Nach Vorwürfen – Wirsol geht in die Informationsoffensive

| , ,

Online-Plattform soll Fragen der Menschen beantworten

Windkraftanlagen gehören in Deutschland allerorten faktisch bereits zum Landschaftsbild dazu, ihre Aufstellung erfolgt jedoch selten reibungslos. Wo immer eine neue Anlage geplant wird, ruft sie schnell Kritiker und Gegner auf den Plan. Befürworter dieser Art von Energiegewinnung verweisen auf die saubere und kostenlosen “Ressource” Wind, den geringen Platzbedarf und die fehlenden Emissionen des Treibhausgases CO2. Gegner hingegen sehen in der Windkraft jedoch eher wenig Nutzen, da der erforderliche Wind nicht permanent zur Verfügung steht und kritisieren zudem die Verschandelung der Landschaft sowie die Auswirkungen auf die heimische Fauna.

Entlang der Autobahn A5 auf den Gemarkungen von Waghäusel, Kronau und Bad Schönborn plant das Waghäuseler Unternehmen Wirsol aktuell die Errichtung von zehn Windenergieanlagen, jede davon mit einer Kapazität von 4,5 Megawatt und einer Gesamthöhe von knapp 240 Metern. Grundlage hierfür ist eine von Wirsol gewonnene Ausschreibung des Landesbetriebes Forst Baden-Württemberg für die entsprechenden Areale im Wald. Dies entspricht auch den Zielen der baden-württembergischen Landesregierung, die den Ausbau der Windkraft forciert. So sind allein von 2011 bis 2017 sind in Baden-Württemberg insgesamt 336 Windkraftanlagen geplant und gebaut worden. Insgesamt drehen sich in BaWü schon etwa 700 solcher Anlagen.

Aufgeheizte Stimmung

Nun sollen also auch im Kraichgau neue Windräder in Betrieb gehen. An dieser Anlage scheiden sich – wie bei allen anderen Projekten dieser Art – auch im Hügelland die Geister. Besonders die Art und Weise wie Wirsol über das Projekt informiert, wird von manchen kritisch betrachtet. Das bisher nur eine Bürgerinformationsveranstaltung Ende Juni in Waghäusel angesetzt wurde, stößt zum Beispiel Kronaus Bürgermeister Frank Burkard sauer auf. Da auch auf Kronauer Gemarkung vier Anlagen vorgesehen sind, forderte das Gemeindeoberhaupt einen früheren Termin, als den von Wirsol angebotenen im September. In einem Brief an Frank Burkard der unserer Redaktion vorliegt, erklärt das Waghäuseler Unternehmen den späten Termin unter anderem mit den Sommerferien in Baden-Württemberg, deren Ende man noch abwarten wolle um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. Weiterhin will man die Informationsveranstaltung am 25. Juni nicht nur als Termin für die Bürgerinnen und Bürger Waghäusels verstanden wissen, sondern als Angebot auch für die Menschen in Kronau und Bad Schönborn. Entsprechende Einladungen an die Einwohner aller drei betroffenen Kommunen sollen im großen Maßstab in den nächsten Tagen ausgesprochen werden, so Wirsol im oben genannten Schreiben. In den sozialen Netzwerken erntete Wirsol bzw. das Projekt bisher jedoch eher kritische Reaktionen, welchen sich zuletzt auch der Bundestagsabgeordnete Christian Jung von der FDP anschloss und verlauten ließ: „…Ich lehne 200 Meter hohe Monster-Windkraftanlagen in einem ökologisch sensiblen Waldgebiet mit angrenzendem Wasserschutzgebiet besonders zum Schutz der Bevölkerung, der Tiere, Flora und Fauna entschieden ab….“ Anders sieht man das in Stuttgart. Die Landesregierung steckt auf der Webseite des Umweltministeriums die Ziele unmissverständlich ab und schreibt: „…Deshalb hat die Landesregierung mit der Änderung des Landesplanungsgesetzes, der Einrichtung von Kompetenzzentren sowie der Veröffentlichung des Windenergieerlasses und anderen Handreichungen die Weichen für einen konsequenten Ausbau der Windkraft im Land gestellt und unterstützt den Ausbau mit Handlungsanleitungen, Gutachten, Leitfäden und Bewertungshinweisen fortlaufend….

Info-Offensive im Netz

Um nun für die Fragen der Bürgerinnen und Bürger eine Anlaufstelle zu bieten und „..im Gegensatz zu vielen Kommentaren in sozialen Medien….einen sachlichen und konstruktiven Dialog…“ (Auszüge Pressemitteilung Wirsol) zu ermöglichen, hat Wirsol nun die Internetseite windparklusshardt.de live geschaltet. Die Seite nutzt dabei das Angebot der Diskussionsplattform des Anbieters Diskurs Communication GmbH aus Berlin. Mit diesem Online-Auftritt will Wirsol nicht nur Informationen zum Projekt vermitteln, sondern auch in Dialog mit den Menschen aus der Region treten. Hierzu kann jeder seine Fragen online formulieren, die auf diesem Wege von Wirsol beantwortet werden sollen. Bisher haben allerdings lediglich vier Nutzer von diesem Angebot Gebrauch gemacht, die ersten Anfragen datieren auf den 21. Mai. So richtig Fahrt aufgenommen hat das Projekt offensichtlich aber noch nicht – Wirsol hat zumindest bisher (Stand 28.05.2019 / 16:00 Uhr) keine der dort gestellten Fragen online beantwortet. Laut Infobox werden diese an ein Projektteam weitergeleitet und dort von den Experten geprüft und baldmöglichst beantwortet… Man wird sehen, auch wir bleiben für Sie natürlich am Thema.

Stimmt etwas nicht? Haben wir einen Fehler gemacht oder etwas vergessen? Sagen sie's uns! Hier finden Sie alle Kontaktmöglichkeiten mit unserer Redaktion.Ihr Feedback zählt!

Vorheriger Beitrag

Sieger des 22. Bruchsaler Hoffnungslaufes geehrt

Mitgliederakademie der Volksbank: Workshop zum Thema „IT-Sicherheit & Datenschutz“

Nächster Beitrag