Eröffnung der Bruchsaler Bahnquerung verzögert sich – Baufirma muss nachbessern

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Bauliche Mängel machen den Neubau der Dachkonstruktion auf der Westseite notwendig

Die offizielle Eröffnung der Bahnquerung, die zukünftig die Innenstadt und die Bahnstadt auf direktem Weg verbindet, verzögert sich. Der für Ende des Jahres geplante Einweihungstermin muss auf das kommende Jahr verschoben werden. Grund für diese Verschiebung sind bauliche Mängel im Bereich des Betondaches über dem westlichen Treppenzugang – dem Zugang der Gleisquerung von der Bahnstadt-Seite aus. Das mit der Ausführungsplanung und Herstellung des Daches beauftragte Unternehmen hat das Dach nach teil-weise mangelhaften Plänen hergestellt. Insbesondere wurden wohl Teile der Bewehrung an der falschen Stelle des Daches vorgesehen. Nach der Herstellung des Daches wurde bei einer routinemäßigen Prüfung festgestellt, dass die Durchbiegung der Überdachung um das Dreifache höher ist als geplant. Bei weiteren Untersuchungen wurde schnell klar, dass die Dachkonstruktion nicht standsicher ist. Um das Betondach temporär zu sichern, wird es derzeit mit Schwerlaststützen verstärkt.

„Die Ursache liegt offenbar in der mangelhaften Bewehrungsplanung. Die Planungsleistung war Teil des Bauauftrages. Damit ist das ausführende Unternehmen aus unserer Sicht für den baulichen Mangel verantwortlich und muss deshalb jetzt auch nachbessern“, sagt Oliver Krempel, Fachbereichsleiter Bauen und Liegenschaften bei der Stadt Bruchsal und Leiter des Stadtbauamtes. Die Stadt bemüht sich deshalb mit Nachdruck um eine zügige Schadensbehebung. Allerdings haben Nachberechnungen der Dachkonstruktion ergeben, dass nach derzeitigem Kenntnisstand die sinnvollste und vor allem sicherste Lösung ein Abbruch und Neubau des Daches ist. „Auch, wenn die Kosten für den Abbruch und den Neubau zu Lasten der ausführenden Firma gehen, hatten wir gehofft, dass diese Maßnahme nicht notwendig wird. Wir waren mit dem Gesamtprojekt sehr gut im Zeitplan und gerade die extrem fordernden Bauabschnitte im Gleisbereich wurden von der Baufirma planmäßig durchgeführt, insofern herrscht eine gewisse Frustration und Enttäuschung bei allen Beteiligten, dass wir so kurz vor der Eröffnung ausgebremst worden sind. Denn uns allen geht es schlussendlich um die Erstellung eines mängelfreien, tollen Bauwerks und eine schnellstmögliche Inbetriebnahme der Unter-führung“, so Oliver Krempel.

Derzeit laufen die Planungen für den Dachneubau auf Hochtouren. Vorgesehen ist ein Trag-und Arbeitsgerüst unter das jetzige Dach zu bauen, von dem aus ein koordinierter Abbruch und der anschließende Neubau erfolgen sol. „Nach derzeitigem Stand und bei einem milden und kurzen Winter schätzen wir, dass die Maßnahme im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein wird und wir die Gleisquerung dann ihrer Bestimmung übergeben können“, so der Leiter des Bruchsaler Stadtbauamtes. Zumal die eigentliche Unterführung weitgehend fertiggestellt ist. Trotz der sehr anspruchsvollen Maßnahme und vielen zu koordinierenden Akteuren sind die Bauarbeiten für die Querung weitestgehend völlig reibungslos verlaufen. Selbst die Einschränkungen durch die Pandemie haben den Ablauf nicht behindert. So wurden unter anderem schon die Beleuchtung eingebaut, die Bodenbeläge verlegt und die Wände gestrichen. Der Fahrstuhl im Zugangsbauwerk ist ebenfalls bis auf die Verkleidung hergestellt und funktionsfähig. Einzig die Treppenstufen und die Bodenbeläge im Eingangsbereich auf der Westseite müssen nach Fertigstellung des Daches noch eingebaut werden.

Pressemeldung der Stadt Bruchsal vom 17. November 2020.

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