Ab 2028 sollen sich die Östringer Windräder drehen  

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Gemeinderat wurde über den Planungs- und Verfahrensstand informiert 

Von Wolfgang Braunecker / Stadt Östringen

Die Mitglieder des Östringer Gemeinderats wurden jetzt bei ihrer zurückliegenden Sitzung über den Stand der Vorbereitungen zur Errichtung von Windenergieanlagen im Stadtgebiet unterrichtet. Bei der „Teilfortschreibung Windenergie“ des Regionalplans der Region Karlsruhe, die im vorigen Dezember von der zuständigen  Verbandsversammlung als Satzung beschlossen wurde, sind in der Raumnutzungskarte die Vorranggebiete für die Nutzung von Windenergie im Verbandsgebiet gesichert worden, darunter die Zone „WE 7 Östringen/Schindelberg“. 

Wie nun Natascha Rauchfuß und Nick Hofmann von der EnBW Windkraftprojekte GmbH, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, informierten, hat ihr Unternehmen auf Basis des regionalplanerischen Rahmens zum Vorranggebiet WE 7 die Vorarbeiten für den Bau und den Betrieb eines Windparks in den zwischen Östringen und Odenheim vorhandenen Waldlagen bereits weit vorangetrieben. Nach dem Konzept der EnBW Windkraftprojekte GmbH sollen im Östringer Windpark vier Windenergieanlagen des Typs Nordex N175/6.X mit einer Gesamthöhe von jeweils knapp 267 Metern realisiert werden, die unter optimalen Windverhältnissen zusammengenommen im Dauerbetrieb eine maximale elektrische Leistung von insgesamt 27,2 Megawatt erbringen können. Nach den Angaben auf der Internetpräsenz der EnBW kann damit der Strombedarf von bis zu 20.000 Haushalten gedeckt werden.

Wie bei der Gemeinderatssitzung zu erfahren war, ist der Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Östringer Windenergievorhabens sowie der parallel geplanten Windparks in Oberderdingen und Bruchsal bereits im vorigen Jahr eingereicht worden und für die kommenden Monate wird mit dem Eingang der diesbezüglichen Erlaubnis gerechnet. Beim immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren werden alle relevanten Auswirkungen eines Projekts auf den Menschen sowie auf Wild- und Nutztiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre, Klima sowie Kultur- und sonstige Sachgüter untersucht.

Nach Eingang dieser Genehmigung erfolgt die Ausschreibung der Projekte bei der Bundesnetzagentur, von der die Grundlagen für die finanzielle Förderung von Windkraftvorhaben ermittelt werden, und schließlich wird dann im Laufe des kommenden Jahres mit dem Zuschlag im Sinne des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gerechnet.

2027 soll nach derzeitigem Stand der Zeitpläne auch mit dem Bau der Anlagen des Windparks Östringen begonnen werden und deren Inbetriebnahme ist nach den Angaben von EnBW-Projektleiterin Rauchfüß für 2028 oder spätestens 2029 vorgemerkt.

Wie Bürgermeister Felix Geider bei der Gemeinderatssitzung nochmals bekräftigte, will Östringen die Realisierung von Windenergieanlagen im kommunalen Verbund einer gemeinsamen Projektgesellschaft mit der Stadt Oberderdingen angehen, die vor einem vergleichbaren Projekt steht. Der Östringer Gemeinderat, der im Übrigen den Bericht der Verwaltung und der EnBW Windkraftprojekte GmbH zum Verfahrensstand zur Kenntnis nahm, erteilte dem Rathauschef nun damit zusammenhängend bei zwei Gegenstimmen aus den Reihen der AfD ansonsten einmütig auch den Arbeitsauftrag zur Fortführung der diesbezüglichen Verhandlungen und Sondierungen. 

Die Prüfungen zur konkreten Festlegung der Zufahrten für die Anlieferung von Baumaterialien zu den künftigen Standorten der Windrotoren dauern derzeit noch an, informierten die Vertreter der EnBW Windkraftprojekte GmbH bei der Gemeinderatssitzung. Laut Nick Hofmann werden diese Wege vor allem mit Blick auf den Transport der Rotoren in aller Regel mit einer Breite von fünf Metern angelegt. Zum Einsatz sollen dabei sogenannte „Selbstfahrer“ kommen, die an den bestimmten Windflügeltyp   

sowie an die landschaftlichen Besonderheiten angepasst werden können. Mit Hilfe der ausgeklügelten Technik dieser speziellen Flügeltransporter kann das Rotorblatt auf der Zufahrt bei Bedarf auch schräggestellt und in der Aufhängung gedreht werden, um Engstellen zu passieren oder Kurvenradien zu minimieren.

Nach Identifizierung der optimalen Zufahrtsroute zu den künftigen Windradstandorten werden die Eigentümer der zu ihrer Realisierung benötigten Grundflächen zu einer Versammlung eingeladen, um die konkrete Vorgehensweise zu erläutern, kündigte jetzt Projektleiterin Natascha Rauchfuß an. 

Kritik zum vorgesehenen Bau von Windenergieanlagen äußerte bei der Sitzung des Östringer Gemeinderats der AfD-Fraktionsvorsitzende Jens Schäfer. „Diese Technik-Monster schädigen Natur und Umwelt“, sagte Schäfer, dem Bürgermeister Felix Geider allerdings damit zusammenhängend vorrechnete, dass die für die Dauer der Betriebszeit einer Windenergieanlage benötigte Fläche von 0,5 Hektar in eine Relation zur Gesamtfläche von mehr als 1.500 Hektar Wald im Stadtgebiet zu setzen sei. Auch seien Wiederaufforstungen an anderer Stelle zum Ausgleich für die Standorte der vier im Stadtwald geplanten Rotoren nach den Angaben des Rathauschefs bereits weitestgehend umgesetzt. 

Gegenüber CDU-Fraktionschef Marc Weckemann gab Geider ferner Auskunft, dass für das nördliche Teilsegment des Östringer Vorranggebiets, in dem die EnBW Windkraftprojekte GmbH keine Standorte vorgesehen hat, derzeit keine konkreten Interessenten oder  Bestrebungen bekannt seien. Eine Umsetzung in diesem Bereich sei bereits wegen des kleinparzelligen Zuschnitts der dort in der Feldflur vorhandenen Grundstücke ohnehin „eher unwahrscheinlich“, merkte der Bürgermeister ergänzend an.

Sehr eingehend werden bei Projekten zum Bau von Windrädern im Vorfeld die zu erwartende Geräuschentwicklung sowie der Schattenwurf der Rotoren begutachtet. 

„Unter Volllast gehen von den vorgesehenen Windenergieanlagen in einem Abstand von 200 Metern Schallemissionen von 50 dB(A) aus, informierte Projektkoordinatorin Rauchfuß zur Geräuschentwicklung und zum Schattenwurf der Flügel bei Sonnenschein hieß es, dass dabei ein vorgegebener Grenzwert von 8 Stunden pro Jahr beziehungsweise 30 Minuten pro Tag eingehalten werden müsse. Im Bedarfsfall werde bei der Genehmigung der Anlagen eine diesbezügliche Abschaltautomatik gefordert.

Ausführliche Informationen zum Windpark Östringen gibt es ab sofort auf der Website www.enbw.com/oestringen.

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8 Kommentare zu „Ab 2028 sollen sich die Östringer Windräder drehen  “

  1. AFD ist gegen Windkraft, aber will weiter Kohle, Gas, Verbrenner, und Atomkraftwerke.

    Alles deutlich besser für Natur und Umwelt.

    Jedes „Argument“ ist nur anstacheln, beschweren und motzen auf ganz hohem Niveau von Leuten die nie Teil einer Randgruppe waren und in einer Zeit groß geworden sind wo Rücksicht und Mangel anscheinend nicht teil des Wortschatzes waren.

  2. Das ist doch vollkommen RICHTIG so ! Alle Wälder abholzen und alle Ackerflächen zu Gunsten eines Solarparkes unbrauchbar machen. In Zukunft essen die Menschen eben Larven und anderes Getier. Das ist viel nahrhafter. Außeredem gibt es dann KEINE furzenden Kühe auf der Weide. Die wird man abschlachten.

  3. Nein zu den Windrädern. Wieder soll Wald verschwinden, wieder Natur zerstört! Wofür? Der Schaden, der dadurch entsteht, rechnet sich nicht, Schattenwurf, Lärm, Abrieb der Rotorblätter, etc. Wieder sollen Tiere weichen wegen ein paar lächerlicher Kilowattstunden, die man mit Solar erzeugen kann, aber nun allen, die sich fleißig bemüht und PV aufs Dach gebaut haben und damit jede Menge Strom erzeugt werden kann! einfach im Regen stehen. Wehren dagegen!

  4. Jeder will Erneuerbare Energie, aber nicht vor der eigenen Haustür… In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Weltlage so entwickelt wie Sie es gerade tut ist die Umsetzung neuer Windkraftanlagen im Ländle, meiner Meinung nach ein hervorragender Fortschritt.

    Und bevor wir an den Punkt kommen das wir im Südwesten, teuren Strom aus dem Norden kaufen müssen, sind Sicherheiten vor der eigenen Tür mehr als sinnvoll… wenn was für einen getan wird, scheint es auch nicht zufriedenstellend zu sein.

  5. Es ist erschreckend, welch Argumente hier wieder gegen die Räder vorgebracht werden. Mittlerweile kann man diese nur als dumm und demagogisch bezeichnen.
    Bald werden sich auch hier überall Windräder drehen!

  6. Viel Spaß beim Produzieren der „lächerlichen 27,2 MW“ mit Solaranlagen auf dem Dach!
    Andere „Technikmonster“ als Windräder kennt die AfD anscheinend nicht.
    Und 50 dB sind lächerlich im Vergleich zu an den Häusern vorbei donnernden LKW.
    Aber Rechnen ist nicht Jedermanns Sache…schon gar nicht die der AfD!

  7. Jeder will das neueste Handy, ein Smart-Home und für jeden Pups ein elektrisches Gerät. Somit muss man auch darüber nachdenken wo der Strom dafür her kommt und bereit sein bei der Energie-Gewinnung mit zu helfen.
    Wir haben schließlich nur einen Planeten!
    Und die Waldfläche für ein paar schmale Windräder mit einem ganzen Kohlekraftwerk oder AKW zu vergleichen ist wirklich an den Haaren herbei gezogen!

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