Landkreis Karlsruhe bringt bedeutende Hochwasserschutzprojekte voran

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Der Hochwasserschutz im Landkreis Karlsruhe kommt weiter voran: Gleich drei bedeutende Genehmigungsverfahren wurden in den vergangenen Wochen abgeschlossen bzw. stehen kurz vor dem Abschluss. Darüber informierte die Verwaltung den Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag, 18. Juni, im Panoramasaal der Albtalverkehrsgesellschaft.

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir uns auf häufigere und intensivere Starkregen- und Hochwasserereignisse einstellen müssen. Hochwasserschutz ist deshalb eine zentrale Zukunftsaufgabe für unsere Städte und Gemeinden. Die aktuellen Projekte zeigen eindrucksvoll, wie eng Hochwasserschutz, Klimaanpassung und Flurneuordnung heute miteinander verknüpft sind. Mit den erreichten Verfahrensfortschritten schaffen wir wichtige Voraussetzungen, um die Menschen im Landkreis besser vor den Folgen extremer Wetterereignisse zu schützen“, so Landrat Dr. Christoph Schnaudigel.

Abgeschlossen sind inzwischen die Planfeststellungsverfahren für das Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt Ubstadt-Weiher sowie für das Hochwasserrückhaltebecken Bruchsal-Helmsheim. Kurz vor dem Abschluss steht zudem das Verfahren zur Wiederherstellung des hundertjährlichen Hochwasserschutzes an der Alb.

Das Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt Ubstadt-Weiher umfasst den Ausbau des Kraichbachs zwischen den Ortsteilen Ubstadt, Weiher und Stettfeld. Ziel ist es, einen Schutz vor einem statistisch hundertjährlichen Hochwasserereignis zu schaffen und gleichzeitig die ökologische Entwicklung des Gewässers im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie voranzubringen. Dazu werden unter anderem bestehende Dämme verlegt und neu gebaut sowie auf rund 700 Metern ein neuer Gewässerabschnitt des Kraichbachs angelegt. Sofern keine Klagen erhoben werden, wird der Planfeststellungsbeschluss Ende Juni bestandskräftig.

Ebenfalls abgeschlossen ist das Verfahren für das Hochwasserrückhaltebecken Bruchsal-Helmsheim. Das Becken zwischen Helmsheim und Gondelsheim soll künftig rund 380.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten können und damit den Hochwasserschutz für die unterliegenden Siedlungsgebiete deutlich verbessern. Sofern keine Klagen eingehen, wird der Planfeststellungsbeschluss Anfang Juli bestandskräftig.

Kurz vor der Fertigstellung steht außerdem der Planfeststellungsbeschluss für die Wiederherstellung des hundertjährlichen Hochwasserschutzes an der Alb. Die Städte Ettlingen und Karlsruhe planen hierfür ein umfangreiches Maßnahmenpaket. Kernstück ist der Neubau des Hochwasserrückhaltebeckens „Spinnerei groß“ oberhalb von Ettlingen mit einem Rückhaltevolumen von rund 1,3 Millionen Kubikmetern. Ergänzt wird das Vorhaben durch weitere Maßnahmen entlang des Erlengrabens sowie den Bau des Auslaufbauwerks im Zwischenspeicher Weiherwald, die den Hochwasserschutz für die Städte Ettlingen und Karlsruhe nachhaltig verbessern sollen. 

Neben den wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren spielt bei der Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und Starkregen die Flurneuordnung eine zunehmend wichtige Rolle. Dies gilt insbesondere für das Hochwasserrückhaltebecken Bruchsal-Helmsheim, für dessen Realisierung umfangreiche Flächen benötigt werden. Im Rahmen eines Flurneuordnungsverfahrens sollen dort nicht nur die erforderlichen Grundstücke bereitgestellt, sondern zugleich weitere Maßnahmen des kommunalen Starkregenkonzepts ermöglicht werden.

Welche Bedeutung die Flurneuordnung inzwischen für die Bewältigung aktueller Herausforderungen hat, wurde mit der Einweihung der neuen gemeinsamen Flurneuordnungsdienststelle der Landkreise Karlsruhe, Rastatt und des Enzkreises in Karlsruhe am 18. Mai unterstrichen. Diese Kooperation soll dazu beitragen, Infrastrukturprojekte, Maßnahmen zur Klimaanpassung sowie die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums landkreisübergreifend und noch effizienter umzusetzen.

Neben den nun weit fortgeschrittenen Vorhaben laufen im Landkreis Karlsruhe weitere bedeutende Hochwasserschutzverfahren. Dazu zählen insbesondere die Großprojekte Rheinpolder Bellenkopf-Rappenwört und Elisabethenwört.

Mitteilung des Landkreises Karlsruhe

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