Grünes Licht für EU-Projekt – Kraichgau wird 12 Monate vegane Testregion

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Fleischwaren beim Metzger (Symbolbild)

UPDATE: Für alle dies es noch nicht gemerkt haben – mit diesem Beitrag haben wir Sie in den April geschickt – Jedes Wort davon ist erfunden :-) Guten Appetit bei all dem auf was sie Hunger haben!

 

Ab 2019 ist der Kauf tierischer Produkte in der Region nur noch stark eingeschränkt möglich

Diese Nachricht dürfte bei Fleischessern in der Region auf wenig Gegenliebe stoßen: Das bereits 2015 von der grünen Landesregierung initiierte Modellvorhaben für einen regionalen Feldversuch mit veganer Ernährung, wurde nun von der EU offiziell freigegeben und genehmigt.

Als Testregion wurden für diesen europaweit einzigartigen Versuch nun Teile des Kraichgaus festgelegt – genauer die Städte Bruchsal, Bretten, Östringen, Kraichtal und Eppingen. Um die langfristigen Auswirkungen der rein pflanzlichen Ernährung auf den menschlichen Organismus zu beobachten, werden ab dem 1. Januar 2019 der Verkauf und die Verarbeitung von tierischen Produkten in der Region für 12 Monate nur noch in Ausnahmefällen möglich sein. Die Geldmittel für diese international auf wissenschaftliches Interesse stoßenden Feldstudie, werden sich auf rund 350 Millionen Euro belaufen und anteilig von der Pharmaindustrie und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getragen.

Weitere 800 Millionen Euro sollen für die Entschädigung der Metzger und Gastronomen aufgewendet werden um die damit unweigerlich einhergehenden, wirtschaftlichen Einbußen ausgleichen zu können.

Konkret dürfen weder Einzelhandel noch Gastronomen ab dem 1.1.2019 tierische Produkte verarbeiten oder dem Endverbraucher anbieten. Sollte eine Umstellung der Produktion aus wirtschaftlichen Gründen zum Stichtag nicht möglich sein, so besteht die Möglichkeit die Produkte über eine EU-Genossenschaft zu verkaufen und diese außerhalb der Testregion auf den Markt zu bringen.

Kinder im Wachstum von Studie ausgenommen

Die Einschränkungen gelten ausschließlich für Erwachsene – Kinder sind von der Feldstudie ausgenommen. Eltern haben demnach die Möglichkeit pro Monat ein begrenztes Kontingent an Fleisch-Bezugskarten für die Ernährung der Kinder bei den Gemeindeverwaltungen zu beantragen. Vorgesehen ist die Abgabe von einem noch altersabhängigen Kontingent an Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukten sowie Käse und Eiern.

Gastronomen werden in den kommenden Wochen für die Regelungen innerhalb der 12-Monatigen Testphase sensibilisiert und mit umfangreichem Info-Material zur veganen Küche versorgt. Geplant sind mehrere Workshops in den Landratsämtern und Fortbildungen innerhalb der Betriebe.

Um die Fortschritte bei der gesundheitlichen Entwicklung der Bevölkerung dokumentieren zu können, sollen stichprobenartig Urinproben aus der Kanalisation entnommen und auf deren Bestandteile hin analysiert werden. Ergänzt werden sollen diese Daten durch freiwillige telefonische Umfragen.

Scharfe Kontrollen gegen „Fleisch-Tourismus“

Um einen, wie das Ministerium für Ernährung ihn bezeichnet, “Fleisch-Tourismus” in Gebiete außerhalb der Testregion zu unterbinden, wird es für die Dauer der Testphase vermehrt Polizeikontrollen auf den Straßen im Kraichgau geben. Die Behörden sind vom Land autorisiert Fahrzeugdurchsuchungen und Atemkontrolltests durchzuführen. Hierfür hat das Robert-Koch-Institut spezielle Schnelltest-Röhrchen entwickelt die den Fleischgehalt in der Atemluft messen sollen.

Widerstand gegen die Pläne aus Stuttgart und Brüssel gibt es indes seitens des Verbandes nordbadischer Fleischproduzenten und Karnivoren in Östringen. “Wir werden diese Einschränkungen nicht hinnehmen! Das erinnert doch an die Prohibition” so der Verbandsvorsitzende Hans Wurst in einer ersten Stellungnahme.

“Einen enormen Dienst an der Wissenschaft” attestiert hingegen der Leiter des europäischen Forschungsministeriums, Prof. med. Jörg Grasmann, dem ehrgeizigen Vorhaben der großangelegten Studie. “Man wird ja mal 12 Monate auf Fleisch, Wurst, Fisch, Eier, Milch, Joghurt und Käse verzichten können, wenn man damit einen wertvollen Beitrag zur Volksgesundheit leisten kann” wird der bekennende Veganer und Autor von Standardwerken wie “Isst du Wurst, bist du Horst” oder “Essen geht durch den Kopf und erst dann durch den Magen” zitiert.

Scharfe Kritik an den Plänen

Vor echte Probleme sehen sich auch Kraichgauer Vereine und ihre liebgewordene Tradition der Schlachtfeste gestellt. “Dann kann man ja nur noch Brot fressen, des get doch net. Wenigstens ist Bier als Grundpfeiler jeder Vereinsarbeit noch erlaubt” gibt uns der Vorstand eines Schützenvereins zu verstehen, der nicht namentlich genannt werden will.

Zu befürchten ist auch das Entstehen von Fleisch-Schwarzmärkten und das vermehrte Auftreten von Wurst-Dealern in den Problemvierteln der Städte. Die Bruchsaler und die Brettener Polizei haben bereits mit der Bildung entsprechender Sokos (Soko Brett-Wurst / Soko Bruchsal-Ami) reagiert. “Zumindest unsere Blut(wurst)-Hunde müssen wir nicht umschulen, die riechen die heiße Ware schon von weitem” gibt die Pressestelle der Polizei beschwichtigend zu Protokoll.

Die grüne Landesregierung die in der Studie auch eine konsequente Antwort auf den gescheiterten “Veggie-Day” im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 sieht, hält jedoch trotz aller Kritik an der Durchführung der einjährigen Testphase fest. “Das wird kommen und das kommt auch” so der Projektleiter im Staatsministerium Eckhard von Grünkern. “Für die besonders harten Entzugsfälle richten wir auch Mett-Adon-Ausgabestellen in den Verwaltungsstellen ein.”

Informieren können sich die Bürgerinnen und Bürger bereits heute auf der Webseite des Projekts (www.vegan2019.info). Hier können auch die Bezugskarten für Minderjährige online beantragt werden.

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