Keime im Wasser – Brettener Hallenbad geschlossen

Keime im Wasser - Brettener Hallenbad geschlossen
Symbolbild

Wer am Wochenende im Brettener Hallenbad ein paar Runden drehen oder in der Sauna entspannen wollte, stand überraschend vor verschlossenen Türen. Der Grund: Offenbar wurde in der Anlage eine Kontamination mit Legionellen festgestellt. Wie die BNN berichten, geht der Geschäftsführer der Stadtwerke Bretten, Stefan Kleck von einem Defekt in der Desinfektionsanlage aus. Zudem soll es wohl auch Probleme mit der Hydraulik gegeben haben, so dass sich die Bakterien vermehren konnten. Mittlerweile scheint aber das Problem behoben zu sein. Das Wasser wurde erneuert und das Areal großflächig desinfiziert, so der Bericht weiter. Da nun erst mittels einer Laboruntersuchung die neuen Wasserproben analysiert werden müssen, bleiben das Bad und die Sauna bis auf weiteres geschlossen. Wann in Bretten die Badesaison wieder eröffnet wird, erfahren Sie zeitnah auf der Homepage der Bäderwelt.

 

Hintergrund: Übertragung der Legionellen auf den Menschen

Eine Übertragung von Legionellen ist prinzipiell durch Kontakt mit Leitungswasser möglich, wenn die Legionellen in die tiefen Lungenabschnitte gelangen. Nicht jeder Kontakt mit legionellenhaltigem Wasser führt zu einer Gesundheitsgefährdung. Erst das Einatmen bakterienhaltigen Wassers als Aerosol (Aspiration bzw. Inhalation z. B. beim Duschen, bei Klimaanlagen, durch Rasensprenger und in Whirlpools) kann zur Infektion führen.

Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser ist für Personen mit intaktem Immunsystem keine Gesundheitsgefahr. Eine Infektion mit Legionellen wird insbesondere mit folgenden technischen Systemen in Verbindung gebracht:

Warmwasserversorgungen, Klimaanlagen und Luftbefeuchter, Badebecken

Quelle: Wikipedia

UPDATE 04.11.2014: Pressemitteilung aus dem Rathaus Bretten:

Keine Legionellen im Brettener Trinkwasser

Das Wichtigste direkt vorweg: vom aktuellen Befall mit Legionellen ist ausschließlich das Hallenbad Bretten betroffen. Das Trinkwasser enthält keine gefährliche Konzentration an Legionellen und kann bedenkenlos getrunken werden.
Legionellen sind Bakterien und gelten u.a. als Auslöser für die sog. Legionärskrankheit, die vor allem durch eine Lungenentzündung gekennzeichnet ist.  Eine Infektion mit Legionellen ist nur über das Einatmen von sog. Aerosol möglich, wie es z.B. beim Duschen oder bei Klimaanlagen entsteht.  Legionellen vermehren sich vor allem in stehendem Wasser bei einer Temperatur von 30-50 °C. Der Vermehrung von Legionellen kann man vor allem durch thermische Desinfektion mit 70°C heißem Wasser vorbeugen oder durch eine chemische Desinfektion, die jedoch als dauerhafte Maßnahme nicht zugelassen ist.

Der aktuelle Legionellenbefall ist voraussichtlich auf die Baumaßnahme im Hallenbad zurück zu führen, da es in diesem Zusammenhang Abschnitte des Rohrnetzes im Bad gibt, die nicht permanent von frischem Wasser durchflossen sind. Bei entsprechender Temperatur können sich in diesen Abschnitten Legionellen vermehren. Inzwischen wurden entsprechende Gegenmaßnahmen und Umbauten ergriffen. Die Schließung des Bades ist eine reine Vorsichtsmaßnahme zur Sicherheit unserer Gäste. Auch wenn eine erhöhte Konzentration gemessen wurde, so sind die Werte noch weit von den Konzentrationen entfernt, die bei den letzten großen Ausbrüchen in Ulm (2010) oder Warstein (2013) geherrscht haben. In Absprache mit dem Gesundheitsamt wird das Hallenbad erst wieder eröffnet, wenn absolut sichergestellt ist, dass keine Gefahr für die Gäste besteht.

Bretten, 03.11.2014

Stefan Kleck
Geschäftsführer

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