Bretten sagt Gartenschau ab – Gemeinderat votiert fast geschlossen gegen Großveranstaltung
Es ist ein Vorgang mit Signalwirkung: Mit breiter Mehrheit hat sich der Gemeinderat der Stadt Bretten gegen die Austragung der für 2031 geplanten Gartenschau entschieden. In der Sitzung am Dienstagabend stimmten 20 von 25 Ratsmitgliedern gegen die Durchführung der Großveranstaltung. Drei Mitglieder votierten dagegen, zwei enthielten sich.
Die Entscheidung kommt nicht überraschend – schon seit Monaten war klar, dass das ambitionierte 34-Millionen-Euro-Projekt angesichts der angespannten Haushaltslage auf wackeligen Beinen stand. Dennoch ist es landesweit ein Novum: Noch nie zuvor hat eine Stadt in Baden-Württemberg eine bereits zugesprochene Gartenschau in einem so frühen Stadium wieder abgesagt.
Oberbürgermeister Nico Morast zeichnete vor der Abstimmung die bisherigen Planungen nach und lobte die sachliche Diskussion der letzten Monate. „Wir haben alle Fakten offen diskutiert, eine sorgfältige Abwägung vorgenommen und gemeinsam zu einer tragfähigen Entscheidung gefunden“, betonte er.
Eine kontroverse Debatte blieb aus – stattdessen verlas Gemeinderat Thomas Rebel eine fraktionsübergreifende Erklärung: Die Entscheidung sei schwergefallen, aber „kein Rückschritt – sondern ein Schritt der Vernunft“. Es gelte nun, die wertvollen Impulse aus der bisherigen Planung aufzugreifen und in realisierbare Projekte zu überführen.
Konkret will die Stadt die Stadtentwicklung in der Sporgasse sowie im Bereich Simmelturm/Withumanlage mit Nachdruck vorantreiben. Auch die innerstädtischen Bachläufe von Saalbach, Salzach und Weißach sollen als grün-blaue Achsen im Sinne der ursprünglichen Gartenschauplanung weiterentwickelt werden.
Oberbürgermeister Morast kündigte an, die Bürgerschaft über Workshops intensiv in die künftige Stadtentwicklung einzubinden.
Mehr Hintergründe, Reaktionen und eine ausführliche Analyse der Entscheidung lesen Sie am Montag in unserem großen Bericht zur abgesagten Gartenschau.

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