Neuer Atommüll für Philippsburg? – Der Ton wird schärfer

AtomkraftwerkUpdate 26.6.14
Auf seiner gestrigen Sitzung hat der Baden-Württembergische Landtag über den Fall diskutiert. Die Opposition aus CDU und FDP griff dabei scharf die grüne Regierung an. Es könne nicht sein, dass diese die Sicherheit der Bevölkerung durch das Angebot zur Aufnahme von Castoren gefährdet würde. CDU und FDP verwiesen weiter auf das Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben. Dem trat Umweltminister Franz Untersteller entgegen: Tenor der jüngsten Bundespolitik sei die Suche nach einem Endlager für Atommüll – Gorleben stünde aus diesem Grund nicht mehr zur Verfügung.

Update 24.6.14
Mittlerweile wird immer wahrscheinlicher, das Philippsburg 5 Castoren übernehmen wird. Das kündigte Umweltminister Franz Untersteller im Gespräch mit der „Stuttgarter Zeitung“ an. Philippsburg verfüge über die Kapazität und die Infrastruktur um die Castoren einzulagern. Die Stadtverwaltung um Bürgermeister Stefan Martus hat indes angekündigt, der geplanten Einlagerung entgegen zu treten. Laut Martus, habe Philippsburg genug Belastungen für die Allgemeinheit übernommen, mit der Produktion der Kernenergie und der Zwischenlagerung der abgebrannten Brennelemente. So äußerte er sich gegenüber dem SWR.

 

Egal wie vollmundig die Atomlobby die Vorzüge der Energiegewinnung aus Atomkraft auch anpreisen mag – mit einer Frage kriegt man sie immer dran: Wohin mit dem Abfall?Eine gigantische Zahl an Abfallbehältern, den sogenannten Castoren wartet immer noch auf ihren letzten Bestimmungsort. Doch wo soll der nur sein? Kurzfristig unterstellen lassen sich die Fässer sicher irgendwo – doch wie sehen die langfristigen Lösungen aus? Immerhin strahlt die Suppe noch Jahrzehnte fröhlich vor sich hin.

Altlasten aus Deutschland kehren zurück

Wie der SWR und die Frankfurter Rundschau heute berichten, hat sich das Land Baden-Württemberg offenbar bereit erklärt, zwei Castorbehälter mit radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague einzulagern. Der Anlass: Deutschland muss ab dem kommenden Jahr, alten Atommüll aus Frankreich und Großbritannien zurücknehmen, der ursprünglich aus deutschen Atommeilern kommt. Baden-Württemberg hat nun (verantwortungsvoll, dass muss man zugeben) versprochen, einen Teil dieser Altlasten zu übernehmen. Wie ein Sprecher des Umweltministeriums in Stuttgart gestern Abend mitteilte, will die Landesregierung dem Rücktransport nach Deutschland keine Steine in den Weg legen.

Standort Philippsburg im Gespräch

Wahrscheinlicher Zwischenlagerplatz ist das Atomkraftwerk Philippsburg – die EnBW und das Bundesamt für Strahlenschutz müssen nun diese Möglichkeit genau überprüfen. In Philippsburg indes, freut man sich verständlicherweise wenig über die strahlende Bescherung. Doch irgendwo hin muss der Müll ja leider. Geradezu abstrus mutet an, dass die einzigen beiden Länder die dafür Bereitschaft zeigen, von einer grünen Regierung gelenkt werden. Der Ministeriumssprecher führte weiter aus: „Alle anderen Bundesländer, die von Parteien regiert werden, die die Kernkraft jahrzehntelang unterstützt haben, ducken sich weg und übernehmen keine Verantwortung.“

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