Kohle gegen Kugeln – Bruchsaler Eisdiele soll per Crowdfunding gerettet werden

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10% mehr Eis fürs Geld – hot or not?

30 Riesen trennen das alte “Giovanni L.” vom Neustart als“Mein Cafféhaus”

10 % Rendite – ein solches Angebot bekommt man in der derzeitigen Niedrigzinsphase selten präsentiert. Der Bruchsaler Andreas Jendrusch bietet diesen Deal aber dieser Tage jedem an, der Lust hat zu investieren und wenn es auch nur ein paar Euros sind. Der Haken: Die vorgesehene Auszahlung erfolgt nicht in Euro und Cent, sondern in Eiscreme, Milchshakes und Latte Macchiatos.

Um das im vergangenen Sommer insolvent gegangene Eiscafe “Giovanni L” zu retten, bzw einen Nachfolger mit dem Namen “Mein Cafféhaus” zu installieren, braucht Andreas Jendrusch frisches Kapital. 30.000 € müssen in den nächsten Wochen aufgetrieben werden, um das Inventar und die Einrichtung für das Café zu finanzieren. Da Andreas nach eigenen Angaben bei “Giovanni L” als stiller Teilhaber fungierte, hat er durch die laufenden Reinvestitionen der Gewinne, offiziell in den vergangenen Jahren kein Einkommen erzielt. Ein regulärer Bankkredit sei in diesem Fall für ihn leider keine Option. Ein Freund brachte ihn auf die Idee, die fehlende Summe per Crowdfunding aufzutreiben.

Beim Crowdfunding handelt es sich um eine Schwarmfinanzierung. Heißt: Jedermann kann das zu finanzierende Projekt mit kleinen oder großen Geldbeträgen unterstützen und erhält am Ende meist irgendeine Art von nicht-finanzieller Vergütungen als Gegenleistung. In Andreas Fall ist diese Vergütung ein Wertgutschein – einzulösen in seinem noch zu eröffnenden Cafféhaus. Das ausgelobte „Zuckerli“: Wer investiert, soll einen 10 prozentigen Aufschlag auf seine Investition erhalten. Wer also z.b. einen Fuffi springen lässt, erhielte demnach nach der Eröffnung einen Wertgutschein über 55 €. Wer einen Hunderter locker macht, dürfte sich über 110 € Guthaben freuen.

Sollte das Projekt in die Binsen gehen und das angestrebte Crowdfunding-Ziel von 30000 € nicht erreicht werden können, so erhielten alle Investoren ihr Geld selbstverständlich wieder zurück, so versichert Andreas Jendrusch. Damit das auch alles mit rechten Dingen zugeht, habe er ein entsprechendes Treuhandkonto bei der Bruchsaler Rechtsanwalts-Kanzlei Metzka & Mangler aufgesetzt. Schief gehen, könne laut Andreas Jendrusch für die Investoren so unterm Strich nichts.

Wer also diese eiskalte Investition wagen möchte, der kann seinen Wunschbetrag ab sofort auf die folgende Bankverbindung schieben:

Treuhandkonto: Deutsche Bank Karlsruhe
Iban: DE 31 6607 0024 0099 5472 00
Verwendungszweck: Neueröffung Caffehaus

Sobald das erledigt ist, gilt es nur noch eine E-Mail an Andreas zu schreiben und die passenden Kontaktdaten zu übermitteln. Sind die 30.000 € beisammen, ginge dem Investor ein entsprechender Gutschein zu, falls das Geld nicht aufgetrieben werden kann, würde das Geld zurück überwiesen – erklärt Andreas Jendrusch das Prozedere.

Wie die Chancen für das Projekt stehen, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Manche Crowdfunding-Aktionen explodieren regelrecht über Nacht, andere wiederum erweisen sich schnell als Rohrkrepierer. Skeptiker dürften sich die Frage stellen, wie ein Geschäftsmodell langfristig funktionieren soll, das schon eine vergleichsweise geringe finanzielle Hürde wie 30.000 € am Anfang nicht zu nehmen vermag. Optimisten dürften entgegnen: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Der Pragmatiker dürfte zu der Meinung kommen, dass durch die Abwicklung über eine Anwaltskanzlei, das Risiko wohl überschaubar ist. Eine Unwägbarkeit bleibt aber bestehen. Was im Falle einer erneuten Insolvenz nach Erreichen des Finanzierungsziels von 30.000 € mit den noch nicht verbrauchten Wertgutscheinen geschehen würde, müsste nach anwaltlicher Aussage direkt zwischen den Gutschein-Inhabern und dem Cafebetreiber geklärt werden.

Hinweis: Alle hier getroffenen Aussagen stützen sich auf Informationen des Initiators der Crowdfunding-Aktion und können von Seiten der Redaktion nicht auf die juristische Plausibilität hin bewertet werden. Dieser Artikel soll also weder eine Empfehlung aussprechen noch eine rechtliche Beratung ersetzen. Weitere Informationen zum Thema Crowdfunding und dem sogenannten grauen Kapitalmarkt gibt es bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

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