Landkreis Karlsruhe als Vorbild: Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete zeigen Wirkung

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Der Landkreis Karlsruhe gilt bei Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete inzwischen als Vorbild: Wie das baden-württembergische Ministerium der Justiz und für Migration in einer Medieninformation mitteilt, ist der Kreis bei der Umsetzung der gesetzlich vorgesehenen gemeinnützigen Tätigkeiten besonders erfolgreich. Die Arbeitsgelegenheiten richten sich an Menschen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen und – etwa auf Bauhöfen, in Grünanlagen oder sozialen Einrichtungen – einfache, zusätzliche Arbeiten übernehmen. Ziel ist dabei nicht, reguläre Beschäftigung zu ersetzen, sondern Struktur, Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

Seit Anfang 2024 wirbt das Landratsamt Karlsruhe aktiv bei Städten, Gemeinden und gemeinnützigen Trägern für entsprechende Einsatzstellen. Dazu wurden das Thema in Bürgermeisterrunden und Informationsformaten vorgestellt sowie eine Handreichung zu rechtlichen Grundlagen und Abläufen erstellt. Eine zentrale Ansprechpartnerin im Landratsamt koordiniert die Plätze und unterstützt Kommunen bei der Organisation.

Nach Angaben des Ministeriums haben im Landkreis bereits sechs Städte Arbeitsgelegenheiten eingerichtet: Bruchsal, Philippsburg, Stutensee, Bretten, Östringen und Oberderdingen. Weitere Kommunen und Träger bereiten sich vor. Die Rückmeldungen seien überwiegend positiv, viele Stellen seien bereits mehrfach neu besetzt worden.

Ein wichtiger Partner ist dabei die BEQUA gGmbH, eine gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in Mitträgerschaft des Landkreises. Dort nehmen im Schnitt rund zehn Geflüchtete pro Monat an Arbeitsgelegenheiten teil – unter anderem in Kleiderkammer, Möbellager, Grüngruppe oder Reinigung. Bei Bedarf wird das Angebot durch Sozialberatung und Jobcoaching ergänzt, um den Übergang in reguläre Beschäftigung zu erleichtern.

Seit September 2024 finden zudem monatliche Informationsveranstaltungen vor Beginn der Einsätze statt. Insgesamt wurden laut Mitteilung bislang 368 Geflüchtete eingeladen, um Motivation und Eignung zu klären. Nur 59 Personen hätten eine Tätigkeit ohne Begründung abgelehnt oder abgebrochen – in diesen Fällen seien Leistungskürzungen erfolgt.

Als Beispiel nennt die Mitteilung unter anderem Bruchsal: Dort startete ein Pilotprojekt im Sommer 2024, bei dem Geflüchtete in verschiedenen Bereichen unterstützten – etwa bei der Pflege von Außenflächen, kleineren Reparaturen in Unterkünften oder bei Möbeltransporten. In Stutensee wurde im Januar 2025 eine Arbeitsgelegenheit eingerichtet, bei der ein junger Geflüchteter bis zu 20 Stunden pro Woche Hausmeisterdienste und Hilfsarbeiten übernimmt.