In Else Klings Küche brennt immer noch das Licht

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Bild: Technik Museum Speyer

Ein kleines Stück der Lindenstraße lebt ganz in unserer Nähe weiter

Viele dürften gestern Abend eine stille und leise Tränen geweint haben, als mit Episode Nummer 1758 die letzte Folge der ARD Serie Lindenstraße über die Bildschirme flimmerte. Etwas Vertrautes und Liebgewonnenes hat uns genau in jener Zeit verlassen, in der es uns niemals hätte verlassen dürfen. Zu vieles ist derzeit im Umbruch und im Ungewissen, da kann es völlig zu Recht schmerzen, wenn ein treuer Begleiter nach 34 Jahren Abschied nehmen muss.

Klar, dass die letzte Episode in diese angsterfüllte und angespannte Zeit fallen würde, darüber konnte sich am letzten Drehtag kurz vor Weihnachten 2019 noch niemand den Kopf zerbrechen. Dass nun aber das Ende ausgerechnet kurz vor der Tagesschau ausgestrahlt werden sollte, in der den Deutschen wieder eine Hiobsbotschaft nach der anderen präsentiert wurde, hat die Kultserie nicht verdient. Seit 1985 stand die Lindenstraße stellvertretend für Verlässlichkeit und Konstanz, sogar schon in jenen Jahren als beide Begriffe im immer schneller im wogenden Strudel der Zeit jeglichen Wert verloren.

Nun sind sie uns unwiederbringlich verloren gegangen… Egon, Else, Klausi, Philomena, Josef, Gottlieb und wie sie alle geheißen haben…. 35 Jahre lang haben sie uns mit ihren kleinen und manchmal auch großen Geschichten begleitet, manche von uns schon vom Zeitpunkt unserer Geburt ab.

Infolink: Die Lindenstraße auf Youtube

Erfunden wurde die deutsche Erfolgsgeschichte von Hans W. Geißendörfer, der das Mehrfamilienhaus seiner Kindheit in Neustadt an der Aisch als Inspiration nutzte, um der langjährigen britischen Kultserie „Coronation Street“, eine deutsche Variante entgegenzusetzen. Die gesamte Kulisse, inklusive des markanten 150 Meter langen Straßenzuges, wurde auf dem WDR-Studiogelände in Köln-Bocklemünd erbaut. Hier trank man Kaffee im Cafe Bayer, ließ seine Wehwehchen in Dr.Brooks Arztpraxis behandeln oder becherte gemeinsam im Akropolis, wo am gestrigen Abend zum letzten Mal die Stühle hochgestellt wurden.

Für die unzähligen Fans der Lindenstraße gibt es aber ein wunderbares Trostpflaster, nur wenige Kilometer von den Hügeln des Kraichgau entfernt. Im Wilhelmsbau des Technikmuseums Speyer gibt es nicht nur original Requisiten der Lindenstraße, sondern auch die komplette Wohnküche von Else Kling zu bestaunen. Kein billiger Nachbau, sondern die originale Kulisse, wie sie in der Serie 27 Jahre zu sehen war. Wie die Museumskuratoren aktuell berichten, soll bis zum Ende des Jahres noch ein neuer Raum hinzu kommen, in welchem dann Teile des Café Bayer und des Restaurants Akropolis errichtet werden sollen.

Derzeit hat das Museum zwar wegen diesem verdammten Virus immer noch geschlossen, doch auch diese Zeit wird irgendwann zu Ende gehen. Dann wartet auf alle Fans in Speyer ein Stück ihrer vertrauten Lindenstraße auf Sie – eine Serie die zwar am gestrigen Sonntag zu Ende ging, in unseren Herzen aber für immer fortgesetzt werden wird.

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