht weniger als ein technologisches Zentrum geschaffen, das weit über die Kreisgrenzen hinausstrahlt. In dieser Einheit wird alles, was im OP-Alltag wiederverwendet wird – von chirurgischen Instrumenten bis hin zu Endoskopen – unter strengsten Auflagen gereinigt, sterilisiert und für den nächsten Einsatz vorbereitet.

Ein 30-Millionen-Euro-Projekt für die Region

Die Zahlen hinter dem Projekt sind nicht von schlechten Eltern: Knapp 30 Millionen Euro wurden in den rund 1.375 Quadratmeter großen Anbau investiert. Das Land Baden-Württemberg unterstützt das Vorhaben durch die Aufnahme in das Krankenhausbauprogramm, während der Landkreis Karlsruhe die weiteren Eigenmittel beisteuert. „Mit der neuen AEMP leben wir den Holding-Gedanken. Der Landkreis Karlsruhe und der Enzkreis schaffen gemeinsam eine größere Einheit, um die medizinische Versorgung in der Region nachhaltig zu stärken und sinnvoll zu ergänzen. Für die Einwohnerinnen und Einwohner spielen Landkreisgrenzen in Gesundheitsfragen im Alltag kaum eine Rolle, und auch wir wollen im Verbund Synergien dort nutzen, wo sie sich anbieten“, betonte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel für den Landkreis Karlsruhe bei der Einweihung.

„Die neue zentrale Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte in Bretten steht für das, was unser Gesundheitssystem in Baden-Württemberg stark macht: Zusammenarbeit, Verantwortung und Vertrauen. Das Bauvorhaben wurde daher in das Jahreskrankenhausprogramm 2026 aufgenommen. Dadurch trägt das Land mit der nun anstehenden Förderung zum Gelingen des Vorhabens bei. Die konkrete Fördersumme wird nach Abschluss aller Prüfungen feststehen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Dr. Ute Leidig. „Wenn Klinikträger ihre Kräfte bündeln, profitieren Patientinnen und Patienten durch höchste Qualität und Sicherheit. Das Land unterstützt diesen Kurs konsequent, weil eine verlässliche, zukunftsfeste Gesundheitsversorgung für alle Menschen unser gemeinsames Ziel ist“.

„Mit der neuen AEMP schaffen wir im RKH-Verbund eine hochleistungsfähige gemeinsame Infrastruktur, die weit über einen einzelnen Standort hinauswirkt. Wir bündeln hier Kompetenzen, um vier unserer Kliniken zuverlässig, digital und mit höchster Präzision zu versorgen. Diese Einheit ist nicht nur ein technisches Zentrum, sondern die neue Herzkammer für sichere Eingriffe im gesamten Verbund. Dass alle unsere Standorte von Bretten aus in gleicher Qualität versorgt werden, zeigt, wie stark wir als RKH Gesundheit sind, wenn wir unsere Kräfte bündeln“, so Dr. Marc Nickel, Gruppengeschäftsführer RKH Gesundheit. Ergänzend betonte Roland Walther: „Die Kliniken stehen mit ihrem ganzen Herzblut für ihren öffentlichen Versorgungsauftrag. Unsere neue AEMP wird einen essenziellen Beitrag dazu leisten, diesen auch in Zukunft nachhaltig und auf exzellentem Niveau zu erfüllen“. Für Brettens Oberbürgermeister Nico Morast ist die Standorterweiterung ein klares Bekenntnis zur Region und ein Meilenstein für die medizinische Versorgung im Mittelzentrum Bretten, der zudem rund 20 spezialisierte Arbeitsplätze sichert.

Kooperation über Landkreisgrenzen hinweg

Das Besondere an der neuen AEMP ist ihre Rolle als zentrale Versorgungsader. Sie bedient nicht nur die Rechbergklinik selbst, sondern versorgt insgesamt vier Standorte des RKH-Verbunds mit Sterilgut, darunter auch die Fürst-Stirum-Klinik in Bruchsal sowie die Enzkreiskliniken. Diese landkreisübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Karlsruhe und dem Enzkreis soll Synergien bündeln und die Gesundheitsversorgung nachhaltig stärken.

Maximale Sicherheit durch Digitalisierung

Technisch setzt die Anlage auf eine vollständige digitale Steuerung des gesamten Aufbereitungsprozesses. Um höchste hygienische Standards zu garantieren, ist der Neubau strikt in reine und unreine Bereiche getrennt. So lässt sich leicht nachvollziehen, wieso die feierliche Eröffnung in einem Zelt vor den Räumlichkeiten abgehalten wurde – regennasse Straßenschuhe vertragen sich eben nur bedingt mit der Sterilität eines Reinraums. Die Räume selbst dürfen nur von geschultem und handverlesenem Personal betreten werden. Das Team wird dabei übrigens ergänzt von elektronischen Mitarbeitern. Um die schwere Schlepperei, die bisher fest zum Arbeitsalltag gehörte, zu unterbinden, übernehmen mehrere Roboter künftig in der AEMP genau diesen Job.

Wie es in der neuen Einrichtung aussieht, welche Menschen hier wirken und wie die Arbeit im Einzelnen vonstattengeht, darüber berichten wir übrigens ausgiebig am kommenden Montag hier auf Hügelhelden.de – seien Sie versichert, das wird spannend.