Ubstadt-Weiher setzt auf Windkraft nahe der Autobahn

windradEinstimmig hat der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung entschieden, dass lediglich ein Standort für die Errichtung von Windrädern ausgewiesen werden soll. Diese Fläche liegt am äußersten Rand von Weiher, westlich bzw. östlich der Bundesautobahn A 5, im Wald. Die am nächsten gelegene mögliche Wohnbebauung ist mindestens 1.000 m entfernt, wobei gemäß dem Windenergieatlas von Baden-Württemberg diese Abstandsfläche lediglich 700 m betragen muss. Der Grund für die Aufstellung des Flächennutzungsplanes für Windenergie liegt darin, dass durch die Änderung des Landesplanungsgesetzes zukünftig Windräder generell im Außenbereich errichtet werden dürfen, sofern keine sonstigen öffentlich-rechtlichen Belange entgegenstehen. Dies kann dazu führen, dass eine ungeordnete Entwicklung und eine Verspargelung der Landschaft einsetzt. Mit einem sachlichen Teilflächennutzungsplan kann die Gemeinde jedoch sicherstellen, dass Windräder nur noch in bestimmten Bereichen errichtet werden dürfen. Obwohl das Windaufkommen in Ubstadt-Weiher im Vergleich zu anderen Regionen sehr gering und die Gemarkung somit für Betreiber von Windenergieanlagen sehr unattraktiv ist, hatte der Gemeinderat entschieden einen solchen Flächennutzungsplan aufzustellen. Denn letztendlich hat die Vergangenheit gezeigt, dass durch die fortschreitende Technik immer größere und effektivere Windkraftanlagen möglich sind, die auch bei nicht optimalen Windverhältnissen rentabel betrieben werden können.

In einem ersten Schritt wurde das gesamte Gemarkungsgebiet unter die Lupe genommen und Zug um Zug alle Gebiete ausgeschlossen, die aufgrund von Ausschlusskriterien wie zum Beispiel Landschafts- und Naturschutzgebiete oder Schutzabständen zu Wohnbauflächen für eine Nutzung für Windkraftanlagen nicht in Frage kommen. Die übrig gebliebenen drei Bereiche wurden dann nochmals im Detail überprüft und es wurde eine artenschutzrechtliche Untersuchung durchgeführt. Desweiteren fand eine umfangreiche Behördenbeteiligung sowie ein Bürgergespräch statt. Unterm Strich kam das beauftragte Planungsbüro zu dem Ergebnis, dass von den ursprünglich drei vorhandenen Bereichen lediglich noch der Standort entlang der Autobahn weiter verfolgt werden soll. Die beiden anderen Bereiche, die zwischen Zeutern und Östringen bzw. am Ortsrand von Ubstadt, Richtung Unteröwisheim liegen, sollen nicht weiter verfolgt werden, da aufgrund der regionalplanerischen Aussagen, verbunden mit den Vorgaben des Landschafts- und Naturschutzes die Gebiete so klein werden, dass die Voraussetzungen für eine sinnvolle Ausweisung von Standorten für Windräder nicht mehr gegeben sind. Wenn alles nach Plan läuft, soll das Flächennutzungsplanverfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

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