Der Ministerrat hat das Jahreskrankenhausbauprogramm 2026 beschlossen – und damit ein deutliches Signal an die Kliniklandschaft im Land gesendet. Insgesamt 248 Millionen Euro stellt Baden-Württemberg im kommenden Jahr für Investitionen an 20 Krankenhäusern bereit. Gefördert werden 14 konkrete Bauvorhaben sowie sechs sogenannte Planungsraten.
Wie das Innenministerium in einer Mitteilung an die Medien berichtet, sind im Doppelhaushalt 2025/2026 insgesamt rund 1,07 Milliarden Euro für die Investitionsförderung der Krankenhäuser eingeplant. Das sind rund 160 Millionen Euro mehr als im vorherigen Doppelhaushalt.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte die Bedeutung verlässlicher Finanzierung: Krankenhäuser könnten nur dann sinnvoll planen, wenn alle Partner ihre Aufgaben erfüllten. Das Land komme dieser Verantwortung nach. Gleichzeitig forderte er vom Bund eine angemessene Vergütung der Betriebskosten.
Auch Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha sieht das Land auf Kurs. In seiner Amtszeit habe er zehn Jahreskrankenhausbauprogramme mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro eingebracht. Mit dem Programm 2026 werde die Modernisierung der Kliniklandschaft präzise und bedarfsgerecht fortgesetzt.
Kritik übte Lucha allerdings an der geplanten Krankenhausreform des Bundes. Ohne mehr Gestaltungsspielräume für die Länder, eine realitätsnahe Definition von Krankenhausstandorten und Anpassungen bei der Vorhaltevergütung drohe die Reform an der Versorgungswirklichkeit vorbeizugehen. Baden-Württemberg erwarte hier zügige Nachbesserungen.
Das Programm umfasst Projekte in zahlreichen Städten und Regionen, darunter Stuttgart, Esslingen, Karlsruhe, Bretten, Rastatt, Baden-Baden, Offenburg, Lahr, Kehl, Emmendingen, Singen, Albbruck und Wangen im Allgäu.
Das größte Einzelprojekt ist das Zentralspital in Albbruck im Landkreis Waldshut. Nach bereits bewilligten Planungsraten soll das Vorhaben nun in die bauliche Umsetzung gehen.
In Esslingen und Offenburg werden Maßnahmen an Energiezentralen fortgeführt, in Baden-Baden stehen Brandschutzmaßnahmen am Klinikum Mittelbaden an. Auch funktionale Bereiche der medizinischen Infrastruktur werden modernisiert, etwa die Sterilgutversorgung am Westallgäu Klinikum Wangen und an der Rechbergklinik in Bretten sowie der Umbau der Pathologie am Städtischen Klinikum Karlsruhe.
Ein Schwerpunkt liegt zudem auf der Akutversorgung. Die zentralen Notaufnahmen am Marienhospital Stuttgart, am Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart und am Ostalb-Klinikum Aalen werden neu ausgerichtet. In Aalen entsteht zusätzlich ein Interims-OP, um die Versorgung bis zur Inbetriebnahme des Neubaus in Essingen sicherzustellen.
Weitere Mittel fließen unter anderem in Erweiterungen am Diakonie-Klinikum Stuttgart, an der Vulpius-Klinik in Bad Rappenau, am Epilepsiezentrum Kehl-Kork sowie bei den Kliniken Schmieder mit dem Haus Bärensee.
Neben laufenden Bauvorhaben unterstützt das Land mit sogenannten Planungsraten auch künftige Großprojekte. Dazu zählen die geplanten Zentralkliniken in Essingen, Rastatt, Lahr und Singen sowie Maßnahmen in Allensbach und Emmendingen. Ziel ist es, frühzeitig Planungssicherheit zu schaffen und die medizinische Versorgung im Land langfristig stabil und modern aufzustellen.
Mit dem Jahreskrankenhausbauprogramm 2026 setzt Baden-Württemberg damit seine Investitionsoffensive fort – verbunden mit der klaren Erwartung, dass auch der Bund seinen Beitrag zu einer tragfähigen Krankenhausreform leistet.
