Das geteilte Dorf – Zu Gast in Klein-Berlin

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Durch das bayerische Dorf Mödlareuth verlief einst die Grenze zwischen BRD und DDR

Wenn wir Lokal-Journalisten dieser Tage von der bevorstehenden Teilung ganzer Kraichgau-Dörfer durch die geplante Schließung der Bahnübergänge zwischen Bruchsal und Bretten schreiben, so dient dieses starke Bild primär der Illustration unserer Artikel, hat mit einer echten Teilung tatsächlich aber rein gar nichts zu tun.

Es gibt aber in der Tat ein Dorf, durch dessen Mitte jahrzehntelang eine Grenze verlief, die kälter, endgültiger und menschenverachtender nicht hätte sein können. Von 1952 bis 1989 durchlief die innerdeutsche Grenze zwischen Bundesrepublik und DDR das bayerische Dorf Mödlareuth, dort wo Bayern und Thüringen aufeinandertreffen. Mit Stacheldraht und Beton, gesichert durch Wachtürme, Grenzsoldaten, Hunde und Selbstschussanlagen, wurde nicht nur Mödlareuth, sondern ganz Deutschland über 40 Jahre lang in zwei Hälften zerschnitten. Erst am 9. November 1989 fiel diese Mauer zwischen Ost und West und das dunkle Kapitel der deutschen Teilung war endlich beendet. Der historische Tag des Mauerfalls jährte sich an diesem Wochenende nun zum 30. Mal und wurde in ganz Deutschland, insbesondere natürlich in Berlin, aber auch im bayerischen Mödlareuth gefeiert.

Ein Teil der Grenzanlagen, die das 40 Seelen-Dorf jahrzehntelang spalteten, kann hier immer noch betrachtet werden. Die Anlage ist Teil des deutsch-deutschen Museums, das bereits 1990 gegründet wurde. Nicht nur der originale und fast unveränderte Schauplatz des innerdörflichen Grenzgebietes auf den weitläufigen Freianlagen kann hier besichtigt, sondern auch die gesamte Geschichte der deutschen Teilung in einer aufwendigen Ausstellung erlebt werden. Von der Festsetzung der Besatzungszonen 1945 bis hin zur friedlichen Revolution 1989, hat das Museum diese bewegten Jahrzehnte in einer bewegenden Dauerausstellung eingänglich aufgearbeitet. Unzählige Exponate die die Grausamkeit und Unmenschlichkeit der Grenze selbst aufzeigen, sowie multimediale Augenzeugenberichte vermitteln ein eindrückliches Bild jener Epoche, die dieses Land über so lange Zeit prägte.

Die Geschichte des geteilten Mödlareuth, wurde übrigens auch in der teilweise auf historischen Tatsachen, teilweise aber auch fiktiven Fernsehserie Tannbach nacherzählt.

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