Digitale Engel helfen mit Smartphone, Tablet und Co.

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Junge ehrenamtliche „Techies“ klären die Generation 60+ zum Umgang mit moderner Technologie auf

Gebannt sitzt die Seniorin am Tisch und schaut auf ihr Smartphone, das Michael Ries gerade in den Händen hält. „Das war nur ein Update“, beruhigt der junge Mann die sichtlich erleichterte Frau. „Da ändert sich nur das Aussehen der Benutzeroberfläche, also das, was Sie sehen, wenn Sie die App aufrufen und wo Sie Ihre Information eingeben. Ihre Infos sind alle noch da!“ Günter Schmidt erklärt einer Dame, wie sie ihre Fotos vom Handy auf den PC bringt oder zeigt wie Google Maps funktioniert.

Am Tisch nebendran erklärt Tim Dammert einem Herrn die Anmeldung des Tablets im WLAN und richtet das Mailprogramm ein, damit die E-Mails auch auf dem Handy abrufbar sind. Am nächsten Tisch gehen Christian Ries und eine rüstige Rentnerin die Schritte beim Bezahlen mit einer Smartwatch durch. Die „Digitalen Engel“ stehen einmal im Monat im Familienzentrum in Langenbrücken bereit, um älteren Menschen mit neuer Technik zu helfen. „Wir haben in unseren regelmäßigen Treffs gemerkt, dass immer wieder Fragen zur Nutzung aufkamen“, berichtet Quartierslotsin Sonja Franzke-Dammert. „Deshalb haben wir drei Tablets angeschafft, um die Menschen an die Technik zu gewöhnen.“ Hauptaugenmerk der „Digitalen Engeln“ sei es, die Nutzung der persönlichen Geräte zu erklären oder manchmal auch zu optimieren.

Die Hilfesuchenden bringen ihre Handys, Tablets, Smartwatches und Laptops mit. An Tischen im Familienzentrum wird dann die Hilfe kostenfrei angeboten. „Es macht Spaß, mit den Leuten so intensiv zu arbeiten und es ist immer wieder schön, wenn ich jemandem helfen konnte“, betont Victor Munos Pérez, der sich seit Beginn im Oktober miteinbringt.

Organisiert werden die „technischen Nachhilfestunden“ von der Gemeinde über die Seniorenarbeit. „Beim ersten Mal hatten wir mit sechs Fragenden schon mehr, die Hilfe suchten, als jene, die helfen konnten. Beim letzten Treff kamen schon 12 Personen mit Fragen. Daher sind wir weiterhin auf der Suche nach Digitalen Engeln“, erklärt Sonja Franke-Dammert. „Wir bündeln die Themen und versuchen gleiche Anliegen in kleinen Gruppen zu erklären, aber niemand kommt zu kurz und wir widmen uns auch nach wie vor den Personen einzeln, wenn sie besonderen Fragen haben.“

Die Hilfesuchenden sind sehr angetan von dem neuen Angebot. „Jetzt kann ich endlich mein Handy richtig nutzen“, schwärmt Karin Wienberg. „Ich habe sehr viel gelernt.“ Auch für Annemarie Wille hat sich der Besuch gelohnt. Nach einem ausführlichen Informationsgespräch wagt sie den Schritt in die digitale Welt und kauft sich mit 87 Jahren ihr erstes Smartphone.

Das Projekt „Digitale Engel“ ist ein Angebot von Bürgern für Bürger, organisiert von der Gemeinde. „Wir sind dankbar für die große Unterstützung und das Interesse Ehrenamtlicher, die uns dabei unterstützen, unsere Gemeinde auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Sei es als „digitale Engel“ oder in der „Smart City“ Projektgruppe“, dankt Bürgermeister Huge den Aktiven. Informationen oder Anmeldungen als helfender „Digitaler Engel“ sind bei Sonja Franzke-Dammert unter Telefon (07253) 870-212 möglich.

Redaktion: Nadja Ries

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