Wenn Liebe blind macht

 

blindWie haben es die Beatles so schön gesagt: „All you need is love – Alles was du brauchst ist Liebe“. Doch was tun, wenn sich diese einfach nicht finden lässt. Nicht jeder von uns hat das große Glück, seiner Traumfrau oder seinem Traummann bereits begegnet zu sein. Im Jahr 2014 bieten das Internet und unzählige Single-Börsen hier Abhilfe – solange man nicht vergisst wie oft der Schein bekanntlich trügen kann. Es ist ein offenes Geheimnis, das auch viele schwarze Schafe auf diesen Plattformen unterwegs sind. So hat man bereits von „Profi-Singles“ gehört die für manche Dating-Seiten unterwegs sind um den hoffnungslosen Fällen, — nun ja – Hoffnung vorzugaukeln. Es gibt zwar sicher für jeden Topf einen Deckel, aber den zu finden ist oftmals schwer.

Doch damit nicht genug. Die Anonymität des Internets wird auch von vielen windigen Geschäftemachern missbraucht um sich die Einsamkeit vieler Menschen zunutze zu machen. Gerade ist einmal wieder ein solcher Fall im westlichen Kraichgau bekannt geworden. Eine einsame Frau lernt via Internet  einen Mann kennen. Ein netter Kerl – ist ja klar. Es wird gechattet und geflirtet was das Zeug hält.  Per Mail, Telefon, SMS und Co. Ende März sollte endlich ein persönlicher Treff mit der vermeintlich großen Liebe stattfinden. Es kam, wie es kommen musste – der Herr konnte nicht kommen, weil er einen Beinbruch gehabt habe und nun im Krankenhaus läge. Dazu kämen noch die Hotel- und Flugkosten und berufliche Schwierigkeiten. Was tut der hilfsbereite und einsame Mensch? Man kann es sich schweren Herzens leicht vorstellen: Die Frau überweist dem Mann in rund 22 Zahlungen die Summe von 24.000 Euro, wozu Sie auch noch ein Kredit aufnehmen musste. Müssig zu erwähnen, das Sie weder den Mann noch das viele Geld jemals wieder zu Gesicht bekommen hat.

Selbst schuld, werden nun viele skandieren. Was fällt Sie auch auf so einen uralten Trick rein. Ganz so leicht ist es nicht. Die Einsamkeit ist eine Krankheit mit der wir Menschen uns niemals abfinden können – das Herz will eben was das Herz will, auch wenn dabei der Kopf stark an Einfluss verliert. Daran ist nichts schändliches zu finden. Die eigentliche Sauerei wird von jenen Menschen begangen, die ihre einsamen Artgenossen derart ausnutzen und auf lange Zeit brechen. Was bleibt ist noch mehr Einsamkeit, Rückzug und Scham. Die Dunkelziffer bei diesen Verbrechen dürfte eben wegen dieser Schamgefühle schwindelerregend hoch sein.

Allein zu sein! Drei Worte, leicht zu sagen,
und doch so schwer, so endlos schwer zu tragen.

Adelbert von Chamisso (1781 – 1838), eigentlich Louis Charles-Adélaïde de Chamisso de Boncourt, deutsch-französischer Dichter und Naturforscher

 

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