„Schwäbisches Himmelfahrtskommando“ ist eine badische Erfolgsgeschichte

„Schwäbisches Himmelfahrtskommando“ ist eine badische Erfolgsgeschichte
Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp und Schulleiter a.D. Manfred Haag

FAZ-Kritik an Gemeinschaftsschule gilt keinesfalls für die Kraichgauschule Gondelsheim

Nicht nachvollziehen kann Manfred Haag die kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geäußerte Kritik an der Gemeinschaftsschule. Die Zeitung berief sich auf ein unveröffentlichtes Gutachten und bezeichnete die Einführung dieser Schulform als „Schwäbisches Himmelfahrtskommando“. Der langjährige Rektor der Kraichgauschule Gondelsheim war, ist und bleibt ein Verfechter der Gemeinschaftsschule: „Ich war schon immer davon überzeugt, dass man Kinder dort abholen muss, wo sie stehen.“ Das eine zu tun, bedeute nicht, das andere zu lassen. So bezeichnet sich der im Sommer in Ruhestand gegangene Schulleiter als „Fan des Gymnasiums“. Hier wie dort gehe es darum, die Kinder ihren Stärken entsprechend zu fördern: „Die Gemeinschaftsschule bietet insbesondere Schülern eine große Chance, die sonst auf der Strecke bleiben würden.“ Nach gerade einmal zwei Jahren lasse sich diese Schulform noch nicht abschließend beurteilen. „Es braucht sechs bis acht Jahre, bis es rund läuft“, findet er. Zumal die bisherigen Erfahrungen in weitere Verbesserungen und Optimierungen münden würden, führt er weiter aus und nennt dafür zwei Beispiele. Lehrbücher werden ständig überarbeitet und den Schulen dann kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Inklusionsbemühungen – einer der Kritikpunkte der FAZ – steht im neuen Schuljahr deutlich mehr Zeit zur Verfügung.

Ansonsten komme es auf jede Schule selbst an, was sie aus der Gemeinschaftsschule mache. „Wir haben nie groß auf die anderen geschaut, sondern sind unseren eigenen Weg gegangen“, betont Manfred Haag. Und der war bisher sehr erfolgreich. „Die Kraichgauschule gehört zu den führenden Bildungseinrichtungen im Kraichgau“, sagt Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp nicht ohne stolz und fügt hinzu: „Die pädagogische Qualität lässt sich am stark gestiegenen Interesse von Eltern und Schülern aus der ganzen Region ablesen.“ Inzwischen besuchen Kinder und Jugendliche aus 20 Gemeinden und Ortsteilen die Schule, die Schülerzahlen stiegen innerhalb von drei Jahren von 240 auf 400. Und die Nachfrage sei ungebrochen.

Das führen Rupp wie Haag auf den Gondelsheimer Weg zurück: „Wir haben die Lernpakete alle selbst erarbeitet und keine fertigen Konzepte übernommen.“ Darauf habe man viel Zeit verwendet und das zahle sich jetzt aus. So sei es möglich, die Stärksten wie die Schwächsten gleichermaßen zu fördern – auch das ein Kritikpunkt an der Gemeinschaftsschule. „Es braucht Mut, Neues zu wagen und diesen Mut hatten wir“, so Bürgermeister Markus Rupp. „Der Zuspruch von Eltern und Schülern aus der gesamten Region gibt uns Recht und bestärkt uns, diesen Weg weiter zu gehen.“

Redaktion: M. Hölle

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