Stadtentwicklung Östringen 2030: Ergebnisse der Bürgerbefragung liegen vor

Logo Stadtentwicklung farbigVerkehrsprobleme werden als sehr belastend empfunden – Ergebnisse der Bürgerbefragung zur Stadtentwicklung liegen vor

(br)In Östringen sind die weitaus meisten Einwohnerinnen und Einwohner mit den Lebensumständen und dem Infrastrukturangebot hoch zufrieden – bei der repräsentativen Bürgerbefragung im Rahmen der Ausarbeitung des Stadtentwicklungskonzepts `Östringen 2030´ beantworteten immerhin 84,5 Prozent der Teilnehmer die Frage nach der Lebensqualität in der Kraichgaustadt mit gut oder sehr gut, lediglich 15,5 Prozent empfanden die Situation als weniger gut oder „gar nicht gut“. Je nach Herkunft aus den einzelnen Stadtteilen gab es dabei geringfügige Differenzen – im Kernort hatten 80,2 Prozent eine positive Einschätzung, in Odenheim lag dieser Wert bei 91,8 Prozent, in Tiefenbach bei 88,8 Prozent und in Eichelberg bei 87,2 Prozent.
Was den in Östringen lebenden Menschen vor allem gefällt, sind der repräsentativen Erhebung zufolge Natur und Landschaft, gute Einkaufsmöglichkeiten innerhalb der Gesamtstadt sowie die Schulen. Andererseits gibt die Bürgerbefragung auch vielfältige Hinweise, wo „der Schuh drückt“. Handlungsbedarf wird insbesondere bei diversen Verkehrsthemen gesehen, mit weitem Abstand werden insoweit die Belastungen für die Einwohnerschaft der Kernstadt durch die hoch frequentierte Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 292 am häufigsten genannt. Defizite werden darüber hinaus aber auch im Bereich der Facharztversorgung sowie bei den Einkaufsmöglichkeiten in den kleineren Stadtteilen identifiziert.
In den Umfrageresultaten werden die Lebensbedingungen in Östringen für Familien und auch für Kinder von immerhin weit über 80 Prozent der Befragten als positiv bewertet. 60 Prozent der Teilnehmer nehmen das auch für die Gruppe der Seniorinnen und Senioren an, deutliches Verbesserungspotential scheint es hingegen für die Gruppe der Jugendlichen zu geben, deren Situation in Östringen wird von fast zwei Dritteln der Befragten als eher negativ eingestuft.
Verbesserungen im Erscheinungsbild der Stadt liegen vielen Bürgerinnen und Bürgern am Herzen, angefangen von der Sauberkeit über den baulichen Zustand der Verkehrswege bis hin zu einem möglichst vielfältigen Waren- und Dienstleistungsangebot in den Ortsmittelpunkten.
Die weitaus meisten Östringer aus allen vier Ortsteilen sehen ihre Heimat als „Stadt zum Wohnen und Leben“ und genau das wünschen sie sich, mit dem besonderen Akzent der Kinder- und Familienfreundlichkeit, auch für das Jahr 2030, der zeitliche „Zielmarke“ des neuen Stadtentwicklungskonzepts.
Die Bürgerbefragung, die im März und April durchgeführt und nun ausgewertet werden konnte, ist beim Östringer Stadtentwicklungsprozess neben den für Oktober vorgesehenen sogenannten Bürger-Werkstätten ein wichtiges Element der Öffentlichkeitsbeteiligung. Geschichtet nach Ortsteilzugehörigkeit, Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit wurden auf Grundlage einer repräsentativen Stichprobe von 25 Prozent der über 16-Jährigen Einwohnerinnen und Einwohner mit Hauptwohnsitz in der Stadt Östringen insgesamt 2.702 Bürgerinnen und Bürger befragt. Die Rücklaufquote bei der anonymisiert durchgeführten Erhebung lag am Ende bei knapp vierzig Prozent – „ein durchaus guter Wert“, wie Tilman Sperle von der Stuttgarter Kommunalberatung Reschl und Höschele nun bei der Vorstellung der Ergebnisse im Gemeinderat unter Hinweis auf andere von seinem Team schon betreute Stadtentwicklungsprozesse sagte. Alle Daten und Ergebnisse der Bürgerbefragung, die online und per Papierfragebogen durchgeführt wurde, sind im Internet unter www.oestringen.de verfügbar.
Die bei der Ausarbeitung des Östringer Stadtentwicklungskonzepts eingebundenen Fachplanungsbüros haben in einer ersten Phase des auf eineinhalb Jahre angelegten Projekts inzwischen die notwendigen Grundlagendaten erhoben und dem Gemeinderat jetzt auch erste Analysen zu den demographischen Tendenzen, zu den städtebaulichen Perspektiven, zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung, zur nachhaltigen Entwicklung von sozialen Strukturen, zur Bewahrung und Förderung von Einzelhandel und Gewerbe sowie zu den bedeutsamen Verkehrsthemen vorgelegt. In gleicher Weise werden diese stadtteilbezogen aufgeschlüsselten Informationen ab 7. Oktober auch bei den Bürger-Werkstätten präsentiert, um die Teilnehmer auf dieser Basis nach ihren persönlichen Einschätzungen und Empfehlungen zu befragen.

Redaktion: Wolfgang Braunecker

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