Stockender Ausbau der S-Bahn Rhein-Neckar – Landräte verbünden sich

 Stockender Ausbau der S-Bahn Rhein-Neckar - Landräte verbünden sichZentrales Thema der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses des Kreistags am 9. Juli war der öffentliche Personennahverkehr.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel kritisierte, dass die Ausbaumaßnahmen zur 2. Stufe der S-Bahn Rhein-Neckar ins Stocken geraten sind und die Planungskosten aus dem Ruder zu laufen drohen. Deshalb habe er sich mit den Landräten des Rhein-Neckar-Kreises und des Kreises Bergstraße verbündet, um Bewegung in die Sache zu bekommen. Bis spätestens Oktober 2015 soll nun ein neuer Zeitplan vorliegen und um eine Deckelung der Planungskosten zu erreichen soll es ein gemeinsames Gespräch mit dem Verkehrsministerium und der Deutschen Bahn AG geben. In konkreten Verhandlungen für die Realisierungs- und Finanzierungsverträge stehen das Land und die Bahn dagegen bei den Bahnsteigverlängerung an den Haltepunkten Bad Schönborn-Kronau, Bad Schönborn Süd und Ubstadt-Weiher sowie dem neuen Haltepunkt Stettfeld-Weiher. Als nicht hinnehmbar beurteilte der Ausschuss eine Vorfinanzierung bei den Strecken Karlsruhe – Mannheim sowie Bruchsal – Germersheim durch die Kommunen, nachdem notwendige Bewilligungen seitens der Bundesbehörde nicht rechtzeitig vorliegen. Gemeinsam mit den anderen Beteiligten soll daher eine ausgewogene Lösung gefunden werden.

Im Bereich der Buslinien gibt es zum Fahrplanwechsel im Juni 2015 eine Reihe von Neuerungen: Nach erfolgreichen Probebetrieben wurden verbesserte Angebote auf den Linien 141 in Bretten und 198 in Dettenheim in den regulären Fahrplan übernommen und Anpassungen auf den Linien 123 und 125 vorgenommen. Zur besseren Anbindung des Industriegebiets Malsch wird nun ein Anruf-Linien-Taxi eingesetzt. Ein Probebetrieb auf der Linie 791 in Östringen wurde dagegen mangels Nachfrage wieder eingestellt. Nachdem es immer wieder Beschwerden über ein zu großes Verkehrsaufkommen der Busse sowie dem Umstieg auf die Bahn gab, werden im südlichen Landkreis die Verkehre in den Linienbündeln Ettlingen I und II sowie Pfinztal/Albtal untersucht. Eine Fahrgastzählung bildet die Grundlage für weitere Prüfungsschritte. Erstmals hat der Karlsruher Verkehrs-Verbund (KVV) auf Antrag des Landkreises ein einheitliches Konzept aller Anruf-Sammel-Taxis und Anruf-Linien-Taxis vorgelegt. Das bietet die Grundlage, sich dieses Themas nun in Bezug auf das Vergabe- und Genehmigungsrecht anzunehmen. Für Östringen wird gutachterlich geprüft, ob neben der Kernstadt auch die Stadtteile Odenheim, Tiefenbach und Eichelberg in den Tarif-Überlappungsbereich des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) eingebunden werden können.

Bis zum 01.01.2022 soll die gesetzlich geforderte Barrierefreiheit erreicht werden; hierfür ist neben dem Ausbau der Schienenhaltepunkte auch der Einsatz entsprechender Fahrzeuge notwendig. Die Landkreisverwaltung stimmt sich hier mit der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) sowie dem KVV ab. Musterverträge zum Ausbau der Haltepunkte sowie der Zeitplan zum weiteren Vorgehen sollen im Herbst beschlossen werden. Für den Umbau von Bushaltepunkten legt das Land ein Sonderprogramm auf. Im Landeshaushalt 2015/2016 stehen 5 Mio. EUR zur Verfügung. Im Fokus stehen Haltepunkte, die in besonderem Maße von mobilitätseingeschränkten Personen genutzt werden.

Schließlich wurde das Gremium darüber informiert, dass der Nahverkehrsplan mittlerweile zwischen allen Beteiligten, also den Städten Karlsruhe und Baden-Baden sowie den Landkreisen Karlsruhe und Rastatt abgestimmt ist. Derzeit erfolgen letzte redaktionelle Änderungen bevor der Nahverkehrsplan veröffentlicht und zur Genehmigung an das Regierungspräsidium Karlsruhe weitergeleitet wird.

Pressedienst Landratsamt Karlsruhe

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