Mein Garten, der Herbst und ich

|

Gärtnermeister Marcus Beyerle aus Ubstadt

Wie Hobbygärtner Ihren Garten auf die kalte Jahreszeit vorbereiten können

Die Tage werden länger, die Nächte kühler und das Laub färbt sich allmählich bunt. Das letzte Obst ist längst geerntet, die Gartenmöbel im Schuppen verstaut und im heimischen Garten kehrt Stück für Stück herbstliche Ruhe ein. Bevor Gartenbesitzer aber die Hände in den Schoß legen können, gibt es noch einiges zu tun und vieles zu beachten, weiß Gärtnermeister Marcus Beyerle aus Ubstadt. Da wäre zum einen die wochenlange Sisyphos-Arbeit mit dem fallenden Laub und die große Frage: Wohin mit dem bunten Blattwerk? Vom Einsatz eines Laubsaugers, rät Marcus in jedem Fall ab. Die Dinger sind laut, verbrauchen Energie, töten beim Saugen kleine Insekten und machen unterm Strich genauso viel Arbeit, wie die althergebrachten Methoden. Am besten ist dagegen immer noch der gute alte Laubrechen, mit dem sich das Laub entweder zu einem schönen Haufen zusammenrechen lässt, in dem beispielsweise Igel Unterschlupf finden können, oder um es als Frostschutz auf den Beeten im Garten zu verteilen. Als Ausnahme gilt hier übrigens das Laub von Nussbaum oder Eiche, dieses verrottet nur sehr langsam und sollte gesondert kompostiert werden.

Apropos Frostschutz! Vergessen Sie nicht ihre Wasserschläuche komplett zu entleeren und die Wasserhähne im Freien ebenso. Bei Minustemperaturen können die Leitungen sonst leicht wegen der Ausdehnung des Eises in ihrem Inneren platzen. Auch Wasserpumpen oder Regenfässer entleert man am besten frühzeitig.

Nicht nur wasserführende Gerätschaften sollten vor dem ersten Frost geschützt werden, auch so manche Pflanze verträgt deutliche Minustemperaturen nicht wirklich gut und sollte daher vor dem Winter entsprechend vorbereitet werden. Kübelpflanzen sollten auf jeden Fall ins Haus oder zumindest an einen wärmeren Aufstellungsort transportiert merken, rät Marcus Beyerle, ein lichtdurchfluteter Wintergarten, wo die Temperaturen nicht in den Minusbereich sinken, wäre hierfür natürlich ideal. Schutzbedürftig sind auch viele Blumenarten, wie beispielsweise Rosen. Diese sollten vor der ersten Kälte einige Zentimeter hoch mit Erde umhäuft werden, die Knollen von Dahlien oder Begonien gräbt man am besten gleich ganz aus und bringt sie im Haus in Sicherheit. Junge Pflanzen, frisch gepflanzte Gewächse und empfindliche Büsche, können Sie mit wärmendem Flies umhüllen und so vor Temperaturspitzen schützen.

Irgendwann im Herbst steht auch der letzte Rasenschnitt auf der Agenda eines Gärtners. Hierbei rät Marcus Beyerle den Rasenmäher so einzustellen, dass die Grashalme nur 3 bis 4 cm hoch stehen bleiben. Längere Halme werden sonst bei Schneefall plattgedrückt, woraufhin sich Schädlinge in der zusammengedrückten Masse ausbreiten könnten. Schnee ist zwar im Kraichgau mittlerweile eine exotische Seltenheit, hier darf man aber gerne auf Nummer sicher gehen.

Last but not least, können Sie natürlich auch an die Tierwelt denken, insbesondere an die Vögel, die über den Winter im Hügelland bleiben. Wie wäre es, wenn Sie an einem schmuddeligen Herbstwochenende etwas Zeit investieren um ein Vogelfutterhaus zu zimmern? Bauanleitungen für einfache Modelle finden sich haufenweise im Internet, wenn Sie lieber auf ein fertiges Haus setzen wollen, gibt es dieses auch schon für wenige Euro zu kaufen.

Übrigens, auch wenn der Garten im Winter vermeintlich tief und fest schläft, gibt es auch hier für einen Gärtner noch ab und zu ein paar Handgriffe zu erledigen, weiß Marcus Beyerle. Auch im Winter benötigen Pflanzen weiterhin Wasser, insbesondere während längerer, trockener Phasen. Achten Sie darauf, dass das Wasser nur ins Erdreich gelangt und nicht an den Ästen hängen bleibt, Frost und Astbruch könnten sonst die Folge sein. Etwa ab Februar sollten Sie im Haus damit beginnen, z.B. Gemüsesetzlinge zu pflanzen und auf die Aussaat im Frühjahr vorzubereiten. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt der Blick nach draußen und auf das Thermometer meist noch entmutigend ausfällt, können Sie sich aber dennoch ganz sicher sein: Der Frühling kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.

Stimmt etwas nicht? Haben wir einen Fehler gemacht oder etwas vergessen? Sagen sie's uns! Hier finden Sie alle Kontaktmöglichkeiten mit unserer Redaktion.Ihr Feedback zählt!

Vorheriger Beitrag

Eppinger Weihnachtsmarkt 2020 fällt aus

Metzgermeister Michael

Nächster Beitrag