Kronauer Inklusionsmodell soll fortgeführt werden – Landrat lädt Kultusminister ein um sich vor Ort ein Bild zu machen

Für Verwunderung und Befremden hat im Landratsamt Karlsruhe die Aussage des Sprechers von Kultusminister Andreas Stoch in den Badischen Neuesten Nachrichten gesorgt, wonach bei einem Arbeitstreffen vom 5. Juli 2013 im Kultusministerium keine Bestandsgarantie für die Einrichtung ausgesprochen worden wäre und dass man für das Kronauer Modell bei der regionalen Schulentwicklung trotz der vorbildhaften Inklusionsarbeit der Schule keine Ausnahme machen werde. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel wendete sich darauf hin per Brief an Kultusminister Stoch und zitierte aus dessen eigenem Schreiben, wonach als Ergebnis des Gesprächs wörtlich festgehalten wurde: „Das derzeitige Kronauer Modell wird fortgeführt. Die Werkrealschule Kronau bleibt bestehen, ebenso die enge und erfolgreiche Kooperation mit der Ludwig Guttmann Schule.“ „Wenn damit keine Bestandsgarantie ausgesprochen wurde, dann verstehe ich die Welt nicht mehr“, sagt Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Im Übrigen habe auch Ministerpräsident Kretschmann beim kommunalpolitischen Gespräch im Rahmen seiner Kreisbereisung am 12. Juli 2013 in Dettenheim vor Abgeordneten, Bürgermeistern und Vertretern des Kreises auf diese Lösung abgehoben, was damals von der versammelten Runde sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde.

Die Aussage, wonach man für Kronau keine Ausnahme von der Regionalen Schulentwicklung machen werde laufe nach Ansicht des Landrats ins Leere, weil Ausnahmen nur von einer Regel gemacht werden können, das Gesetz zur Regionalen Schulentwicklung sei jedoch noch gar nicht verabschiedet und eine ganze Reihe der mittlerweile 13 Gemeinschaftsschulen im Landkreis wurden ohne eine regionale Abstimmung genehmigt. Warum man sich ausgerechnet bei einem innovativen und hochgelobten Kooperationsmodell einer allgemeinbildenden Schule und einer Schule für behinderte Kinder so schwertut, nachdem man sich überdies zuvor über den Bestand auf höchster Ebene einig war, sei dem Landrat völlig unverständlich. Das gehe gegen die Eltern, die ihre behinderten Kinder in der Einrichtung gut aufgehoben wissen und nun keine Sicherheit haben und das sei auch ein Schlag ins Gesicht der Pädagogen, die mit viel Engagement das Schulmodell aufgebaut und mit Leben erfüllt haben. Mit dem von der Landesregierung propagierten Inklusionsgedanken passe dies nicht zusammen.

„Ich hoffe sehr und bitte Sie gleichzeitig, dass ein Weg gefunden wird, um den Fortbestand des Kronauer Modells zeitnah zu sichern“, schreibt Landrat Dr. Schnaudigel und unterstreicht dabei ausdrücklich, dass sich der Landkreis nicht gegen eine regionale Schulentwicklung sperrt. Dies könne daran abgelesen werden, dass der Kreistag in seiner Sitzung vom 30.01.14 eine entsprechende Antragstellung beschlossen hat und auch der Kronauer Gemeinderat habe in seiner gestrigen Sitzung einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Um dem Minister einen persönlichen Eindruck über die hervorragende Inklusionsarbeit zu vermitteln, die dort seit vielen Jahren vermittelt wird lud ihn Landrat Dr. Christoph Schnaudigel zu einem Informationsbesuch vor Ort ein, zu dem er gerne auch die Schulleitung und die Eltern dazubitten werde.

 

Medieninformation Landkreis Karlsruhe

Symboldbild: morguefile.com

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