Der beste Grieche im Kraichgau wird 60

Wenn Thomas grillt, wird alles gut!

Welches Bild haben Sie vor Augen wenn Sie an ein griechisches Restaurant denken? Künstliche weiße Marmorsäulen und Syrtaki-Musik die schon vor dem Hauptgang Amok-Gelüste aufsteigen lässt? Ja, da liegen Sie wahrscheinlich in 90% aller Fälle gar nicht so verkehrt. Die Rose in Gondelsheim hat mit solchen Klischees nicht viel am Hut und ist im ersten Moment auch nicht als typisches, griechisches Lokal einzuordnen. Um es gleich vorweg zu sagen: Die Optik ist nicht der Grund warum Sie dort unbedingt einmal essen gehen sollten. Das Gasthaus liegt in einer kleinen Nebengasse der Gondelsheimer Hauptstraße und verströmt das typische Flair der späten 70er-Jahre. Auch der Name „Rose“ klingt in etwa so griechisch wie Syrtaki deutsch klingt. Einmal betreten erwartet den Gast eine Mischung aus Rigips-Platten an der Decke, altbackene Fließen auf dem Boden und Furniermöbel Marke „Gelsenkirchner Barock“. Doch das alles zählt nicht, nein – ist völlig schnurzpipsegal, wenn sie dann Thomas begegnen. An ihm führt auch kein Weg vorbei! Einmal weil er mit den Jahren ein gemütliches Bäuchlein angesetzt hat und weil sein Holzkohlegrill direkt hinter dem Eingang mitten im engen Durchgang liegt.

Zum 60. Geburtstag gratuliert ganz Gondelsheim

Thomas ist einer jener Menschen, die dafür geboren wurden Wirt zu sein. Er ist freundlich, echt und ehrlich. Man kann nicht anders, als ihn sofort gern zu haben. Nun ist der stämmige Wirt am Wochenende 60 Jahre alt geworden und hat dies im engen Kreis seiner Familie und seiner Freunde gefeiert. Auch Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp ließ es sich nicht nehmen einem seiner kultigsten Ehrenbürger einen Besuch abzustatten, herzlichst zu gratulieren und natürlich auch eine Kleinigkeit vom Grill zu essen.

Am Grill ist Thomas schließlich König! Was er auf Kohle und Flammen zaubert, gehört mit zum Besten was wir je gegessen haben. Saftige aromatische Leber, innen zarte und außen knusprige Lammkoteletts und ein Gyros das mit dem ersten Bissen abhängig macht. Dazu serviert er hausgemachtes, cremiges Zaziki und Oliven die gefühlt am Vortag noch im sanften Mittelmeerwind eines Olivenhains auf Mykonos gebaumelt haben. Die Portionen sind gigantisch und die Preise mehr als familienfreundlich. So kommt es auch, dass in der Rose immer was los ist. Angeregte Unterhaltungen, durch die Gänge sausende Kinder und immer wieder das kernige Lachen von Thomas wenn er eine seiner regelmäßigen Haus.. bzw Tischbesuche einlegt. Am Ende gibts dann noch einen eiskalten Ouzo aufs Haus und wenn Thomas dazu kommt auch noch zwei bis zwanzig dazu.

Die Rose ist ein Gasthaus wie es sein sollte. Gutes Essen und ein nunmehr 60-Jähriger Pfundskerl von Wirt lassen die ohnehin unwichtigen Defizite im Design vergessen. Kommen Sie mit ihrer ganzen Familie vorbei und nehmen Sie ordentlich Zeit und Geld fürs Taxi mit. Nach einem original-griechischen Gelage in der Rose werden Sie es brauchen.

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