Forst will den Wechsel

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Böser zum Bürgermeister gewählt – Auch im zweiten Wahlgang spricht sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Forst für Hajo Böser aus

Es ist ein Ergebnis, dass keine Luft für viele Interpretationen lässt. Forst hat heute mit Hajo Böser einen neuen Bürgermeister gewählt und den  Amtsinhaber Bernd Killinger mit ebenso deutlichem Ergebnis abgewählt.  Es war kein “Kopf an Kopf Rennen”, es war noch nicht einmal knapp, die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Hajo Böser, 57, der im ersten Wahlgang schon mit überraschenden 46,3 Prozent aufhorchen ließ, hat in der Stichwahl nachgelegt und ein weiteres Mal abgeliefert. Rund 66 Prozent für Böser, ca. 33 Prozent für den abgewählten Bernd Killinger: Kein knapper Sieg, ein markantes Votum wie eine Schlagzeile. Die Bürger:innen wollten den Wechsel, daran ließen sie heute keinen Zweifel.

Die nackten Zahlen:

Hajo Böser kommt nach vorläufigen Ergebnis auf 2.154 Stimmen oder 66,07%, Bernd Killinger auf 1.106 Stimmen oder 33,93 % – also etwa die Hälfte seines Herausforderers.

Schadenfreude sollte es aber bei einer demokratischen und fairen Wahl nicht geben. Manche deuten das Ergebnis als „Klatsche“ für den Amtsinhaber – doch dieser Begriff trifft nicht zwangsläufig den Kern der Sache. Denn eine Wahlentscheidung muss nicht zwingend eine Abrechnung sein. Manchmal geht es schlicht um Aufbruch, um den Wunsch nach neuem Schwung, und das lässt sich auch ohne polemische Untertöne ausdrücken.

Aber es ist wie es ist und was bestellt wurde, muss nun auch geliefert werden. Böser tritt an mit dem Versprechen „100 % Forst“ und dem Pflock Nummero Uno unter vielen, die er einzuschlagen gedenkt: „Net schwätzä – schaffä!“ – eine klare Ansage, die wenig Raum für leere Versprechungen lässt. Ob der Gemeinderat ihn dabei unterstützt, bleibt abzuwarten. Dass sich im Wahlkampf alle Fraktionen hinter ihn stellten, wird ihm den Start jedoch zweifelsohne erleichtern. Und eines ist klar: Mit diesem Ergebnis hat Böser nicht nur ein Mandat, sondern einen handfesten Auftrag. 

Als am Sonntagabend der letzte der acht Wahlbezirke in Forst ausgezählt war, das vorläufige Ergebnis feststand – Jubel auf dem Rathausplatz und auch der frisch gewählte Bürgermeister zeigt sich erleichtert: „Jetzt geht mir es gut, weil die Anspannung natürlich jetzt weg ist, nach der Woche des Wahlkampfes. Jetzt fühlt es sich richtig gut an“, so Hajo Böser in einem ersten Statement.

Auch Amtsinhaber Bernd Killinger mischt sich unter die Menge, wenn gleich natürlich resigniert, eingedenk des deutlichen Ergebnisses. Dennoch gibt er sich trotz der Wahlniederlage fair und versöhnlich – zeigt Größe: „Naja, ich habe am Wunder gearbeitet und aufs Wunder gehofft, aber ich war immer pragmatisch genug, dass ich wahrscheinlich heute eher zum Gratulieren für Hajo Böser gebraucht werde. Und ich wünsche ihm von Herzen alles Gute und hoffe, dass Forst gemeinschaftlich und geschlossen weitermarschieren kann.“

Jetzt liegt der Ball bei Hajo Böser.  Er muss das Tempo bringen und halten, das er im Wahlkampf vorgegeben hat.”Ich mag auch kein langes Hin und Her, keine Entscheidungsfindung über Monate hinweg, kein zögerliches Abwarten. Ich bin entscheidungsfreudig, will anpacken. Zuwider ist mir, etwas auf die lange Bank zu schieben”, schreibt er auf seiner Webseite. Ein Ansinnen, das bekanntermaßen nicht immer kompatibel mit den zuweilen langwierigen bürokratischen Prozessen in der Kommunalverwaltung ist.  Was Böser daraus macht, werden die kommenden acht Jahre zeigen. Man darf ihm Erfolg wünschen und auch das Forst wieder zur Ruhe kommt, nach einem Wahlkampf der allen Beteiligten viel abverlangt hat.