Auf ein Käffchen mit Darko

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Wo Sie den besten Kaffee im Kraichgau herbekommen? Nun, da gibt es viele Meinungen, meiner nach aber in einer alten Scheune mitten im kleinen Stettfeld.

Wie startet Ihr Tag? Hektisch, müde, chaotisch? Lassen Sie sich Zeit oder wird es irgendwie immer knapp? Bei mir ist es irgendetwas dazwischen. Doch für eine Sache schaufle ich mir immer etwas Raum frei – selbst wenn ich dafür ein ganzes Stück früher aus den Federn muss. Der erste Kaffee des Tages ist bei mir über die Jahre zu einem echten Ritual geworden: den Siebträger vorheizen, während der sieben Minuten, die er dafür braucht, eine schöne Tasse herrichten, das Milchkännchen befüllen und die Bohnen mahlen. Danach bei 93 Grad den Espresso 25 Sekunden lang in die Keramik laufen lassen, die Milch aufschäumen und sanft in den samtig-tiefbraunen Grund fließen lassen. An guten Tagen als Herz oder Tulpe, an den allermeisten Tagen dank meines Zitterns aber als eine Art wirre Rorschach-Zeichnung.

Währenddessen steht meine Frau neben mir, übergießt ihren Instant-Kaffee mit kochendem Wasser und kann mit dem Aufwand, den ich allmorgendlich betreibe, so gar nichts anfangen. Aber ich sage Ihnen: Wer einmal einen richtig guten Kaffee zubereitet und getrunken hat, für den gibt es absolut keinen Weg mehr zurück. Schuld an dieser Entwicklung ist ein Mann, der mich nicht nur angefixt hat, sondern praktischerweise gleich zu meinem Dealer geworden ist: Darko Pakrac, gebürtiger Güglinger mit kroatischen Wurzeln, gelernter Werkzeugmechaniker und seit einigen Jahren autodidaktischer Barista in seiner neuen Wahlheimat Stettfeld.

Seit 2022 röstet er in seiner umgebauten Scheune mitten im Dorfkern einen Kaffee, den ich in den Top Five der besten Cafés im ganzen Hügelland platzieren würde. Wer dort noch hineingehört? Zweifellos die Kreationen von Patrick und Jasmin aus dem Bruchsaler Phoenix Café, die von Salvatore aus der Brettener Rösterei Nerone und nicht zuletzt die von Simone aus der Eppinger Kaffeemanufaktur. Wahrscheinlich sogar noch ein paar Namen mehr. Ich teste gerne weiter, es stehen durchaus noch einige Adressen auf meiner To-do-Liste.

Darkos „Hard ’n‘ Heavy“ gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingskaffees, der Name ist dabei absolut Programm: ein schwerer, aromatischer, tiefschwarzer und intensiver Kaffee ohne Kompromisse. Zu haben in der Tüte für zu Hause oder an den beiden Öffnungstagen der „Coffeeneering Barn“ direkt vor Ort. Bei gutem Wetter sitzt man auf der Terrasse in Darkos Innenhof, direkt an seinem blauen, blubbernden Pool, bei schlechtem Wetter in der Scheune – in nächster Nähe zu den zwei Trommeln, die brummend die frisch angelieferten Bohnen aus aller Welt bei plus minus 200 Grad rösten.

Seine Leidenschaft für Kaffee hat Darko vor etwa zehn Jahren entdeckt, als er einen Röstkurs belegte, um herauszufinden, wie man auch hierzulande einen guten Kaffee zustande bekommt. An jeder Autobahnraststätte im Süden bekomme man einen besseren Kaffee als hier bei uns, erzählt er und grinst. Durch den Kurs bekam er Lust auf mehr und beschloss nach einigem Grübeln, den großen Sprung zu wagen. Er begann, die alte Scheune in Stettfeld zu renovieren, die schon dem Verfall preisgegeben war. In reiner Handarbeit, ohne fremde Hilfe, wuchs hier nicht nur sein kleines Café, sondern auch das eigene Refugium rund um Darkos Rösterei. Ich mag es, vor mich hinzutüfteln, erzählt er. Er verbringt hier einen Großteil seiner Zeit: rösten, verpacken, verkosten und immer wieder an neuen Sorten und Kreationen feilen. Neben dem „Hard ’n‘ Heavy“ gibt es auch noch den „Rock ’n‘ Roll“ und die „Symphonie“, jede einzelne Packung bedruckt mit Darkos Wappentier, dem schwarzen Raben.

Als er im Herbst 2022 direkt nach Corona sein kleines Geschäft in Stettfeld eröffnete, hätte ich zugegeben keine großen Summen darauf gesetzt, dass dieser Traum Bestand hat. Auf dem Dorf ist bekanntlich jede Gründung ein Abenteuer. Gerade nach Corona, als Gastgewerbe und Genussmittel nicht gerade hoch im Kurs standen, sahen die Chancen durchwachsen aus. Doch Darko hat mich Gott sei Dank eines Besseren belehrt. Er ist immer noch da, wenngleich die Zeiten für Röstereien nicht sonderlich leicht sind. Die Kaffeepreise sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Das Kilo kostet mittlerweile teilweise das Dreifache – einfach so an die Kunden weitergeben lässt sich das natürlich nicht. Die 26 Euro, die das Kilo bei ihm heute kostet, sind für viele eine Grenze, weiß Darko aus Erfahrung. Da könne er nicht einfach ohne Ende aufschlagen. Den Verkauf bei Partnern und in anderen Geschäften hat er deswegen stark zurückgefahren, da kaum Gewinnmarge übrig bleibt, wenn vom Endpreis noch etwas an den Vermittler abgeht.

Ans Aufgeben hat Darko aber keinen Moment lang gedacht, dafür macht ihm sein Beruf viel zu viel Spaß. Besonders an den beiden Öffnungstagen, wenn die Tische voll besetzt sind und er Kaffee im Akkord zubereitet, fühlt er sich wohl. Unter Menschen sein, mit Menschen sein, Menschen zusammenbringen – das ist für ihn etwas Wundervolles, worauf er sich jede Woche freut. Kaffee ist einfach ein Ritual, das man am besten in Gesellschaft genießt. Mit Ritualen kennt er sich ohnehin aus, sie sind auch Teil des Erfolgsrezepts seiner Ehe. Jeden Morgen bringe ich meiner Frau einen Kaffee ans Bett, jeden Abend hören wir uns zusammen zum Einschlafen eine Folge der Drei ??? an, erzählt er mir. Und wenn Sie jetzt sagen, das klingt nach einem Typen, den man mal getroffen haben sollte: Stimmt absolut. Zu finden ist er in seiner Scheune in Stettfeld – mittwochs (10–12 & 14–18 Uhr) und freitags (10–12 & 14–17 Uhr).

Transparenz: Diese Empfehlung basiert auf unseren eigenen Erfahrungen, wurde weder beauftragt, beeinflusst, bezahlt, noch anderweitig vergütet.

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5 Kommentare zu „Auf ein Käffchen mit Darko“

  1. Danke für den wirklich guten Tipp. Brühkaffe ist doch kein Kaffee, genauso wie Milka oder Lindt keine Schokolade sind, sondern irgendetwas sehr dubioses. verpackt mit sehr sehr viel Markteting.

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