Prozess um mutmaßliche Vergewaltigung einer Taxifahrerin endet mit Freispruch

justiziaUPDATE 20.07.2014
„in dubio pro reo“, im Zweifel für den Angeklagten. So entschied das Landgericht Heidelberg nun im unten geschilderten Fall. Die Beweise reichten für eine Verurteilung des Angeklagten einfach nichts aus. Der 28jährige hat das Gericht daher als freier Mann verlassen, auch wenn nicht alle Fragen in diesem komplexen Fall abschließend beantwortet werden konnten.

Ursprüngliche Meldung vom 15.07.2014

Mittlerweile liegt der zweite Prozesstag hinter den Beteiligten des Verfahrens am Landgericht Heidelberg. Was sich genau in der Tatnacht in einem Taxi zwischen Bad Rappenau und Sinsheim abgespielt hat, ist nun wieder alles andere als sicher. Fest steht: Vor etwa zwei Jahren ließ sich der Angeklagte (28)  von Bad Rappenau nach Sinsheim fahren – er war zu diesem Zeitpunkt stark betrunken. Was auf dem Weg geschah, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Taxifahrerin behauptet, von Ihrem Fahrgast vergewaltigt worden zu sein. Der Angeklagte beteuert, dass der Geschlechtsverkehr einvernehmlich stattgefunden habe – die Taxifahrerin habe sogar Kondome bei sich gehabt.

Zwei Wochen nach der Tat wurde die Frau schwanger, doch weder von Ihrem Mann noch vom Beklagten

Die Begleitumstände der Situation erhärten den Vorwurf der Vergewaltigung nicht, oder werfen zumindest Fragen auf:  So wurden bei gerichtsmedizinischen Untersuchungen keine Verletzungen, Grasflecken oder ähnliches entdeckt – weder bei der Frau noch beim Angeklagten. Zudem ist unklar, ob der fast völlig erblindete Angeklagte körperlich überhaupt in der Lage war die Frau zu überwältigen. Auch das familiäre Umfeld des mutmaßlichen Opfers macht hellhörig. Wie die RNZ berichtet, habe die  Taxifahrerin mit Ihrem Mann nie über die Tat gesprochen und sei bereits am folgenden Tag zur nächsten Nachtschicht aufgebrochen. Besonders gravierend: Zwei Wochen nach der mutmaßlichen Vergewaltigung wurde die Frau schwanger und brachte ein Kind auf die Welt, das weder von Ihrem Ehemann noch von dem Angeklagten stamme.

Wie das Landgericht Heidelberg heute  gegenüber Kraichgau Radio bestätigte, hat die Staatsanwaltschaft nun darauf plädiert den Angeklagten wegen Mangels an Beweisen freizusprechen. Die Verhandlung geht am Mittwoch in ihre dritte Runde, das Urteil wird am Freitag erwartet. (sg)

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