Lebensmittelkontrolleure im Landkreis ziehen Bilanz

Jahresbericht Lebensmittelueberw
Eine Amtstierärztin prüft, ob sich die Lebensmittel ordnungsgemäß zurückverfolgen lassen.

Kreis Karlsruhe. Auch im vergangenen Jahr gab es wieder ein aufsehenerregendes Vorkommnis, welches das Vertrauen der Verbraucher erschütterte: Nicht deklariertes Pferdefleisch wurde vorwiegend in Rindfleischprodukten wie Lasagne und Fleischsaucen nachgewiesen. Wie aus dem Jahresbericht 2013 zur Lebensmittelüberwachung hervorgeht, den das Amt für Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen im Landratsamt Karlsruhe vorgelegt hat, wurde in einigen Proben, vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum, Pferde-DNA nachgewiesen. Daraufhin leitete das Amt Schnellwarnungen und Rückrufe zum Schutz der Verbraucher ein. „Eine Gesundheitsgefahr bestand bei dem sogenannten „Pferdefleischskandal“ aber nicht, sondern es ging um Verbrauchertäuschung, da der Produktinhalt falsch deklariert war“, erläuterte Amtsleiter Dr. Joachim Thierer.

Jahresbericht 2013 zur Lebensmittelüberwachung liegt vor

Insgesamt wurden 2.182 Proben aus einem breiten Spektrum entnommen: Von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln über Tabakerzeugnisse, Kosmetika sowie Bedarfsgegenstände, wie z. B. Pfannen oder Töpfe. Neben Planproben wurden auch Verdachts-, Beschwerde- und Erkrankungsproben erhoben. Davon wurden 14,8 % beanstandet, zum Großteil aufgrund Irreführung wegen fehlender und/oder unvollständiger Kennzeichnung von Produkten. Lediglich eine Probe wurde als gesundheitsschädlich und 21 Proben als nicht zum menschlichen Verzehr geeignet eingestuft. „Wir haben im Jahr 2013 rund 12% mehr Proben untersuchen können und haben dennoch im Verhältnis weniger Beanstandungen gehabt als im Jahr 2012“, so Amtsleiter Dr. Thierer.

Zahl der Kontrollen gestiegen, Beanstandungsquoten sind rückläufig

Diese Tendenz ist auch bei den Betriebskontrollen zu erkennen. Rund 5.000 Kontrollen in 3.600 Betrieben stellen eine Zunahme von 18% dar. Im Gegensatz dazu wurden 454 Verstöße festgestellt und beanstandet, eine Quote von 12,6% gegenüber 14,8% im Jahr 2012 und 19% im Jahr 2011. „Dies werten wir als Erfolg unserer stetigen Überwachungstätigkeit unserer zehn Lebensmittelkontrolleure und sieben Amtstierärztinnen und Amtstierärzten“, erläuterte Amtsleiter Dr. Thierer. Die häufigsten Verstöße waren Missstände in der Betriebs-, Arbeits-, und Personalhygiene. Wie in den Jahren zuvor zeigten sich auch erhebliche Mängel in den betrieblichen Eigenkontrollen der Lebensmittelunternehmen, z. B. bei der Wareneingangskontrolle, Schädlingsbekämpfung, Temperaturüberwachung oder auch dem Reinigungs- und Desinfektionsplan. Die Verstöße hatten 221 Anordnungen, 151 Mängelberichte und 50 Bußgelder zur Folge. In drei Fällen wurde ein Strafverfahren eingeleitet: Ein Mal wegen des Transports von Meeresfrüchten ohne Einhaltung der vorgegebenen Temperaturen, im zweiten Fall bot ein Lebensmitteleinzelunternehmer unter anderem Eier und Wurst nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zum Verkauf an und in einem dritten Fall wurde Rohmilch ohne ausreichende Erhitzung an Kinder abgegeben.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt führte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zahlreiche Kindertagesstätten, nachdem in den Städten und Gemeinden wegen des seit August 2013 geltenden Rechtsanspruchs vermehrt Kindertagesstätten eingerichtet wurden. Da hierfür nicht selten Räumlichkeiten genutzt wurden, die zuvor gänzlich anderen Zwecken dienten, wurden eingehende Beratungen durch das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung durchgeführt, damit die hygienischen Vorgaben in den Einrichtungen von vornherein bekannt waren und beim Um- bzw. Neubau berücksichtigt und später eingehalten werden können.

Text und Bild: Pressedienst Landratsamt Karlsruhe vom 02.04.2014

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