Neues Wassergesetz hat für Bauherren in Ubstadt-Weiher schwerwiegende Folgen

hochwasserEs ist der Paragraf 65 Abs. 1 Nr. 2 des Wassergesetzes der die Hürden nicht nur für die Häuslebauer gewaltig höher legt. Demnach gelten nämlich seit dem 22. Dezember 2013 alle Flächen als Überschwemmungsgebiete, in denen ein Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist. In diesen Flächen, die in sogenannten Hochwassergefahrenkarten eingetragen sind, besteht grundsätzlich ein Bauverbot. Sämtliche Baumaßnahmen wie zum Beispiel der Neubau eines Wohnhauses oder auch Anbauten an bereits bestehende Gebäude, sind nur noch zulässig, wenn die Gemeinde eine wasserrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt.

Dass die neuen Hochwassergefahrenkarten für weite Teile von Ubstadt-Weiher eine Überflutungsgefahr vom Kraichbach her ausweisen, ist darauf zurückzuführen, dass entlang der eingedeichten Strecke des Kraichbachs zwischen dem Wasserspiegel bei Hochwasser und der real vorhandenen Deichkrone nicht überall 50 cm „Luft“ vorhanden ist. Bei der Berechnung der Hochwassergefahrenkarten wurden deshalb die Überflutungsflächen im Falle eines Deichbruchs dargestellt.

Wasserrechtliche Genehmigung für Wohnhaus erteilt

In der vergangenen Sitzung hat der Gemeinderat erstmals eine wasserrechtliche Genehmigung für ein Wohnhaus im Allmendweg in Ubstadt erteilt. Für das Zulassen der Ausnahmen gelten allerdings strenge gesetzliche Vorgaben, die teilweise nur schwer erfüllt werden können. Insbesondere muss das Bauvorhaben “Hochwasser angepasst“ ausgeführt werden. Das bedeutet, dass zum Beispiel Keller bzw. Kellerfenster gegen das Eindringen von Wasser zu schützen sind. Da bei dem geplanten Bauvorhaben die prognostizierte Überflutungstiefe bei einem hundertjährigen Hochwasser relativ gering ist, der Bauherr ohne Keller plant und in dem Bereich, in dem das neue Wohngebäude errichtet werden soll, bislang auch Gebäude standen, hat der Gemeinderat der Ausnahmegenehmigung einstimmig zugestimmt.

Erklärtes Ziel der Gemeinde ist es allerdings eine Hochwasserschutzkonzeption zu entwickeln, um zu vermeiden, dass Straßen, Anwesen und Keller überschwemmt werden. Gleichzeitig wird derzeit überprüft, ob die Hochwassergefahrenkarten bzw. die dabei zugrunde gelegten Daten, wie zum Beispiel die vorhandenen Höhenverhältnisse, korrekt sind.

Die Hochwassergefahrenkarten können im Internet unter www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de eingesehen werden.

Bild: Symboldarstellung

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