Landrat im Austausch mit dem Gemeinderat von Ubstadt-Weiher

Landrat im Austausch mit dem Gemeinderat von Ubstadt-Weiher
Landrat Dr. Christoph Schnaudigel (Bildmitte sitzend) informierte sich in Ubstadt-Weiher im Gespräch mit Bürgermeister Tony Löffler (stehend links neben Landrat Dr. Christoph Schnaudigel) und den Gemeinderäten über aktuelle politische Themen.

Landrat im Austausch mit dem Gemeinderat von Ubstadt-Weiher – Asyl, Hochwasserschutz und Verkehr als aktuelle Themen

Im Rahmen seiner regelmäßigen Gemeindebesuche war Landrat Dr. Christoph Schnaudigel am vergangenen Mittwoch in Ubstadt-Weiher, um mit den politisch Verantwortlichen aktuelle kommunalpolitische Themen zu diskutieren. Als eine Gemeinde, die von den neuen Vorschriften des Hochwasserschutzes besonders betroffen ist, war es Bürgermeister Tony Löffler ein Anliegen, dem Landrat vor Ort das Rückhaltebecken Silzenwiesen zu zeigen. „Es ist für 50-jährliche Hochwasser ausgelegt. Die neuen Vorgaben legen in den erstellten Hochwassergefahrenkarten jedoch ein 100-jährliches Hochwasserszenario zu Grunde. Dies führt dazu, dass in Ubstadt-Weiher viele Flächen überflutet wären und die Ausweisung neuer Baugebiete für die Gemeinde unter diesen Umständen bis zu einer Anpassung der Schutzeinrichtungen nahezu unmöglich ist“, beschrieb Bürgermeister Tony Löffler die schwierige Lage. Eine mögliche Lösung wäre die Sanierung eines 1km langen Deichabschnitts am Kraichbach, für den eigentlich das Land zuständig ist und der zudem im Naturschutzgebiet liegt. „Keine einfache Situation“, befand Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, der generell dem Hochwasserschutz große Bedeutung beimisst.

In Sachen ÖPNV herrschte Einigkeit, dass Ubstadt-Weiher mit Anbindungen in Richtung Bruchsal, Karlsruhe sowie Heidelberg durch die Stadtbahnen und die S-Bahn Rhein-Neckar eine gute Ausgangslage habe. Mit Anbindung des Busverkehrs an die S-Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember versprechen sich die Gemeinderäte eine weitere Verbesserung. Auf die Verkehrsüberwachung in Ubstadt-Weiher angesprochen, berichtete der Landrat, dass er dem Kreistag vorschlagen werde, über einen dritten mobilen Messzug zu entscheiden, um gerade in den Abend- und Nachtstunden verstärkt zu kontrollieren. Zum Zustand der Kreisstraßen in der Gemeinde teilte er mit, dass das Kreisstraßenprogramm die Erneuerung der Fahrbahndecke zwischen der K3523 und der K 3584 bis zum Kreisverkehr Stettfeld im nächsten Jahr vorsieht. Dass sich damit der Verkehrslärm reduziert, nahmen die Gemeinderäte erfreut zur Kenntnis. Im Gegenzug äußerte Bürgermeister Löffler den Wunsch der Gemeinde, die Lücke im Radwegenetz am Ortseingang Stettfeld entlang der K3584 zu schließen und entsprechende Querungsmöglichkeiten zu schaffen.

Seinen ausdrücklichen Dank sprach Landrat Dr. Christoph Schnaudigel der Gemeinde und den vielen ehrenamtlichen Helfern aus, die sich in der Gemeinschaftsunterkunft im Ortsteil Zeutern vorbildhaft bei der Unterbringung und Integration von Asylbewerbern engagieren. „Seit den 90er Jahren ist Unterkunft belegt, zeitweise sogar als einzige im ganzen Kreis. Durch den immensen Flüchtlingszustrom in den vergangenen zwei Jahren stieß der Landkreis nahezu an seine Grenzen. Ohne Mitwirken der Gemeinden könnten wir nicht jeden Monat 150 neue Asylbewerber aufnehmen. Dank der aufgeschlossenen Haltung von Ubstadt-Weiher und dem Zuspruch aus der Bevölkerung wird der Standort Zeutern erneuert. Das neue Gebäude wird bis Ende des Jahres bezugsfertig, sukzessive folgen der Abriss des bestehenden Langbaus und der Neubau an gleicher Stelle. Aus der Übergangslösung mit mobilen Wohneinheiten werden wir etwas Dauerhaftes schaffen und einen weiteren Neubau errichten, so dass die Gemeinschaftsunterkunft insgesamt 300 Personen aufnehmen kann. Dies ist die größte Einheit im Landkreis und wir werden mit unserem Personal, nämlich der Heimleitung, den sozialen Betreuern, einem Hausmeister sowie der neuen Stelle im Landratsamt – ein Koordinator für das ehrenamtliche Engagement – unseren Beitrag dazu leisten, dass sich das Miteinander weiterhin so positiv gestaltet, wie bisher“. Bürgermeister Tony Löffler und die Gemeinderäte dankten dem Landrat für seine offenen Worte und begrüßten die Möglichkeit des direkten Austauschs im Rahmen seines Gemeindebesuchs.

 

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