Tiefenbacher Schildbürger

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Für die gute Sache – “Face Shields” aus dem Kraichgau

Markus, Cedric, Simon und David sind echte Macher… oder Maker wie man sie in der Szene nennt. Man kann sie sich ein wenig wie “Hightech Heimwerker” vorstellen. Die vier Freunde aus Östringen und Kraichtal basteln allerdings keine Nachttischlampen oder Küchenregale, sondern tüfteln und erschaffen völlig neue Gegenstände und Artefakte. Die Produktion wird dabei vollständig durch moderne Technik und Computer-Algorithmen gestützt – das fertige Werkstück am Ende mitunter durch einen 3D Drucker produziert.

In Markus kleiner Dachgeschosswohnung im Östringer Stadtteil Tiefenbach surren und arbeiten derzeit gleich mehrere dieser Hightech-Maschinen im Dauereinsatz. Alle paar Stunden wird auf diese Weise eine neue Komponente fertig, die es für die Herstellung sogenannter “Face Shields” braucht. Dabei handelt es sich um Plastik-Visiere, die sich beispielsweise Ärzte oder Pflegekräfte vor das Gesicht schnallen können, um sich vor Tröpfcheninfektionen bei ihrer täglichen Arbeit mit Patienten zu schützen.

Auf die Idee ihre Produktion komplett auf “face shields” umzustellen, kamen die vier Freunde durch die offensichtlichen Versorgungsmängel mit medizinischer Schutzausrüstung, die im Zuge der Corona Krise teilweise bedrohliche Ausmaße angenommen hat. Inspiriert von der bundesweiten Bewegung “Maker vs. Virus”, die Maker mit Menschen bzw. Organisationen mit dringendem Bedarf nach Schutzausrüstung zusammenbringen sollen, haben auch sie beschlossen ihr Können und ihre Ausrüstung in den Dienst der guten Sache zu stellen. Mit allgemein zugänglichen Bauplänen und Blaupausen aus dem Internet produzieren sie seither die “Face Shields” am laufenden Band. Während Markus die Halterungen druckt, produziert Cedric mit seinem CO2 Laser die passenden Kunststoff-Visiere.

Der erste Abnehmer für den äußerst professionell aussehenden und dazu sehr funktionalen Gesichtsschutz, war der gemeinsame Freund und Odenheimer Arzt Dr. Thomas Wiesemann. Wie so viele Ärzte im Land war auch Thomas auf der dringenden Suche nach Schutzausrüstung um seinen Praxisbetrieb aufrechterhalten zu können – den Masken aus Tiefenbach bescheinigt er eine außergewöhnlich gute Qualität und setzt diese seither täglich ein.

“Wir wissen wie man die Face Shields herstellt und auf was es darauf ankommt”, erzählt uns Markus, der im wirklichen Leben im Kundendienst von BLANCO professional in Oberderdingen arbeitet. “Was uns nun aber fehlt, sind Kontakte zu Menschen, die diese wirklich dringend benötigen”.

Um diese Kontakte herstellen zu können, haben sich Markus und seine Freunde daher an uns gewandt, um über unsere Reichweite mögliche Abnehmer erreichen zu können. Ihr Angebot könnte dabei großzügiger nicht ausfallen: Krankenhäuser, Arztpraxen oder Pflegeeinrichtungen die Bedarf an solchen Schutzvorrichtungen haben, können sich sofort und unbürokratisch mit Markus in Verbindung setzen. Die Produktion und Abgabe der “face shields” erfolgt dabei komplett kostenfrei und nur für die gute Sache. Einzig um die hohen Ausgaben für das preislich explodierte Filament zu stemmen, bitten die Freunde über eine “wishlist” von Amazon um Unterstützung beim Kauf der nötigen Rohmasse für ihre 3D Drucker.

Wir ernsthaftes Interesse an den “face shields” der Freunde hat und wirklich essentiell auf diesen Schutz angewiesen ist, der findet weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten in der Facebook-Gruppe der Jungs “3D Druck gegen Corona”. Zudem gibt es eine eigens hierfür eingerichtete E-Mail-Adresse für Interessenten: 3DSpuckschutz@Gmail.com

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