Die Oberöwisheimer Sonne scheint wieder

Die jungen Wilden im alten Gasthof

Es war ein trauriges Bild, dass die alte Gaststätte zur Sonne im Herzen von Oberöwisheim in den letzten Jahren abgab. Die Fenster dunkel und staubblind, kein Rauch aus dem Kamin, kein Leben in den alten Mauern. Seit 1779 war das Haus Nummer 13 in der Neuenwegstraße immer ein Gasthof gewesen – einst sogar mit eigener Brauerei und Brennerei. Viele Generationen lang war die Sonne im Besitz der Familie Hemberger, zuletzt konnte die gute Seele Johanna aber die anstrengenden Aufgaben der Wirtin nicht mehr wahrnehmen. Eine Weile führte Sie das Gasthaus noch als Lotto-Annahmestelle weiter und ging schließlich den Weg allen Irdischens. Viele Monate lang suchte die Erbengemeinschaft nach einem geeigneten Käufer für das rund 240 Jahre alte Haus und wurde nun endlich fündig. Mit dem jungen Lehrer-Ehepaar Simon und Stefanie konnten die alten Mauern in gute Hände übergeben werden. Bei einer kleinen Feier auf der viele Tränen flossen, übergaben die Hembergers nach zweieinhalb Jahrhunderten Familiengeschichte die alte Sonne nun in junge Hände.

Simon und Steffi haben indes ehrgeizige Pläne für die Sonne. Derzeit entkernen sie den alten Bau, legen Fachwerk frei und sanieren die in die Jahre gekommene Bausubstanz von Grund auf. Zeitdruck haben die beiden nicht – Gut Ding will Weile haben, so lautet das Motto der beiden Mitdreißiger. Simon kommt aus Münzesheim und lehrt derzeit an einer Bruchsaler Schule. Sein Papa hilft regelmäßig auf der Baustelle aus und ebenso Cousin Karsten, der in Menzingen als Zimmermann einen eigenen Holzbau-Betrieb hat. Steffi kommt ursprünglich aus Bad Saulgau und unterrichtet ebenfalls in Bruchsal. Die beiden sind fröhlich, immer gut gelaunt und so grundehrliche Seelen, wie man sie heute nicht mehr allzu oft findet. In der Sonne wollen Sie sich ein gemeinsames Leben aufbauen und andere daran teilhaben lassen.

Aus der Sonne wird eine Kultur und Musikkneipe

Eine klassische Schankwirtschaft soll die Sonne nicht mehr werden, doch planen Simon und Steffi im alten Gastraum eine Art Kultur und Musikkneipe ins Leben zu rufen. Insbesondere am Wochenende sollen hier Bands spielen, Poetry-Slams ausgetragen und Theaterstücke vorgetragen werden. Eine schöne Bereicherung für den kleinen Kraichtaler-Teilort! Musik ist ohnehin Simons Sache. In seiner Band Barn54 spielt er an der Seite von unglaublich talentierten Musikern aus aller Welt, mitunter richtige Haudegen an Bass, Mundharmonika und Gitarre. Blues und Crossover-Mucke aus dem wilden Süden der Staaten haben es Simon besonders angetan. Wenn noch Platz übrig bleibt, soll auch ein kleines Tonstudio in der Sonne entstehen – dazu kommen noch zwei kleine Ferienwohnungen im rückseitigen Anbau aus den Siebziger Jahren.

Doch bevor es soweit ist, wartet noch eine Menge Arbeit auf Simon und Steffi. Neue Stromleitungen und Wasseranschlüsse müssen gelegt werden und das Dach braucht auch eine Verjüngungskur. Eigentlich wollten die beiden schon Ende des Jahres einziehen, doch diese Prognose hat sich mittlerweile aufs Frühjahr 2018 verschoben. Spätestens dann gehen aber im Haus Nummer 13 die Lichter an und es wird wieder lebendig im einstigen Gasthaus. Auf das jeder im Dorf weiß: Die Oberöwisheimer Sonne scheint wieder

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