Immer mehr Nichtschwimmer durch Bäderschließungen – DLRG warnt vor mehr Ertrinkungstoten

schwimmenIn der neuesten Pressemeldung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) heißt es, dass am Ende der vierten Klasse nur noch 50% der Kinder schwimmen können. Ende der 1980er Jahre waren dies noch mehr als 90 Prozent. Die Folge der immer schlechter werdenden Schwimmfähigkeit von Kindern ist, dass Ertrinken heute die zweithäufigste Unfalltodesursache bei Kindern ist – mit leider steigender Tendenz.

Diese Entwicklung lässt sich auch im Stadt- und Landkreis Karlsruhe feststellen. Timo Imhof, der Einsatzleiter des DLRG Bezirk Karlsruhe, berichtet von steigenden Einsatzzahlen der DLRG in den letzten Jahren. Besonders über die Sommermonate seien diese gehäuft, wobei auch einige Einsätze im Winter waren. Bei diesen sei aber nicht das Ertrinken durch Baden die Ursache, sondern eher Eiseinbrüche oder Unglücksfälle am Wasser, so Imhof weiter.

Gründe für das mangelnde Schwimmvermögen sieht die DLRG in der Schließung von Bädern. Viele Hallen- oder Freibäder mussten in den letzten Jahren aufgrund von knappen öffentlichen Kassen schließen. Nach Einschätzung der DLRG wurden bereits mehr als 300 Bäder seit 2007 geschlossen, weitere 500 sind derzeit von einer Schließung betroffen.

Weniger Bäder bedeuten auch weniger Möglichkeiten um das Schwimmen zu lernen. Vielerorts muss man bis zu zwei Jahre auf einen Platz in einem Anfängerschwimmkurs warten. In den Grundschulen wird oftmals nur in der dritten Klasse das Schwimmen gelehrt. In den meisten Schulen steht Schwimmen schon gar nicht mehr auf dem Lehrplan. Das hat Kostengründe, stellt Imhof fest. Schulschwimmbäder wurden geschlossen und Schülerinnen und Schüler müssen nun zum Schwimmunterricht in weiter entfernte Bäder gebracht werden.

Aus diesem Grund hat die DLRG zu ihrem 100ten Geburtstag eine Demonstration mit Booten in Berlin organisiert, um für den Erhalt von Schwimmbädern zu demonstrieren. Mehr als 120 Boote nahmen an dieser Demonstration teil. Darunter waren auch 3 Boote aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Denn auch für die DLRG-Gruppen hier stellen die Schwimmbäder die Grundlage der Arbeit gegen den Ertrinkungstod dar.DLRG 112 Logo

Simon Beck, der Pressesprecher der DLRG im Bezirk Karlsruhe, stellt noch folgende Zahlen dar. Der Bezirk Karlsruhe ist mit rund 8500 Mitgliedern der drittgrößte Bezirk im Landesverband Baden. Die Mitgliederzahlen sind in den letzten Jahre steigend, so dass hier auf ein gutes Fundament gebaut werden kann. Allein im Jahr 2013 wurden von den ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitgliedern 28.000 Ausbildungsstunden im Schwimmen geleistet. Dabei wurden Nichtschwimmer zu Schwimmern und Schwimmer zu Rettungsschwimmern ausgebildet. In den Bereichen Medizin wurden rund 1500 Stunden und im Bereich Einsatz 3000 Stunden an Aus- und Weiterbildungen für die Einsatzkräfte der DLRG aufgebracht.

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