Philippsburg läuft Sturm gegen XXL-Stromkonverter

UPDATE 12.08.14
Ein Radio-Interview mit Bürgermeister Stefan Martus finden Sie hier!

Die Energiewende ist in vollem Gange und vielerorts spüren die Menschen bereits die Auswirkungen. Abgesehen von den hohen Strompreisen nehmen die Planungen für die benötigte Infrastruktur nun konkrete Formen an. Um zum Beispiel den Strom von den Windparks im Norden in den Süden zu transportieren, braucht es gigantische Stromtrassen an deren Ende ein entsprechend großes Umspannwerk benötigt wird. Die EnBW erwägt den Bau eines solchen XXL-Umspannwerkes nun ausgerechnet in Philippsburg – der Stadt die bereits mit einem Atomkraftwerk und Castorenlagerplätzen „gesegnet“ ist. Verständlich, dass in Philippsburg kaum jemand begeistert ist, von der geplanten 10 Hektar großen Anlage.

Die Stadtverwaltung um Bürgermeister Stefan Martus hat nun eine Resolution gegen den Bau des Stromkonverters auf der Gemarkung Philippsburg aufgesetzt, die wir hier im Original-Wortlaut wiedergeben:

 

Philippsburg Wappen

Resolution

des Gemeinderates der Stadt Philippsburg

gegen den Bau eines

Stromkonverters auf der Gemarkung Philippsburg

 

 

Die Stadt Philippsburg befürwortet die Energiewende und steht dem Ziel, die Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland mit regenerativen Energien sicherzustellen, positiv gegenüber.

Die Stadt Philippsburg ist mit eigenen Maßnahmen, wie mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen, energetischer Sanierung von Heizanlagen und vielem Anderen mehr, ständig darum bemüht, Energie einzusparen und auf regenerative Energieerzeugung umzustellen.

Allerdings wehrt sich die Stadt Philippsburg ausdrücklich gegen den Bau der geplanten Konverteranlage mit einem Flächenverbrauch von 10 ha auf der Gemarkung Philippsburg.

Die Stadt Philippsburg trägt seit Jahren mit dem Kernkraftwerk Philippsburg zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit im süddeutschen Raum bei.

Zusätzlich wird die Bevölkerung der Stadt Philippsburg mit dem Bau und dem Betrieb eines Standortzwischenlagers für abgebrannte Brennelemente auf dem Gelände des Kernkraftwerks und dem Bau des Polders Rheinschanzinsel belastet.

Weitere Belastungen werden mit dem Rückbau des Kernkraftwerks und des damit verbundenen Baus des Standortabfalllagers für schwach und mittelradioaktive Stoffe, den geplanten Castortransporten von La Hague nach Philippsburg und der wiederaufgenommenen Realisierung des Retentionsraums Elisabethenwört auf die Stadt Philippsburg zukommen.

Der Bevölkerung von Philippsburg wird bereits seit Jahren eine hohe Akzeptanz bezüglich der Übernahme von Belastungen für die Allgemeinheit abverlangt. Die Errichtung eines Konverters auf der Gemarkung Philippsburg ist daher nicht akzeptabel.

Aus Sicht des Gemeinderates der Stadt Philippsburg bietet sich für eine solche Anlage, deren Bedeutung für die Realisierung der Energiewende wir nicht grundsätzlich in Frage stellen, ein großräumiges Gewerbe- oder Industriegebiet an.

Daher fordern wir die Ausweitung des Untersuchungsrahmens der geeigneten Flächen von einem Radius von bisher 10 km auf 40 km.

Die Stadt Philippsburg sieht sich durch die Planungen der Fa. TransnetBW erheblich in ihrer Planungshoheit eingeschränkt, dies kann ebenfalls weder akzeptiert noch hingenommen werden.

Der Gemeinderat der Stadt Philippsburg wird sich auf rechtlichem Weg gegen die Errichtung des Konverters auf der Gemarkung Philippsburg wehren.

 

Philippsburg, den 29. Juli 2014

 

Stefan Martus, Bürgermeister

Hans-Gerd Coenen, CDU- Fraktion

Christopher Moll, FW- Fraktion

Dr. Bernd Haffner-Bechtler, SPD- Fraktion

Ingo Kretschmar, ULi- Fraktion

 

Einleitung: SG
Artikelbild: Symboldarstellung

 

 

 

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