Streit ums Forster Hallenbad

Streit ums Forster HallenbadJeder Häuselbauer kennt das Dilemma nur zu gut: Ob beim Bau alles glatt gelaufen ist, zeigt sich oft erst Wochen nach dem Einzug! Diese Erfahrung musste auch die Gemeinde Forst bei der Sanierung des Lußhardtschulen-Schwimmbades 2005 machen.

Wochen nach der Wiedereröffnung bildeten sich riesige Mengen an nicht vorgesehenem Kondenswasser, was sogar zu einer zeitweiligen Schließung des Bades führte. Seitdem läuft die Suche nach den Ursachen und den Verursachern. Eine endlose Geschichte – so äußert sich der Bürgermeister zum laufenden Verfahren. Mehr dazu in der Mitteilung der Gemeinde Forst:

Schwimmhalle: Gemeinderat wird über den Sachstand des Beweissicherungsverfahrens informiert

Forst (hc) Im Rahmen der grundlegenden Sanierung des Schwimmbades bei der Lußhardtschule im Jahre 2005 hat die ausführende Firma im Dach die falsche Dampfbremsfolie eingebaut. Es hat sich in großen Mengen Kondenzwasser gebildet, so dass die Halle zeitweise durch die Gemeinde aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Mit einer provisorischen Lösung ist es der Gemeinde gelungen, den Hallenbetrieb wieder aufzunehmen. Eine grundlegende Sanierung kann erst erfolgen, wenn ein gerichtlicher Beweisbeschluss vorliegt. Die Gemeinde hat deshalb bereits im August 2012 ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet. Wie Bürgermeister Reinhold Gsell das Ratsgremium informierte, handelt es sich hierbei um eine unendliche Geschichte. Das Hauptgutachten wurde im August 2013 vorgelegt. Eine Ergänzung des Gutachtens wurde erforderlich, da sowohl von der Gemeinde als auch von den Antragsgegnern Ergänzungsanträge zum Hauptgutachten gestellt wurden. Auch das Ergänzungsgutachten kam zum Ergebnis, dass im Dach der Schwimmhalle die falsche Dampfbremsfolie eingebaut wurde. Ein weiterer Mangel ist die fehlende Dampfsperrschicht über dem Umkleidetrakt. Weiterhin wurde gutachterlich festgestellt, dass die Verschraubung der Abhängekonstruktion nicht dem Regelwerk entspricht, eine Nachbesserung wird erforderlich.

Streit ums Forster Hallenbad

Letztendlich wird im Ergänzungsgutachten wie auch im Hauptgutachten festgestellt, dass die von der Gemeinde gerügten Mängel durch die bauausführenden Firmen und dem von der Gemeinde beauftragten Ingenieurbüro zu vertreten sind. Der Rechtsbeistand der Gemeinde schlägt vor, dass sowohl die Bauleitung als auch die Firmen aufgefordert werden sollen, die Nachbesserung vorzunehmen. Diese Aufforderung ist mit einer Nachfrist mit Ablehnungserklärung zu versehen. Nach Ablauf der Frist ist die Gemeinde berechtigt, die dringende Sanierung der Dachkonstruktion in Angriff zu nehmen. Das Gericht hat allen Beteiligten das Ergänzungsgutachten zugestellt, es besteht noch die Möglichkeit zur Stellungnahme. Sollte die Frist ohne Stellungnahme verstreichen, wird die Gemeinde ein Ingenieurbüro beauftragen, die Sanierungsarbeiten auszuschreiben, zu beauftragen und die Bauüberwachung vorzunehmen. Im gerichtlichen Beweisverfahren wird auch festgelegt, in welchem Verhältnis die Antragsgegner die Sanierungskosten zu tragen haben. Einstimmig hat der Gemeinderat dieser Vorgehensweise zugestimmt.

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