Happy Birthday Ubstadt-Weiher

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Symbolbild von salajean via envato

Das Kleeblatt aus Ubstadt, Weiher, Stettfeld und Zeutern wird heute 50 Jahre alt

Auch wenn die Feierlichkeiten wegen der andauernden Krise vorübergehend vertagt wurden, wollen wir doch am heutigen Ehrentag der Gemeinde auf deren bewegte Geschichte zurückblicken

Herzlich willkommen meine Damen und Herren. Dürfen wir Sie einladen, einladen auf eine kleine Zeitreise in längst vergangene Tage? Begleiten Sie uns zurück in das Baden-Württemberg an der Schwelle der noch jungen 70er Jahre. Fast 3400 Gemeinden gab es seinerzeit im Ländle – eine jede mit gewähltem Bürgermeister, Gemeinderat und dem ganzen, dazugehörigen Verwaltungsapparat. Dem Stuttgarter Landtag war dieser Flickenteppich ein Dorn im Auge und so wurde bereits Ende der 60er Jahre das “Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden” auf den Weg gebracht, als erster Schritt der baden-württembergischen Gemeindereform, die aus den 3379 Gemeinden am Ende 1111 machen sollte.

Auch im Kraichgau dampfte dieser Schmelztiegel auf Hochtouren und der mahnende und alles andere als unumstritten Ruf aus Stuttgart, erreichte zu jenen Tagen auch die Dörfer Ubstadt, Weiher, Stettfeld und Zeutern, von denen Weiher mit damals 3000 Einwohnern das größte war.

Jubiläumsfilm der Gemeinde Ubstadt-Weiher

Zuerst fusionierten am 1. April 1970, nach intensiven Gemeinderatssitzungen und Bürgeranhörungen – Weiher und Ubstadt. Drei Monate später wird mit Ludwig Simon der erste Bürgermeister der neugebildeten Gemeinde gewählt. Schon ein halbes Jahr später begannen dann die ersten Fusionsgespräche mit den Nachbardörfern Zeutern und Stettfeld, der Zusammenschluss mit Stettfeld erfolgte schließlich am 1. September 1971, Zeutern entschied sich am 1. Januar 1972 am Ende gegen Östringen und für das Kleeblatt.

Ein neues Kapitel hatte begonnen – Vier Teile, ein Ganzes. Die Gemeinde Ubstadt-Weiher war komplett.

In allen vier Ortsteilen wurden nun die Ärmel hochgekrempelt und an allen Ecken und Enden angepackt. Altes musste weichen, aber in erster Linie kam viel Neues hinzu. Der Bauboom hatte Ubstadt-Weiher erfasst – Schulen, Hallen, Plätze und Straßen – Die Entwicklung der jungen Gemeinde kannte fortan nur ein Ziel – steil nach oben.

Anfang der 80er Jahre durchbrachen die Bevölkerungszahlen in Ubstadt-Weiher die fünfstellige Marke. 1982 kam mit der kleinen Steffi die 10.000 Einwohnerin auf die Welt. Überhaupt sind es von jeher die Menschen, die Ubstadt-Weiher und seinen Wesenskern prägen. Ein florierendes Ehrenamt und ein reichhaltiges Vereinsleben ließen die einstigen Grenzen der vier Dörfer bald verschwinden. Man trifft sich, kommt zusammen und hat Spaß miteinander. Egal ob beim Sport, am Strand, beim Feschdln oder beim Fasching. Fröhlichkeit – dein Name ist Ubstadt-Weiher.

Es war Gustav Heinemann der einst sagte: “Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.” An Mut zum Wandel fehlte es Ubstadt-Weiher in seiner nunmehr 50-jährigen Geschichte niemals. Auch wenn fünf Jahrzehnte, angesichts der Jahrhunderte und Jahrtausende, die seine vier Gründungsgemeinden hinter sich wissen, nicht viel erscheinen mögen, hat Ubstadt-Weiher über die Jahre viele Gesichter, und Persönlichkeiten kommen und gehen sehen.

Waren die meisten Kraichgau-Gemeinden zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts regelrechte Inseln und lange nur mittels Ochsenkarren oder später vereinzelt auch per Bummelbahn zu erreichen, wuchs Ubstadt-Weiher mit den Jahren analog zum schneller werdenden Puls zwischen TechnologieRegion Karlsruhe und der Metropolregion Rhein-Neckar. Statt abgehängt zu werden, investiert die Gemeinde in die enge Verflechtung mit der Infrastruktur der ganzen Region. Egal ob auf der Straße oder auf der Schiene – an Ubstadt-Weiher führt heute kein Weg mehr vorbei.

Tempus fugit – 50 Jahre sind seit der Fusion Ubstadt-Weihers im Frühjahr 1970 vergangen. Und wo steht die Gemeinde heute? Ganz klar – Mit beiden Beinen auf der Erde, stark und zuversichtlich mitten im Leben. Ein liebes Stück Heimat inmitten unserer schönen, kleinen Ecke dieser Welt.

Was einst getrennt war, ist nun vereint – Hand in Hand, Bewährtes bewahrend und doch den Blick mutig nach vorne gerichtet.

Vier Teile – ein Ganzes – Happy Birthday Ubstadt-Weiher

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