Tod in der JVA Bruchsal: Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung ein

DSC06636Der Fall des verstorbenen Häftlings in der JVA Bruchsal schlägt immer höhere Wellen. Nun liegt das Untersuchungsergebnis der Rechtsmedizin vor: Offenbar starb der Mann an Mangelernährung. Mehr dazu in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe:

JVA Bruchsal: Staatsanwaltschaft Karlsruhe leitet Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung ein

Im Fall des am 09.08.2014 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal tot aufgefundenen Gefangenen hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Das Verfahren betrifft den suspendierten Anstaltsleiter sowie eine mit der medizinischen Betreuung des Gefangenen befasste Ärztin.

Das jetzt vorliegende rechtsmedizinische Gutachten der Universität Heidelberg kommt zu dem Ergebnis, dass die Kombination der medizinischen Befunde dafür spreche, dass der Gefangene aufgrund einer Mangel- bzw. Unterernährung gestorben sei. Die Ergebnisse der in Auftrag gegebenen chemisch-toxikologischen Untersuchung stehen noch aus. Nach den bisherigen Erkenntnissen erscheint es möglich, dass es die Verantwortlichen der JVA fahrlässig unterlassen haben, dem Gefangenen die notwendige medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Ob tatsächlich strafrechtlich relevante Versäumnisse vorliegen, ist indes nach wie vor offen und soll durch die weiteren Ermittlungen geklärt werden. Diese richten sich insbesondere darauf, ob und wann erkennbar war, dass der Gefangene einer medizinischen Versorgung bedurfte und welche geeigneten Maßnahmen von der JVA hätten getroffen werden können.

Die beiden weiteren Bediensteten, gegen die seitens des Justizministeriums Baden-Württemberg disziplinarische Schritte eingeleitet worden waren, sind von dem Verfahren nicht betroffen. Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Unterlassungen haben sich gegenüber diesen Bediensteten nicht ergeben.

Der 1,85 m große Gefangene wog bei seinem Tod noch 57 kg und hatte sich nach derzeitigem Erkenntnisstand unter Verweigerung der Gefängnisverpflegung über Monate überwiegend von selbst gekauftem Müsli ernährt. (PM)

Bild: Symboldarstellung

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