Neuer Kronauer Dorfplatz vermittelt pure Lebensfreude.

Für die Kiebitze hinter den großen Scheiben des Kronauer Cafés Gerweck gab es jüngst großes Kino. Von einem riesigen LKW wurden gewaltige massive Holzblöcke ausgeladen. Sägerau die Flächen, konzipiert zu langen Bänken und asymmetrisch geformt, wie es der Wuchs der vormals riesigen Eichen eben erlaubt.
Durch Nachfragen bei den fleißigen Herren, die mit schwerem Stapler und massiven Eisenhebeln die groben Klötze bewegten, sie in die korrekte Waagrechte wuchteten und akribisch auf die gegenseitigen Gehrungsschnitte achtend justierten, erschloss sich auch der Grund, warum ausgerechnet diese ungewöhnliche Art der Sitzgelegenheiten geschaffen wurde.


Mit den massiven Holzbänken soll ein Bezug zum nachbarlichen Forsthaus und Forstgarten geschaffen werden, erfuhr man, ebenso die Bepflanzung des Dorfplatzes mit heimischen Bäumen. Darum stehen auf den Sitzgelegenheiten auch die Namen der Bäume, die im einstigen Mischwald der Lußhardt wuchsen.
Tanne, Ahorn, Buche, Fichte, Eiche, Weide, Erle, Birke usw. steht auf den gewaltigen Sitzgelegenheiten, aber auch die Begriffe Abies, Acer, Fagus, Picea, Quercus, Salix, Alnus, und Betula. Bei letzteren handelt es sich nicht um weitere exotische Baumarten, sondern um die botanisch korrekten lateinischen Bezeichnungen der erstgenannten Bäume.
Die Sitzstämme haben daneben eine weitere, sehr wichtige Funktion. Sie grenzen nämlich wirkungsvoll den kraftfahrzeuglosen Ruhebereich von den Park- und Fahrbahnflächen auf dem Platz ab.
Just als die Sitzstämme noch in Position gebracht werden, steigen Wasserfontänen aus einer befestigten Fläche neben der Forstmauer auf. Im Nu füllt sich eine seichte Mulde im Terrain zentimeterhoch mit Wasser. Die Wasserlandschaft wird einjustiert und man bekommt eine reale Vorahnung, wie lebhaft der Platz wird, wenn er im Sommer erst einmal von den Kindern in Beschlag genommen wird.
Fast erscheint einem der Name „Dorfplatz“ für die wunderschöne Anlage zu profan. Verinnerlicht man sich dazu, dass auf dem Platz auch das „Krunämä Ralli“-Denkmal aufgestellt wird, dessen Name aus dem französischen Verb „rallier“ (= Versammeln) herrührt, fällt dem Verfasser dieser Zeilen nur eine Bezeichnung ein, die man sich auf der Zunge zergehen lassen kann: „Place de Rallier“. Dafür lass ich mich gerne für verrückt erklären.

 

Text und Bilder: Frieder Scholtes

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