Östringer rettet alte Frau vor dem Erfrieren

Östringer rettet alte Frau vor dem ErfrierenBei Minustemperaturen zum Lebensretter geworden

Stadt und Polizei dankten für geistesgegenwärtige Hilfeleistung

Schon seit vielen Jahren ist Oliver Beckers aus Östringen mit großer Zuverlässigkeit und Sorgfalt als Zeitungszusteller für die Bruchsaler Rundschau tätig. Wenn andere noch das eine oder andere Stündchen schlafen dürfen, ist er am frühen Morgen schon längst auf den Straßen und Gassen seiner Heimatgemeinde unterwegs und verteilt die druckfrischen Zeitungen in die Briefkästen der Abonnenten. Auch am 7. Februar sah es, von der klirrenden Kälte einmal abgesehen, ganz nach einer Routine-Tour aus, als sich Beckers auf den Weg durch den Ort machte, aber dann kam alles anders.

An der Einmündung des Rodelwegs in die Hauptstraße bemerkte der Zusteller eine am Boden sitzende und lediglich mit einem Schlafanzug bekleidete ältere Dame. Beckers eilte zu der offensichtlich hilflosen Seniorin, legte ihr seine wärmende Jacke um, setzte ihr seine Mütze auf und verständigte umgehend Polizei und Rettungsdienst.

Bange Minuten vergingen, doch dann war der Krankenwagen zur Stelle und transportierte die stark unterkühlte Frau zur Bruchsaler Fürst-Stirum-Klinik. Wie es sich herausstellte, handelte es sich um eine 85jährige Demenzpatientin, für die es wohl wenig später keine Rettung mehr gegeben hätte, da die Körpertemperatur beim Eintreffen in der Notaufnahme des Krankenhauses bereits auf 33 Grad Celsius abgesunken gewesen war.

„Für mich war es eine pure Selbstverständlichkeit, in dieser Notsituation zu helfen“, erklärte Oliver Beckers jetzt bei einer kleinen Feierstunde auf dem Östringer Rathaus, wo Bürgermeister Felix Geider sowie Erster Polizeihauptkommissar Gerd Volland vom Polizeirevier Bad Schönborn den nachdrücklichen Dank der Stadtverwaltung sowie der Polizei für das beherzte und couragierte Eingreifen zum Wohle eines Mitmenschen zum Ausdruck brachten. Während Bürgermeister Geider die beherzte Tat von Oliver Beckers als vorbildlich und beispielgebend im besten Sinne bezeichnete, betonte Revierleiter Volland, der zudem auch die Grüße und die Anerkennung von Polizeipräsident Günther Freisleben übermittelte, dass die Bedeutung von gelebter mitmenschlicher Solidarität in solchen Situationen nicht hoch genug eingeschätzt werden könne.

Ein „Wermutstropfen“ blieb am Ende bei der Geschichte dennoch. Wie Oliver Beckers berichtete, hatte er an jenem eisigen Februar-Morgen bis zum Eintreffen der professionellen Helfer keine Unterstützung von anderer Seite erfahren: „Da waren jede Menge Autofahrer unterwegs. Aber keiner hat geholfen – alle sind vorbeigefahren.“

 

Redaktion: Wolfgang Braunecker

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