Lärmaktionsplan Kraichtal – Das sind die Maßnahmen!

Lärmaktionsplan Kraichtal - Das sind die Maßnahmen!Wo es zu laut ist, muss es leiser werden!

So könnte man in knappen Worten die Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments zur  Bekämpfung von Umgebungslärm auf den Punkt bringen. Es verpflichtet die Kommunen zur Erstellung von Lärmaktionsplänen um dem Krach Herr zu werden. Dieser Prozess mündet in Kraichtal nach Monaten der Analyse und Beratung nun in ein konkretes Maßnahmenpaket.

Vorab noch ein kurzer Rückblick:  Vom 11. April bis 12. Mai 2014 einschließlich der Informationsveranstaltung am 29. April wurde die Thematik den Kraichtaler Bürgern vorgestellt. Jeder konnte Einsicht in die Pläne und Unterlagen nehmen und auch eigene Vorschläge unterbreiten. Der Gemeinderat hat den Lärmaktionsplan schließlich am 24. September 2014 beschlossen und am 10. Dezember 2014 die Anträge zur Umsetzung einiger Maßnahmen auf den Weg gebracht. Beauftragt mit der Analyse und der Ausarbeitung dieser Maßnahmen wurde das Ingenieursbüro Modus Consult aus Karlsruhe. Die Ergebnisse liegen nun vor und können auf der Webseite der Stadt Kraichtal öffentlich eingesehen werden.

Die wichtigsten Punkte betreffen die zwei großen Schwerpunkte in Kraichtal:  Diese sind ein Teil der Ortsdurchfahrt von Münzesheim und insbesondere die Friedrichstraße in Unteröwisheim. Während in Münzesheim mit der Einführung einer neuen Tempo-30 Zone bereits eine deutliche Senkung des Lärmpegels erreicht werden könnte, müssen die Maßnahmen in Unteröwisheim deutlich umfangreicher ausfallen.

Die Friedrichstraße hat zwei große Probleme: Sie dient dem überregionalen Verkehr als Durchgangsweg und ist gleichzeitig durch ihre eingeengte Lage inmitten eines dichtbesiedelten Gebietes, herzlich wenig dafür geeignet. Tag für Tag kämpfen sich tausende von Autos und Lastwagen durch die schmale Ortsdurchfahrt. Die Lösung hierfür wäre freilich eine Ortsumgehung, doch dieses Unterfangen gestaltet sich schwierig. Die entsprechenden, möglichen Strecken-Varianten touchieren wiederum derart viele Interessen von Dritten, dass hier in der Vergangenheit bislang kein Durchbruch erzielt werden konnte. Aktuell nimmt das Projekt einen neuen Anlauf: Nach einem Besuch im vergangenen Sommer hat Landtagspräsident Guido Wolf seine Unterstützung zugesagt und bereits den Landesverkehrsminister konsultiert – Die Antwort lässt derzeit noch auf sich warten.

Doch zurück zur Ausgangslage: Da es Sinn und Zweck des Lärmaktionsplanes ist, auch durch kurzfristig umsetzbare Maßnahmen für Besserungen an den „lauten Ecken“ zu sorgen – gibt es für die Friedrichstraße nur noch wenige verbleibende Optionen! Da die Tempo-30-Zone schon vor geraumer Zeit umgesetzt wurde, bedarf es nun weiterer Schritte. Der Wichtigste: Den Verkehrsfluss zu verstetigen! Konkret heißt das: Alles was einer gleichmäßigen Fahrt der Autos im Wege steht – sollte weichen. Das ständige Abbremsen und Anfahren sorgt nämlich indes für eine erhebliche Lärmbelastung. Wer die Friedrichstraße häufig durchfährt, weiß wie viele Autos dort parken und in Slalom-Manier umfahren werden müssen. Teilweise parken die Anwohner dort mitten auf der Fahrbahn, da es in der Friedrichstraße teilweise nur rudimentäre und enge Bürgersteige gibt. Dies führt dazu, dass sich der Verkehr an diesen „Felsen in der Brandung“ ständig staut und durch die andauernden Überhol und Wartephasen der Lärmpegel steigt und steigt. Doch wer könnte es den Anwohnern verdenken vor Ihren Häusern parken zu wollen?

Daher sieht der Plan nun zweierlei mögliche Maßnahmen vor: Ein durchgehendes Parkverbot entlang der Friedrichstraße um einen konstant fließenden Verkehr zu ermöglichen und alternative Parkmöglichkeiten für die Anwohner. Hierfür steht die Stadt in Verhandlung mit den Eigentümern der raren Freiflächen entlang der Route, um diese als Parkraum zu erschließen. Im schlimmsten Fall wäre auch ein Abriss von Bestandsimmobilien denkbar um Platz für Stellflächen zu schaffen. Weitere Möglichkeiten sind die Aufbringung von lärmschluckendem Flüsterasphalt im Zuge der Straßensanierung und der Einbau lärmabsorbierender Fenster in den Häusern zur Straße hin.

 

Weitere Informationen zu den Maßnahmen und alle diesbezüglichen Pläne, finden Sie hier zum Download. Lärmaktionsplan Kraichtal – Das sind die Maßnahmen!

 

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