Bretten lebt und feiert 500 Jahre Reformation

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Dialog, Disput, Erneuerung. Mit diesen drei Schlagworten wird dieser Tage der Auftakt zu den Feierlichkeiten rund um den 500. Jahrestag des Flammpunktes der europäischen Reformation begangen.

Mit dem Anschlag der 95 Thesen zu Wittenberg setzte 1517 Martin Luther diesen großen Prozess in Gang, welcher sich wie ein Lauffeuer in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt ausbreitete. Mit der Reformation wurde den Menschen bewusst, dass jeder einzelne im direkten Kontakt zu Gott steht und die volle Verantwortung des eigenen Handelns übernehmen muss. Luther wischte das Bild einer Kirche, die sich richtend und kontrollierend zwischen die Menschen und Gott stellt, mit seinen Thesen einfach hinfort.

Um auch heutigen Generationen von der Tragkraft der damaligen Geschehnisse und ihren Auswirkungen bis in die Gegenwart zu erzählen, tourt derzeit ein großer Multimedia-Truck – das sogenannte Geschichtenmobil – quer durch Europa. Es fährt alle Städte entlang des europäischen Stationenweges an, die zu Schauplätzen der Reformation wurden. Bretten darf in diesem Kontext selbstredend nicht fehlen, schließlich lebte und wirkte hier der Humanist Philipp Melanchthon. Ohne dessen Rolle als enger Vertrauter und Freund Martin Luthers, wäre die Reformation in ihren weitreichenden Ausprägung nicht möglich gewesen. So machte das Geschichtenmobil am Mittwoch und am Donnerstag auch in Bretten Station. Zahlreiche Schulklassen und interessierte Brettener Bürgerinnen und Bürger nutzten an beiden Tagen die Chance, um sich über die Geschichte der Reformation und deren große Namen zu informieren.

Höhepunkt der Brettener Station des Geschichtenmobils war die dazugehörige gestrige Festveranstaltung in der Stiftskirche. Bis auf den letzten Platz war das evangelische Gotteshaus gefüllt – innerhalb kürzester Zeit waren die kostenlosen Karten für diesen besonderen Abend vergriffen. Angelehnt an Philipp Melanchthons Credo „Wir sind zum wechselseitigen Gespräch geboren“, stand an diesem Abend der Dialog im Mittelpunkt. In zwei hochkarätig besetzten Talkrunden diskutierten unter anderem der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Dr. Olav Fykse Tveit und Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh über die Bedeutung der Botschaften Melanchthons in der heutigen Zeit.

Auch das bunte Rahmenprogramm setzte sich auf humorvolle und liebevoll gestaltete Art und Weise mit Geist und Geltung der Reformation auseinander. Hervorragend inszenierten die Schauspieler des Guggemol-Theaters mehrere Szenen aus dem Leben Philipp Melanchthons, Martin Luther sprach in Person des Wittenberger Kirchmeisters Bernhard Naumann zu den Gästen und die passende Musik lieferte die Brettener Musikgruppe Löffelstilzchen.

Als besondere Ehre für die Stadt trug sich nach den Grußworten von Oberbürgermeister Martin Wollf und Pfarrer Dietrich Becker-Hinrichs schließlich noch das Oberhaupt des Weltkirchenrates, Dr. Olav Fykse Tveit, in das goldene Buch der Stadt Bretten ein.

ANZEIGE / WERBUNG – Transparenz: Werbung / Dieser Beitrag entstand im Zuge unserer Medienpartnerschaft mit der Stadt Bretten anlässlich des Stadtjubiläums 2017.

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