Gut besuchte Bürgerinformation zur Gründung von Stadtwerken in Eppingen

Die Fachwerkstadt will gemeinsam mit einem Partner das örtliche Stromnetz kaufen. Rund 80 Bürgerinnen und Bürger kamen am 12. März zur Informationsveranstaltung über die geplante Gründung von Stadtwerken in die Mensa im Schulzentrum. „Mit entsprechenden Bewerbern führen wir finale Gespräche“, erklärte Oberbürgermeister Klaus Holaschke, ohne Namen zu nennen. Klar ist: Der Einstieg in den Energiemarkt bietet Chancen und er birgt Risiken. 3,6 Millionen Euro hat die Stadt als Investition für die Stadtwerke im Haushaltsplan 2014 vorgesehen. Letztlich sollen die Stadtwerke Gewinne erzielen, die wiederum in städtische Investitionen fließen. Zur Risikominimierung wird man ohne einen Beteiligungspartner – ein noch auszuwählendes renommiertes Energieversorgungsunternehmen oder andere Stadtwerke, das sein „Know-how“ und auch Kapital einbringt, nicht auskommen. Die juristische Gründung der Stadtwerke Eppingen als GmbH & Co KG soll zeitnah erfolgen. Die Stadt hält als Kommandantist 51 Prozent. Das operative Geschäft liegt bei einer Verwaltungs GmbH, vertreten durch einen oder zwei Geschäftsführer. Erstes Ziel ist der Kauf des örtlichen Stromnetzes. Dann müssten sich Stadtwerke im freien Wettbewerb bei der Stadt um die Stromkonzession bewerben. Im Erfolgsfall könnten die Stadtwerke als Netzbetreiber auftreten. Warum ist der Netzbetrieb so attraktiv? Jeder Kunde zahlt als Teil seiner Rechnung ein Netznutzungsentgelt von derzeit rund einem Viertel des Strompreises. Der Betreiber profitiert also von jedem einzelnen Stromkunden und kann mit sicheren Einnahmen rechnen. Zusätzlich will Eppingen zu einem späteren Zeitpunkt in das Privatkundengeschäft einsteigen und selbst als Anbieter auftreten. „Wir wollen uns nicht nur auf den Netzbetrieb beschränken, sondern ein relativ komplettes Paket anbieten“, betonte Oberbürgermeister Holaschke. Dann können Kunden die Stadtwerke Eppingen als ihren Strom- oder Gasanbieter wählen. „Wir haben aber nicht die Erwartung, dass die Kunden gleich scharenweise zu uns kommen“, zeigte sich Holaschke realistisch. Erwiesen ist: Stadtwerke genießen durchaus einen Sympathiebonus. Ein willkommener Nebeneffekt ist der sogenannte steuerliche Querverbund. Stadtwerke könnten sich außer im Strom- und Gasmarkt auch in anderen Sparten, wie dem Betrieb der Photovoltaik-Anlagen, der Breitbandversorgung, der Bewirtschaftung des künftigen Parkdecks an der Wilhelmstraße oder dem teuren Betrieb der Hallenbäder engagieren. Die erwarteten Einnahmen aus dem Stromgeschäft würden mit Verlustbringern verrechnet und die Steuerlast senken. Der Gemeinderat befasst sich seit nahezu vier Jahren mit der Gründung von Stadtwerken. In der öffentlichen Sitzung am 8. April soll die Gründung beschlossen und der künftige Partner der Stadt bekanntgegeben werden.

Quelle: Stadt Eppingen
Bild: Symboldarstellung

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