Kreistag fordert verbindliche Zusagen vom Land
Der Kreistag Karlsruhe hat am Donnerstag zentrale Beschlüsse zur Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs gefasst – und dabei deutliche Kritik an Bund und Land geäußert. Landrat Christoph Schnaudigel warnte, dass ohne verlässliche Finanzzusagen ein leistungsfähiger und bezahlbarer ÖPNV im Landkreis nicht länger gesichert sei.
Deutschlandticket bleibt finanzielles Risiko
Mit Blick auf die bundesweit beschlossene Preiserhöhung des Deutschlandtickets auf 63 Euro ab 2026 (JugendBW: 45 Euro) fordert der Kreistag erneut eine vollständige Finanzierung durch Bund und Land. Trotz zugesagter Mittel bleibt für 2026 ein bundesweites Defizit von rund 800 Millionen Euro. Der Landkreis lehnt es ab, Mindereinnahmen selbst auszugleichen, und unterstützt die Forderung nach einem verpflichtenden „Tarifanwendungsbefehl“ für das Land Baden-Württemberg.
Weichen gestellt für neuen Verkehrsverbund
Der Kreistag hat Landrat Christoph Schnaudigel ermächtigt, alle nötigen Vereinbarungen für die Neugründung eines gemeinsamen Verkehrsverbunds mit dem KVV, dem Enzkreis und der Stadt Pforzheim zu unterzeichnen. Durch diesen Zusammenschluss soll in allen beteiligten Gebieten künftig der KVV-Tarif gelten. Fahrgäste erhalten damit ein einheitliches Tarifsystem in einer eng verflochtenen Region, zugleich erwarten die Kommunen Kostenvorteile und stärkere Synergien.
Streit um Zuständigkeiten im Schienenverkehr
Schärfer fällt die Kritik des Landkreises beim Schienenpersonennahverkehr aus. Künftig sollen Vertragsänderungen nur akzeptiert werden, wenn das Land die Kosten vollständig übernimmt. Zudem wird eine Feststellungsklage geprüft, um die Zuständigkeit Baden-Württembergs für bestimmte Stadtbahnlinien (S1/S11/S12 und S31/S32) rechtlich klären zu lassen. Eine Übernahme dieser Leistungen durch das Land würde den Kreishaushalt jährlich um rund 13,4 Millionen Euro entlasten.
Schnaudigel forderte ein Ende der finanziellen Benachteiligung des Landkreises, nachdem das Land zugesagte Zuschüsse für den sogenannten Landesstandard ab 2025 gekürzt hatte.
Einigung mit der AVG über Altprojekte
Abschließend erkannte der Kreistag offene Forderungen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft aus Infrastrukturprojekten der 1990er Jahre grundsätzlich an. Die knapp 1,1 Millionen Euro sollen mit einem 15-Prozent-Abschlag innerhalb von fünf Jahren beglichen werden. Die Einigung beendet langjährige Abrechnungsstreitigkeiten.

Ein einziger Verschiebebahnhof der Kosten.🥴
Zug und Bahn fahren ist zweifellos die beste Alternative um den Nachhaltigkeitsgedankem zufördern, aber wenn Auto fahren billiger wird um nach Karlsruhe zu fahren , haben wir was nicht verstanden 😜. Und ob der Zug ohne Comfort überhaupt fährt , fang ich jetzt nicht !! Freunde des heiligen Cents ❗️