Philippsburg – Eine Stadt zahlt unsere Zeche

Wo stünden wir heute ohne Elektrizität? Eine Frage die sich einfach so, kaum beantworten lässt! Eines ist klar: Unser Leben würde gänzlich anders aussehen. Zum Verfassen dieses Artikels wird Strom benötigt und zum Lesen – genau in diesem Moment – ebenfalls. Doch wie oft haben wir uns schon ernsthaft gefragt, wo dieser Strom herkommt?! Ganz aufrichtig müssen wir sagen: Zu großen Teilen aus der nuklearen Energiegewinnung und damit aus Atomkraftwerken wie zum Beispiel den Meilern in Philippsburg. Eines vorab: Dies soll kein Pro-Atomkraft Artikel werden, es geht nur um eine faire Betrachtung der gegenwärtigen Situation!

Diese stellt sich nach unserer Sichtweise so dar:  Die Energiewende ist in vollem Gange. Ausgelöst hat das deutsche NEIN zur Atomkraft die Atomkatastrophe von Fukushima (als ob Tschernobyl noch nicht gereicht hätte). Alternative Energieformen müssen nun den Wegfall der gigantischen Kapazitäten von Atomkraftwerken kompensieren. Das ist ein guter und richtiger Schritt in eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder, welche sich ohnehin schon mit den Unmengen an Atommüll herumschlagen müssen, die wir ihnen vererben.

Im Moment geht es also darum die neuen Energieformen zu erschließen und gleichzeitig die alten Atommeiler sauber abzuwickeln. Wir alle haben von der Atomkraft profitiert und sollten nun deren Hinterlassenschaften gemeinsam bewältigen. So ist es nicht nachvollziehbar, das eine Stadt wie Philippsburg – nachdem Sie jahrelang die unbequemen Aspekte der Atomkraft tragen musste – nun auch noch in vielerlei weiterer Hinsicht die Zeche zahlen soll.

Diese Zeche umfasst gleich mehrere markante Nachteile für die Stadt:

  • Zwischenlagerung von Atommüll und Castoren, obwohl es dafür weitaus geeignetere Orte gäbe.
  • Großbaustellen über Jahre durch Rückbau-Anlagen auf dem Gelände des AKW
  • Raum und Qualitätsverlust durch eine mögliche Konverteranlage für die Mega-Stromtrassen
  • Flächenverlust durch die Errichtung von Überflutungsarealen

Wieso eine Stadt all diese Nachteile tragen soll, ist nur schwer vermittelbar. Die Menschen in Philippsburg sind nicht bereit, all diese Lasten für die Allgemeinheit – ohne einen konstruktiven Dialog zu schultern. Gegen den geplanten Konverter hat die Stadt kürzlich eine Resolution veröffentlicht. (Wir berichteten) Wie es nun weiter geht und wie die Stimmung im Rathaus derzeit ist, haben wir im Gespräch mit Bürgermeister Stefan Martus erfahren. Sie hören es im Programm von Kraichgau Radio und natürlich direkt hier:

Redaktion: Stephan Gilliar

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